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Diese Woche könnt Ihr im Salzgeber Club das dokumentarische Porträt „Tiny Tim“ über eine der skurrilsten Figuren der Musikgeschichte sehen. Liebevoll zeichnet Regisseur Johan von Sydow das Leben eines wunderbar-campen Künstlers nach, der Frauen und Männer liebte und mit seiner queeren Persona zwischen allen Polen changierte. Darüber hinaus gibt es „Young Hunter“, den neuen Film des argentinischen Regisseurs und Teddy-Preisträgers Marco Berger. Dieser bettet die Erzählung vom sexuellen Erwachen eines Teenagers in eine abgründige Thriller-Handlung ein. Außerdem im Club zu sehen: der Dokumentarfilm „Man for a Day“ von Katarina Peters (7.3.1958–12.10.2021) und „Im Strahl der Sonne“ des russisch-ukrainischen Regisseurs Vitaly Mansky.

Im November in der queerfilmnacht & ab 25. November im Kino

ein Film von Peeter Rebane

Estland in den 1970ern, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs. Der junge Soldat Sergey und seine Jugendfreundin Luisa dienen auf einem Luftwaffenstützpunkt der UdSSR. Als Roman auf die Basis versetzt wird, verfallen beide dem Charme des kühnen Kampfpiloten. Doch die aufkeimende Liebe zwischen den Männern muss um jeden Preis geheim bleiben – Roman steht bereits auf der Überwachungsliste des KGB.

Im Kino

ein Film von Monika Treut

Über zwei Jahrzehnte nach „Gendernauts“ (1999) kehrt Monika Treut nach Kalifornien zurück, um die Protagonist*innen ihres bahnbrechenden queeren Filmklassikers wiederzutreffen. Sandy Stone, Susan Stryker, Stafford und Max Wolf Valerio waren einst die jungen Pionier*innen der Transbewegung und lebten fast alle in der damaligen Außenseitermetropole San Francisco. Heute sind sie zwischen 58 und 84 Jahre alt, und kaum eine*r kann es sich noch leisten, in der Stadt zu wohnen. Doch die Energie der Gendernauten und ihrer Unterstützer*innen Annie Sprinkle und Beth Stephens ist ungebrochen.

Im Salzgeber Club

ein Film von Marco Berger

Ezequiel ist 15 und hat einen Monat lang sturmfrei. Die perfekte Gelegenheit, um auch mal einen Jungen vom Skatepark zum „Chillen“ am elterlichen Swimming-Pool einzuladen! Mit dem etwas älteren Mono klappt es dann endlich mit dem ersten Mal. Aber Mono spielt ein doppeltes Spiel – und droht Ezequiel in eine gefährliche Welt hineinzuziehen.

Im Kino

ein Film von Evi Romen

Mario (Thomas Prenn) tanzt für sein Leben gern, aber in seinem streng katholischen Bergdorf hat er damit keine Zukunft. Als ihm sein Freund Lenz (Noah Saavedra), dem als Winzersohn andere Türen offenstehen, mit nach Rom nimmt, sieht Mario seine Chancen gekommen. In einer Schwulenbar werden die beiden Opfer eines Terroranschlags, bei dem Lenz stirbt. Mario kehrt allein ins Dorf zurück… Für ihr vielschichtiges und bildgewaltiges Außenseiterdrama wurde die Südtiroler Regisseurin Evi Romen mit dem Goldenen Auge des Zürich Film Festivals und dem Großen Diagonale Preis ausgezeichnet. Thomas Prenn erhielt für sein mitreißendes Porträt eines zerrissenen jungen Mannes den Österreichischen Filmpreis 2021 als Bester Hauptdarsteller.

Ab 28. Oktober im Salzgeber Club

ein Film von Johan von Sydow

Genie, Freak, Superstar. Tiny Tim (1932–1996) war eine der skurrilsten Figuren der Musikgeschichte. Schon als Kind ist Herbert Khaury anders als die anderen – und hat nur das Ziel berühmt zu werden! Mit Ukulele, Falsetto-Gesang, langen Haaren und fantastischem Charisma erobert er die Konzertbühnen der USA. Seine schräge Cover-Version von „Tip Toe Through the Tulips“ wird ein Megahit – und doch von vielen nur verlacht. Er spielt in Las Vegas und der Royal Albert Hall. Seine Hochzeit läuft live im Fernsehen und wird von über 45 Millionen Zuschauer*innen gesehen. Unter Musikern wird Tiny Tim verehrt, er arbeitet mit Jim Morrison, Jimi Hendrix, den Beatles – und Bob Dylan ist bis heute Fan.