Als DVD & VoD

Are We Lost Forever

ein Film von David Färdmar

Schweden 2020, 103 Minuten, schwedische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

FSK 16

Are We Lost Forever

Hampus und Adrian trennen sich nach einer jahrelangen Beziehung. Hampus empfindet vor allem Erleichterung: Zu oft wurde er von seinem Ex verletzt und enttäuscht. Doch Adrian trauert tief und weiß nicht, wie er ohne Hampus weiterleben soll. Selbst als beide neue Partner finden, kann Adrian seine große Liebe nicht vergessen …

Der schwedische Regisseur David Färdmar erzählt einfühlsam und authentisch von den Scherben einer zerbrochenen Beziehung und der leisen Hoffnung auf einen Neuanfang.

Trailer

Vier Fragen an David Färdmar

Wovon erzählt Dein Film?
Der Film erzählt von einem Paar, Adrian und Hampus. Die beiden sind seit etwa drei Jahren zusammen, verlobt und wollen heiraten. Aber dann sagt Hampus Adrian eines Morgens, dass es kein „Wir“ mehr gibt. Er will Schluss machen und ausziehen. Adrian ist am Boden zerstört und schockiert, er möchte die Beziehung mit Hampus, der Liebe seines Lebens, fortführen. Also folgen wir diesem Paar im Verlauf eines Jahres, von einem Frühling zum nächsten, und sehen, wie die beiden damit kämpfen, sich zu trennen oder vielleicht doch wieder zueinanderzufinden.

Warum hast Du Dich dafür entschieden, einen Liebesfilm mit der Trennung zu beginnen?
Vor ein paar Jahren habe ich auf ein Post-it geschrieben: „Die erste Szene eines Films sollte sein, wie eine Person mit ihrem Gegenüber Schluss macht. Was passiert dann?“ Das habe ich in meine Schublade getan und erst mal wieder vergessen. Dann habe ich selbst Trennungen erlebt. Als ich irgendwann wieder diese Notiz entdeckt habe, dachte ich: Das ist ein gutes Thema für einen Film! Außerdem brauchte ich ein bisschen Therapie – und es hatte etwas Therapeutisches, darüber zu schreiben (lacht). Ich habe auch noch nicht viele Filme über die Phase einer Trennung gesehen. Oft haben wir „Boy meets Girl“ oder „Girl meets Boy“, dann gibt es Konflikte, bis es schließlich zum Happy End kommt. Deshalb wollte ich mit dem Ende der Beziehung beginnen. Ich habe zudem noch nicht viele Liebesfilme mit zwei Männern in den Hauptrollen, also mit einem schwulen Paar, gesehen. Das fehlte mir. Das war etwas, was ich sehen wollte. Also dachte ich: Mache ich es einfach selbst!

Wie haben sich Deine Hauptdarsteller darauf vorbereitet, ein Paar zu spielen, dessen vergangene Beziehung das Publikum nicht sieht?
Ich habe in Schweden schon viel als Casting Director gearbeitet und dabei vor acht Jahren sowohl Björn Elgerd (Adrian) als auch Jonathan Andersson (Hampus) bei anderen Projekten getroffen. Sie sind großartige Schauspieler, deshalb wollte ich mit ihnen arbeiten. Als ich das Skript zu „Are We Lost Forever“ geschrieben habe, hatte ich die beiden für die Hauptrollen bereits im Hinterkopf. Ich habe das Drehbuch 2015 geschrieben, dann habe ich die beiden kontaktiert und wir haben uns in einem Apartment getroffen, damit sie zusammen ein paar Szenen lesen können. Ich habe sie dabei gefilmt, um sicherzugehen, dass sie die Richtigen für die Rollen sind. Und sie waren überwältigend! Die Entwicklung der Produktion hat dann einige Jahre gedauert, aber zwischendurch haben wir uns immer wieder getroffen, sind zusammen essen gegangen oder waren gemeinsam ein Bier trinken. Als wir schließlich Ende 2018 mit den Dreharbeiten begonnen haben, hat es sich fast so angefühlt, als wären die beiden tatsächlich seit drei Jahren zusammen.

