Demnächst im Kino

Firebird

ein Film von Peeter Rebane

Estland/UK 2021, 107 Minuten, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

FSK 12

Firebird

Estland in den 1970ern, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs. Der junge Soldat Sergey und seine Jugendfreundin Luisa dienen auf einem Luftwaffenstützpunkt der UdSSR. Als Roman auf die Basis versetzt wird, verfallen beide dem Charme des kühnen Kampfpiloten. Doch die aufkeimende Liebe zwischen den Männern muss um jeden Preis geheim bleiben – Roman steht bereits auf der Überwachungsliste des KGB.

Peeter Rebanes mitreißender Liebesthriller mit Tom Prior und Oleg Zagorodnii basiert auf einer wahren Geschichte und ist zu einer Zeit, in der in Russland queere Menschen immer noch schwersten Repressionen ausgesetzt sind, von beklemmender Aktualität. Auch die nationale Premiere des Films beim Internationalen Filmfestival Moskau wurde von wüsten Protesten begleitet. Wir bringen „Firebird“ voller Stolz auf die große Leinwand!

Trailer

Previews vor Kinostart

Berlin

25.11.-1.12., 20:30 Uhr

Frankfurt

25.11.-1.12.: täglich 22:15 Uhr

Halle/Saale

30.11., 21:00 Uhr

Hamburg

29.11., 21:45 Uhr

München

25./27./28./30.11., 18:40 Uhr & 01.12., 21:00 Uhr

Weiterstadt

26.11., 18.00 Uhr, 21:00 Uhr

Würzburg

29.11., 20:30 Uhr

Interview
Im Gespräch mit Hauptdarsteller & Co-Autor Tom Prior

Wie bist Du als Autor und Hauptdarsteller zu dem Projekt gekommen?
Ich habe Peeter [Rebane] 2014 kennengelernt. Da hatte ich gerade „Kingsman: The Secret Service“ und „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ abgedreht. Er hat mir einen Entwurf des Skripts zu „Firebird“ geschickt, den er geschrieben hatte, und ich habe sofort eine Verbindung zu dem Stoff gefühlt. Wir wollten dann einen Teaser für den Film machen. Während dieses Prozesses habe ich ein paar Änderungen am Skript vorgeschlagen. Peeter und ich haben daraufhin über Monate hinweg signifikante strukturelle Änderungen vorgenommen. Es war für mich als Autor und Schauspieler ein faszinierender Prozess, bei dem ich meine Fähigkeiten als Schauspieler mit dem kombinieren konnte, was ich gerade als Autor zu lernen begann. Es war anders als alles, was ich davor gemacht habe.

Welchen Einfluss hatte das Treffen mit Sergey Fetisov, auf dessen Leben Deine Rolle basiert, auf das Schreiben des Drehbuchs?
Als ich an Bord des Projekts kam, hatte ich Sergeys Buch, das Peeter als Vorlage des ersten Entwurfs diente, noch nicht gelesen. Sergey sprach kein Englisch und ich kein Russisch, deshalb übernahm Peeter das Übersetzen. Sergey erzählte uns Geschichten über Roman, über seine Zeit bei der Luftwaffe, aber er war zurückhaltender, uns von Luisa zu erzählen. Es war für ihn immer noch schmerzhaft, über sie zu reden. Ich hatte Monate damit verbracht, zu verstehen, was in Sergey vor sich geht, daher war es eine tolle Erfahrung, mit ihm zu sprechen. Der Film basiert auf Sergeys Leben, die Geschichte wurde von seiner Beziehung zu Roman inspiriert – es ist weniger ein striktes, exaktes Biopic.

Inwiefern änderte die Mitwirkung am Drehbuch dein Schauspiel?
Am Set haben Peeter und ich genau darauf geachtet, wann wir über das Skript reden und wann über das Schauspiel. Als der Dreh begann, blieben wir bei der finalen Version des Skripts. Seltsam war für mich als Schauspieler, wie sehr ich das Material kannte. Ich hatte drei Jahre mit der Geschichte verbracht, aber nun musste ich sie als Schauspieler neu entdecken und meine Mitwirkung als Autor ausblenden.

Wie war die Zusammenarbeit mit Diana Pozharskaya und Oleg Zagorodnii?
Wir hatten vor dem Dreh zwei Monate Zeit für Proben – das war von unschätzbarem Wert. Wir stellten fest, dass Schauspieler*innen, die an russischen Schulen ausgebildet wurden, mit einer größeren emotionalen Intensität spielten als solche, die von westeuropäischen Schulen wie der Royal Academy of Dramatic Art kamen. Wir drei gingen sehr offen an den Film heran und brachten unsere eigene Sicht auf das Liebesdreieck ein.

