DER ALPHABETISCHE VERLEIHKATALOG
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  100 TAGE, GENOSSE SOLDAT
GUS 1990, Farbe, 35mm, 70', FSK 16, OmU, Regie: Hussein Erkenow. Mit Armen Daigarkanian, Oleg Vasilkov u.a.
Die Helden dieses Films sind junge Männer, für die die Armee - man paßt sich an oder rebelliert - ein menschenzerstörendes System darstellt. Dieser 'Regalfilm' wurde 1994 erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt und folgt Vorbildern wie Tarkowskij, Paradshanow oder Pasolini gleichermaßen. Der Film folgt keiner Geschichte, einige Szenen sind realistisch, andere traumhaft, und der Regisseur scheut sich nicht, Zärtlichkeiten und Sexualität in einer Männergesellschaft zu zeigen.
 
  2 BY 4
IR, USA 1998, Farbe, 90 Min, FSK 16, OmU. Regie: Jimmy Smallhorne, Buch: Jimmy Smallhorne, Terrence McGoff, Fergus Tighe. Mit Lee Williams, James Layton, Rita Davies, Leila Lloyd-Evelyn und als Erzähler Boy George.
Der Ire Johnny ist Vorarbeiter in der New Yorker Baufirma seines Onkels Trump. Er leitet einen wilden und rauhbeinigen Trupp irischer Einwanderer, die tagsüber arbeiten und sich nachts mit Drogen und Alkohol das Licht ausblasen. Er hat eine Freundin, die er liebt, gute Kumpels und den Respekt seiner Gemeinschaft – nichtsdestotrotz plagen ihn Probleme. Verstörende Träume lassen ihn nachts aufschrecken, bleiben als Bilder seiner verdrängten Vergangenheit aber undeutlich. Diese Bilder beginnen jedoch Konturen anzunehmen, als er des nachts seinen Onkel Trump mit einem Stricher auf der Baustelle beobachtet. Plötzlich gerät Johnnys Welt ins Chaos, er fängt an sich zu erinnern, ist konfrontiert mit einer Wahrheit, die er nicht gelten lassen will.
"2 BY 4 ist mit Abstand der beste schwule Film seit LILLIES, wahrscheinlich einer der drei bedeutendsten dieses Jahrzehnts." (QUEER VIEW)
   
A
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AIDS UNGLEICH TOD
D 1996, 16mm, 98', Claus-Constantin Rüttinger und Thees Klahn
AIDS ist nicht gleich Tod! Beobachtungen am Puls von Langzeitüberlebenden der Immunschwächekrankheit. Claus-Constantin Rüttinger ist selbst Betroffener und hat gemeinsam mit Thees Klahn einen sensiblen, intimen und sehr ungewöhnlichen Film über das Leben gestaltet.


AM RANDE DER STADT
Constantinos Giannaris, GR 1999, Farbe, 99', mit Stathis Papadopoulos, Dimitris Papoulidis, Theodora Tzimou, Costas Costianidis
Sie hängen in Clubs herum, klappern Bordelle ab und düsen im Cabrio durch die Nacht. Sie leben von kleinen Diebstählen und lesen nachts am Omonia-Platz ihre Freier auf. Das sind die Gemeinsamkeiten, die die Gruppe Jugendlicher verbindet – griechische Russen, die von der Schwarzmeerküste stammen und jetzt in Menidi leben, einem heruntergekommenen, verarmten Viertel am westlichen Stadtrand Athens. Sie fühlen sich in ihrer neuen Heimat als Ausgeschlossene, und nach und nach zerbrechen die Gemeinsamkeiten, als sie mit der skrupellosen Welt in Konflikt geraten, die sie vom Stadtrand aus zu erobertn versuchen.


ANGELIC CONVERSATION, THE
Derek Jarman, GB 1985, 35mm (OmU) & 16mm (OF), 78', mit Paul Reynolds, Philip Williamson; Rezitation der Shakespeare-Sonette: Judi Dench
Der Derek Jarman-Klassiker. "Mein strengster Film und gleichzeitig der, der mir am meisten am Herzen liegt." (Derek Jarman) Von Derek Jarman sind ebenfalls BLUE und THE DREAM MACHINE bei uns im Programm.


ANTIGONE
Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, D/F 1992, 35mm, 99', mit Astrid Ofner, Ursula Ofner, Libgart Schwarz u.a.
Sophokles, Hölderlin, Brecht. Eine Sprache wie Musik, Worte treffen einen körperlich, Silbenkaskaden werden herausgeschleudert zu Textstatuen. Man meint, Brecht nie gehört zu haben...

 
B
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BALLAD OF READING GOAL
Richard Kwietniowski, GB 1988, 16mm, 12', Englische OF, mit Quentin Crisp
1895 stand Oskar Wilde vor dem Old Bailey, angeklagt der Unzucht. Vor den Schranken des Gerichts hielt er seine berühmte Rede: "The Love that dare not to speak its name…" und wurde zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt.


