Ab 20. April im Kino

Loriots große Trickfilmrevue

Bettina & Susanne von Bülow präsentieren
einen Film von Peter Geyer
mit den Trickfilmen von Loriot

Deutschland 2023, 79 Minuten, deutsche Originalfassung

Kinostart: 20. April 2023

Loriots große Trickfilmrevue

Zwei Herren im Bad, ein sprechender Hund, die Tücken eines Fernsehabends oder ein zu hart gekochtes Frühstücksei. Die Figuren und Szenen aus Loriots Trickfilmen begleiten und erfreuen uns seit über fünf Jahrzehnten. „Loriots große Trickfilmrevue“ präsentiert nun sein gesammeltes Trickfilmwerk in neuem Glanz, erstmals im Kino und in 4K. Ein urkomischer Streifzug entlang von 31 geliebten Trickfilmklassikern, die jetzt in noch nie gesehener Brillanz auf der großen Leinwand neu erlebt werden können. Eine einzigartige Wiederbegegnung mit Loriot!

Teaser

Galerie

Hintergrund

Loriot, bürgerlich Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, geboren am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel, gestorben am 22. August 2011 in Ammerland am Starnberger See, gilt als bedeutendster und vielseitigster deutscher Humorist des 20. Jahrhunderts.

Nach dem Krieg studierte er von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik an der Landeskunstschule Hamburg und arbeitete nach dem Abschluss zunächst als Werbegrafiker, bald auch als Karikaturist und Cartoonist. In den 50er Jahren wurden seine Arbeiten regelmäßig in Magazinen wie „Quick“, „Stern“ und „Weltbild“ sowie in ausländischen Journalen veröffentlicht. Ab Ende der 50er Jahre war Loriot auch als Kolumnist tätig und übernahm kleinere Rolle als Schauspieler.

Von 1967 bis 1972 moderierte er die Fernsehsendung „Cartoon“ für den Süddeutschen Rundfunk der ARD. In die Sendereihe für internationale Zeichentrickfilme, die sich per Untertitel als „Streifzug durch den gezeichneten Humor“ verstand, brachte Loriot erste eigene Trickfilme ein. 1971 zeichnete er für das ZDF und die Quizshow „Der große Preis“ zugunsten der „Aktion Sorgenkind“ den Hund Wum und den Elefanten Wendelin. 1974 produzierte der Süddeutsche Rundfunk die Einzelsendung „Loriots Telecabinet“.

Von 1976 bis 1978 entstand im Auftrag von Radio Bremen die sechsteilige Fernsehserie „Loriot“, in der sich gespielte und gezeichnete Sketche abwechselten. In den Real-Filmen spielte Evelyn Hamann die weibliche Hauptrolle an der Seite Loriots. Die Serie gilt als Höhepunkt von Loriots Fernsehschaffen, begründete seinen Kultstatus und wird seit langem als fester Bestandteil des deutschen Kulturguts betrachtet. Mit Sonderepisoden zu seinem 60., 65., 70. und 80. Geburtstag knüpfte Loriot später mehrfach an die Serie an. 1988 und 1991 drehte er zwei höchst erfolgreiche Kinofilme, „Ödipussi“ und „Pappa ante Portas“. In beiden Filmen spielten ebenfalls er und Evelyn Hamann die Hauptrollen.

Als zentrales Motiv seines Werks hat Loriot einmal in einem Spiegel-Interview die zwischenmenschliche Kommunikationsstörung bezeichnet: „Kommunikationsgestörte interessieren mich am allermeisten. Alles, was ich als komisch empfinde, entsteht aus der zerbröselten Kommunikation, aus dem Aneinander-vorbei-Reden.“ Diese Störungen führt er an Szenen der Ehe, der Familie, der bürgerlichen Gesellschaft vor – und macht so das Absurde unseres von Regeln und Normen bestimmten Alltags sichtbar.

Loriots meisterhafter Gebrauch der deutschen Sprache hat dazu geführt, dass viele Formulierungen aus seinen Sketchen in den allgemeinen Sprachgebrach übergegangen sind, z.B. „Bitte sagen Sie jetzt nichts!“, „Früher war mehr Lametta!“ oder „Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur saugen kann“. Das gleiche gilt für Loriots sprachliche Erfindungen für seine Trickfilme: Bei „Die Ente bleibt draußen!“, „Der Hund kann gar nicht sprechen.“, „Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe!“ oder „Das Ei ist hart.“ entstehen vor den inneren Augen der meisten vermutlich unmittelbar die passenden Bilder und Szenen.

Im Jahr von Loriots 100. Geburtstag präsentieren Bettina und Susanne von Bülow zusammen mit Regisseur Peter Geyer „Loriots große Trickfilmrevue“. Für den Film wurden 31 geliebte Trickfilme, die ursprünglich für das Fernsehen gemacht wurden, im Sinne Loriots behutsam neu gezeichnet, zum Teil erstmals koloriert und ins Kinoformat übertragen. Auf der großen Leinwand können sie nun in 4K und noch nie gesehener Brillanz neu erlebt werden.