Welche Vorbereitungen und Recherche hast Du bezüglich des militärischen Aspekts des Films getroffen?
Ich war von der sowjetischen Geschichte schon immer sehr fasziniert. Es gab daher Aspekte der Story, die mir vertraut vorkamen. Für das körperliche Training wurden wir in ein Boot Camp in Ostestland geschickt. In Estland gibt es immer noch die Wehrpflicht und wir verbrachten Zeit mit den Estnischen Verteidigungsstreitkräften. Ich habe bei zwei Boot Camps mitgemacht. Oleg, Jake [Henderson] und ich mussten die gleichen Übungen machen wie die anderen Soldaten. Wir haben Schützenlöcher gegraben, Zelte aufgestellt und waren an Schießständen. Es war heftig.

Was nimmst Du aus dem Projekt mit?
Ich war sehr dankbar für die Chance, sowohl zu schreiben als auch zu spielen. Die Stunden und das Level an Engagement haben mich wirklich herausgefordert, mehr als jedes andere Projekt, an dem ich bisher beteiligt war. 14plus-Stunden-Tage sind hart, aber es war unglaublich. Ich würde sagen, die einzige Sache, die ich rückblickend gerne ändern würde, wäre die geringe Menge an Schlaf, die ich bekommen habe.

Biografien

PEETER REBANE (Regie & Co-Drehbuchautor) wurde in Estland geboren. Er studierte u.a. in den USA und in Großbritannien. Nach dem Kurzfilm „The Lovers“ (2008) drehte er eine Reihe von Musikvideos, u.a. für Moby („Wait for Me“) und für die Pet Shop Boys („Together“). 2013 inszenierte und produzierte er das mit 22 Kameras gedrehte TV-Special „Robbie Williams: Live in Tallinn“, im Jahr darauf den Musikdokumentarfilm „Robbie Williams: Fans Journey to Tallinn“. Bereits beim Eurovision Song Contest 2002, den European Film Awards 2010 und etlichen Shows in der baltischen Region von Künstler*innen wie Elton John, Bob Dylan, Madonna, Sting, Lady Gaga, Metallica und Queen war er als Produzent tätig. 2013 wurde er in Estland zum „Entrepreneur des Jahres“ gewählt. Als Regisseur und Autor verwirklichte er 2015 den Dokumentarfilm „Tashi Delek!“. Er war bei diversen Filmfestivals als Jurymitglied tätig, etwa beim Black Nights Film Festival und beim Cape Town International Film Festival. „Firebird“ ist Rebanes erster Spielfilm.

TOM PRIOR (Co-Drehbuchautor & Hauptrolle), geboren 1990 in England, machte 2012 seinen Abschluss an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA). Auf der Kinoleinwand trat er erstmals in James Marshs Biopic „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ (2014) als 17-jähriger Sohn von Stephen Hawking in Erscheinung. Seither war er u.a. in Matthew Vaughns Actionkomödie „Kingsman: The Secret Service“ (2014), in Betsan Morris Evans’ Familienkomödie „Dusty and Me“ (2016), in Max Newsoms Coming-of-Age-Film „Iceland Is Best“ (2020) und in Davide Ferrarios Kriegsdrama „Just Noise“ (2021) an der Seite von Malcolm McDowell und Harvey Keitel zu sehen. Seit 2013 stand Prior zudem schon oft auf der Theaterbühne in Großbritannien. 2014 schrieb er das Skript zum Kurzfilm „Breaking the Circle“. Das Drehbuch zu „Firebird“ verfasste er zusammen mit dem Regisseur Peeter Rebane.

OLEG ZAGORDNII (Roman) ist ein ukrainischer Schauspieler am Gogol Center in Moskau. Auf der Theaterbühne war er u.a. in „Brothers“, einer Adaption von Luchino Viscontis „Rocco und seine Brüder“, zu sehen. Zudem trat er in der TV-Serie „Dzhamayka“ auf.

DIANA POZHARSKAYA (Luisa) machte ihren Abschluss an der Moskauer Filmhochschule VGIK und ist eine ausgebildete Tänzerin. Für ihre Rolle der Vera in Aku Louhimies‘ Kriegsdrama „Unknown Soldier – Kampf ums Vaterland“ (2017), dem größten Kassenerfolg in der Geschichte des finnischen Kinos, erhielt sie viel Lob von der Filmkritik. Sie trat in den russischen Serien „Hotel Eleon“ und „Senior Mafia“ sowie im Film „Eclipse“ (2016) auf. Ein internationales Publikum konnte sie jüngst in der Serie „Trying“ sehen.

Credits

Cast

Sergey

Tom Prior

Roman

Oleg Zagordnii

Luisa

Diana Pozharskaya

Volodja

Jake Thomas Henderson

Major Zverev

Margus Prangel

Crew

Regie

Peeter Rebane

Buch

Peeter Rebane, Tom Prior

Kamera

Mait Maekivi

Musik

Krzysztof A. Janczak

Kostümdesign

Mare Raidma, Marjatta Nissinen

Casting

Beatrice Kruger

Produzentin

Brigita Rozenbrika

Ausführende Produzenten

Michael Edelstein, Mauro Durant

eine Produktion von Factory, Firebird Production und No Reservations Entertainment

im Verleih von Salzgeber