BARRACUDA - VORSICHT NACHBAR!
Philippe Haïm, F 1997, 35mm, 94', DF oder OmU, mit Jean Rochefort, Guillaume Canet, Claire Keim, Violette u.v.a.
Daß sein Nachbar mit seiner nostalgischen Schwärmerei für Fred Astaire und Steptanz etwas schrullig ist, war Luc klar. Aber was für bösartige Pläne der Alte ausklügelt, ahnt er erst, als ihm dieser eine Schaufensterpuppe als Gattin vorstellt… Und kennen Sie Ihren Nachbarn?


BEAT GENERATION, THE
Janet Forman, USA 1987, 16mm, 90', OmU mit Jack Kerouac, William Burroughs, Timothy Leary u.v.a.
Der Film versammelt die wichtigsten Protagonisten einer Generation, die sich weniger für den allmächtigen Dollar, aber um so mehr für Jazz, Dichtung, Sex, Eros, Ekstase, Autorasereien, Drogen und religiösen Mystizismus interessierte: die Beatniks. Siehe auch POETRY IN MOTION.


BECAUSE THE DAWN
Amy Goldstein, USA 1988, 16mm, 52', OF, mit Edwige Belmore, Sandy Gray, Gregory St. John
Lesbischer Vampir-Film: "A high tech New York glamour movie shot with a medieval twist…"
Als Beiprogramm: COMMERCIAL FOR MURDER


BEFORE STONEWALL
Greta Schiller und Robert Rosenberg, USA 1981-84, 16mm, 87', Farbe und s/w, OmU, mit Harvey Fierstein, Allen Ginsberg u.v.a.
Der Film setzt Anekdoten, Geschichten und Ereignisse – von denen man vielleicht schon mal gehört hat – in einer Weise zusammen, als hätte man keinen Film gesehen, sondern das alles selbst erlebt. Nicht umsonst sprach Manfred Salzgeber immer von dem "Kochbuchfilm" für die Lesben- und Schwulenbewegung und meinte damit, daß dieser Film es immer wieder wert sei, von jeder neuen Generation entdeckt zu werden.


  BEFREIER UND BEFREITE
Helke Sander, D 1991/1992, 35mm, Teil 1: 90', Teil 2: 102 '
"Krieg führen, das ist seit Jahrtausenden Männersache – Endlich hat eine Frau ein Kapitel des 2. Weltkriegs geöffnet, das bisher von Historikern übersehen wurde: die massenhaften Vergewaltigungen von Frauen. Diesen Film zu sehen ist Pflicht." (Ulrich Wickert in den TAGESTHEMEN)
 
  BELLARIA – SO LANGE WIR LEBEN!
D/Ö 2002, 100 Min, Farbe, 35 mm, 1:1,85. Mit Karl Schönböck, Baroness Lips von lipstrill, Heinrich Mosch, Ernst Weitzmann, vera Benda, Rosie Tomek, Tenbuss-Zwillinge. Buch und Regie: Douglas Wolfsperger.
BELLARIA – SO LANGE WIR LEBEN! entdeckt die morbid-charmante Eigenwelt eines kleinen Wiener Programmkinos und seiner Besucher. Wenn sich langsam der Kinovorhang öffnet, geht für sie die Sonne auf: In Zarahs Augenaufschlag, mit Marikas Hüftschwung, bei Jopis Gesang. Ein berührender und zugleich komischer Film über Seh(n)süchte, Rituale und einen Ort außerhalb unserer Zeit, eine filmische Entdeckungsreise zu einem Ort mit morbidem Charme. BELLARIA spürt den Lebensgeschichten seiner mitunter skurrilen Stammbesucher nach. So enthüllt sich Stück für Stück die wahre Sehnsucht jener Menschen: Das Rad der Zeit für ein paar Momente anzuhalten, die Erinnerung an eine verloren-gegangene Jugend zu bewahren und Gevatter Tod so noch ein letztes Schnippchen zu schlagen – mit viel Herz und natürlich Wiener Schmäh.
 

BENT
Sean Mathias, GB 1997, 35mm, 100', OmU mit Clive Owen, Lothaire Bluteau, Brian Webber, Ian McKellen, Mick Jagger u.v.a.
Das legendäre schwule Berlin der Zwanziger (Mick Jagger als aufgedonnerte Varieté-Tunte), der 'Röhm-Putsch', die Verfolgung der Homosexuellen (Ian McKellen als ominöser Onkel Freddy) und "Die ergreifendste und schönste Liebesgeschichte vor den Abgründen des Überlebens im KZ".