Welche Inspirationsquellen hattest Du für Deinen Film?
An Filmen hat mich offensichtlich „Szenen einer Ehe“ von Ingmar Bergman inspiriert. „(500) Days of Summer“ habe ich auch sehr oft gesehen. Und ebenso „Blau ist eine warme Farbe“. Die größte Inspiration war aber wohl die „Before“-Trilogie von Richard Linklater. Diese Filme habe ich sehr viele Male gesehen. Man folgt diesem Paar über viele Jahre, es gibt diese langen Dialogpassagen – das mag ich. Aber ich werde gewissermaßen auch von Filmen inspiriert, die ich im Kino eben nicht sehe und die mir fehlen. In den gerade erwähnten Filmen sind es „Boy and Girl“ oder „Girl and Girl“ – und ich hatte dieses Thema noch nicht mit zwei Männern gesehen. Das hat mich motiviert, diesen Film zu machen. Und ich habe immer Musik im Ohr, wenn ich schreibe. Für diesen Film habe ich viele Songs der schwedischen Sängerin Agnes gehört. Sie hat diese umwerfende Stimme, die mir gefällt und mir gute Laune bereitet. Und die Queen of Break-up-Pop: Robyn. Ihre Musik habe ich viel gehört. Man kann in jedem ihrer Songs den Herzschmerz fühlen, der auch zu diesem Film passt. Außerdem natürlich die Band The Lovers of Valdaro, die ein paar Monate vor unserem Drehbeginn den Song „Lost Forever“ veröffentlicht hat. Ich habe den Song gehört und die Lyrics gelesen und dachte: Darum geht es in unserem Film! Deshalb haben wir angefragt, ob wir den Song für den Film verwenden dürfen – und sie haben zugestimmt. Und ich muss gestehen, dass ich beim Schreiben sehr gerne die 80er-Jahre-Songs der deutschen Sängerin Sandra höre (lacht). Man kann ihre Songs immer wieder hören und es macht großen Spaß!

Biografie

DAVID FÄRDMAR (Regie & Buch) stammt aus Göteborg. Sein Kurzfilm „Den lyckligaste dagen”, mit dem er sein Studium an der Swedish School of Television abschloss, feierte 2002 auf dem Göteborg International Film Festival seine Premiere. Zum mehrfach ausgezeichneten Festival-Hit avancierte sein Kurzfilm „My Name is Love” (2008), der es auf insgesamt 12 Auszeichnungen und mehr als 70 Festival-Einsätze brachte. Neben weiteren Kurzfilmen inszenierte Färdmar den Dokumentarfilm „No Tears Behind the Camera” (2013). Er ist u.a. auch als Produzent und Casting Director tätig.

Filmografie als Regisseur (Auswahl):

  • 2002

    „Den lyckligaste dagen“ (KF)

  • 2008

    „My Name is Love“ (KF)

  • 2013

    „No Tears Behind the Camera“ (Dok.)

  • 2016

    „We Could Be Parents“ (KF) (Co-Regie)

  • 2020

    „Are We Lost Forever“


Credits

Cast

Hampus

Jonathan Andersson

Adrian

Björn Elgerd

Rasmus

Micki Stoltt

Julian

Nemanja Stojanovic

Crew

Buch & Regie

David Färdmar

Kamera

Johannes Stenson, Robert Lipic, Camilla Topuntoli

Schnitt

Christoffer Sevholt

Sounddesign & Musik

Per-Henrik Maenpaa

Kostümdesign

Sara Pertmann

Make-up-Design & Maske

Johanna Lindqvist

Produktionsdesign

David Färdmar

Produzenten

Lis Svensson Brandberg, David Färdmar, Casper Andreas

Executive Producers

Paul Oakley Stovall, David Tarlow

eine Produktion von FÄRDMARS FILM, Embrem Entertainment und Shoot&Post

im Verleih von Salzgeber