Die Revue umfasst folgende Einzelfilme – die, soweit nicht anders vermerkt, von Loriot getextet und gesprochen wurden:

Farbfernsehen (1967/2023)
Fernsehansagerin (1969/2023), gesprochen von Roswitha Roszak
Studiointerview (1976/2023)
Der Hasenbrüter (1970/2023)
Kaninchen (1968/2023)
Die Volksdroge (1969/2023)
Der Vampir (1971/2023)
Mainzelfrau (1972/2023)
Postleitzahlen (1993/2023)
Comedian Harmonists (1976/2023), gesungen von Ari Leschnikoff (Erster Tenor), Erich A. Collin (Zweiter Tenor), Harry Frommermann (Tenorbuffo), Roman Cycowski (Bariton), Robert Biberti (Bass) und Erwin Bootz (Klavier)
Der Kunstpfeifer (1972/2023)
Auf der Rennbahn (1972/2023), geschrieben von Wilhelm Bendow, gesprochen von Wilhelm Bendow und Franz-Otto Krüger
Humor und Wirtschaftskrise (1967/2023)
Der sprechende Hund (1977/2023)
Sollen Hunde fernsehen? (1967/2023)
Das Deutsche Hausschwein (1969/2023)
Das Frühstücksei (1977/2023)
Der Pianist (1970/2023)
Feierabend (1977/2023)
Knabenchor (1970/2023)
Fernsehabend (1977/2023)
Mondgestein (1969/2023)
Die Nudelkrise (1968/2023)
Schnittbohnen (1971/2023)
Die Deutschlandfrage (1968/2023)
Der Staatsmann (1970/2023)
Herren im Bad (1978/2023)
Der Familienbenutzer (1978/2023)
Advent (1969/2023)
Helmut Schmidt (1992/2023), mit Helmut Schmidt
Big Band (1972/2023)

Interview
Drei Fragen an Peter Geyer

„Loriots große Trickfilmrevue“ präsentiert 31 Trickfilme Loriots aus den Jahren 1967 bis 1993, die ursprünglich für das Fernsehen gemacht worden sind, in neuem Glanz und in 4K. Was war die Idee dahinter, sie ins Kino zu bringen?

Der erste Entwurf liegt bereits acht Jahre zurück. Ich wollte die Filme einfach im Kino sehen, weil ich denke, dass sie dort hingehören. In meinen ersten Jahren als regelmäßiger Kinobesucher waren die tollsten Vorfilme, zwischen Eiscremekonfekt- und Zigarettenwerbung, ein paar Trickfilme von Loriot, die für kurze Zeit von Horst Wendlandt im Kino eingesetzt wurden. Viele Hauptfilme waren nach den „Herren im Bad“ enttäuschend für den Jungen von damals. Ich habe auch selten ein Publikum ausgelassener lachen hören. Und dann kam irgendwann eben eins zum anderen.

Wie sind Sie bei der Modernisierung der Trickfilme genau vorgegangen? Musste bei bestimmten Filmen mehr gemacht werden als bei anderen?

Sie wurden alle behutsam neu gezeichnet. Wobei wir hoffen, dass das den meisten Zuschauern, abgesehen von der höheren Auflösung, gar nicht auffällt. Nur bei den frühesten Trickfilmen, die Loriot nicht in seinem eigenen Studio gemacht, sondern auf Basis seiner Zeichnungen in Auftrag gegeben hatte, haben wir in seinem Stil Farben und Gesichter merklich verändert. Für den Kinostandard und das Sehvergnügen war das unumgänglich und längst nötig, wenn man sich zum Beispiel im Vergleich die verwaschenen und beschnittenen Uploads im Internet ansieht. Nun glänzen die Trickfilme wirklich und die Technik wird endlich den Sketchen gerecht.

„Loriots große Trickfilmrevue“ feiert seine Weltpremiere auf der Berlinale. Was glauben Sie, hätte Loriot dazu gesagt, wenn er seine Trickfilme dort auf der großen Leinwand hätte sehen können?

Obschon es kaum einen Preis gibt, den Loriot in seinem Fach nicht erhalten hat und er ergo schwer zu ehren war, hätte ihn die Einladung seiner Trickfilme zur Berlinale ganz sicher geehrt. Er war ein großer Cineast, liebte das Kino und hätte sich sicher sehr gefreut. Zumal die Festivaleinladung ja vielleicht internationale Türen für seine Trickfilme öffnet, was er sich immer gewünscht, aber leider nie erreicht hat. Ich glaube, er wäre sehr stolz.

Credits

Cast

Regie

Peter Geyer, Loriot

Buch

Loriot

Produzentinnen

Bettina und Susanne von Bülow

Eine Produktion von Studio Loriot
im Verleih von Salzgeber