BERLIN - BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE 1990
Konstanze Binder, Lilly Grote, Ulrike Herdin, Julia Kunert, D 1993, 16mm, 85'
Ein Dokument über die Wandlung des einst berüchtigtsten innerdeutschen Bahnhofs vom Nadelöhr zur Nahtstelle einer geteilten Stadt…


BISHONEN - BEAUTY!
Yonfan, HK 1999, Farbe, 101', mit Stephen Fung, Daniel Wu, Jason Tsang, Terence Yin, Shu Qi
Jeder dreht sich nach ihm um: Jet sieht blendend aus, und das weiß er auch. Die Herzen fliegen ihm nur so zu. Und weil das Leben in Hong Kong sehr teuer ist, schläft er mit der männlichen Kundschaft, die sich regelmäßig in ihn verliebt. Heimlich träumt er von einem Prinzen, der ihm die Liebe schenkt. Und sein Leben ändert sich schlagartig, als er den jungen Polizisten Sam kennenlernt. Die beiden werden Freunde - vorerst, denn Jet zögert lange, sich Jet zu offenbaren. Als er endlich diesen Schritt wagen will, kollidiert Sams dubiose Vergangenheit mit Jets Gegenwart…


BLUE
Derek Jarman, GB 1993, 35mm, 74', engl. Original oder dt. Fassung; Sprecher der engl. Fassung: John Quentin, Nigel Terry, Derek Jarman, Tilda Swinton; Sprecher der dt. Fassung: Ulrich Matthes, Sylvester Groth, Wolfgang Condrus, Eva Mattes
"Der Film war ein lebenslanger Traum von Derek Jarman und er wurde sein Testament, ehe er an AIDS verstarb. 76 Minuten ist die Leinwand nur blau, und man bekommt auf radikale Weise vor Augen geführt, daß die wahren Filme sich immer im Kopf des Zuschauers abspielen." (DER SPIEGEL: 100 Momente aus 100 Jahren Filmgeschichte, Nennung Nr. 7) Von Derek Jarman sind ebenfalls THE ANGELIC CONVERSATION und THE DREAM MACHINE bei uns im Programm.


BLUE NOTE - A STORY OF MODERN JAZZ
Julian Benedikt, D 1997, 35mm, 92', Dolby Stereo, OmU mit Herbie Hancock, Ron Carter, Max Roach, André Previn, William Claxton, Carlos Santana, uva
Die Geschichte des berühmten Plattenlabels und die Geschichte des modernen Jazz. Musiker, Freunde und Partner und Fans der BLUE-NOTE-Aufnahmen kommen zu Wort und lassen eine Ära amerikanischer Kulturgeschichte wiederaufleben. Siehe auch JAZZ SEEN.


BLUME DER HAUSFRAU, DIE
Dominik Wessely, D 1998, 35mm, 92'
Mit den Staubsaugervertretern unterwegs in Stuttgart. Eine Provinzerzählung über deutsche Werte: Sauberkeit, das eigene Heim und den Kampf gegen den Dreck, der auch ein Kampf um Umsätze mit Gewinnern und Verlierern ist.


BOYS / LIFE
Philip B. Roth, USA 1989, 16mm, 10', s/w, OF mit Kim Hanson, Philip B. Roth, Evan Olin u.a.
Bürgerliche Moralvorstellung, die AIDS-Krise, das Schwulen-Ghetto, "Jack-off Clubs" und Safer Sex- Parties in New York, ein Kiss-In im Central Park…


BRIDE OF THE MONSTER
Edward D. Wood, USA 1955, 35mm, 68', s/w, OF
Ein Meisterwerk des tragischen Schundregisseurs Ed Wood! Die Handlung ist nicht so wichtig, aber Bela Lugosis Monolog 'Home, I don't have a home ...' schlichtweg genial. Siehe auch GLEN OR GLENDA und PLAN 9


DER BRÄUTIGAM, DIE KOMÖDIANTIN UND DER ZUHÄLTER
Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, D 1968, 35mm, 23', s/w
Der in fünf Tagen in München gedrehte Kurzfilm ist eine Dreiecksgeschichte von Prostitution, Kunst und Gefühlen und sammelt Bruchstücke verschiedenster Filmgenres ein. Ausschnitte aus der Inszenierung "Krankheit der Jugend" von Ferdinand Bruckner durch Fassbinders action-theater bilden ein weiteres zentrales Element des trotz Mao-Zitaten vom Bundesinnenministerium prämierten Films.


BUDDIES
Arthur J. Bressan, Jr., USA 1985, 16mm, 85', OmU, mit Geoff Edhol, David Schachter
Mit diesem Film wurde 1985 die Edition Salzgeber gegründet und nicht nur deswegen ist BUDDIES ein wichtiger Film: "In den kommenden Monaten und Jahren wird es zweifellos noch etliche Spielfilme und Fernsehspiele über die AIDS-Krise geben - aber ich kann mir nur schwer vorstellen, daß einer den schlichten Realismus und gleichzeitig eine so ursprünglich emotionale Kraft besitzen könnte wie BUDDIES." (VITO RUSSO, New York im Sommer 1985)

 
C
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CANDIDA
Dore O., D 1991, 16mm, 81'
Experimentalfilm nach den 1920 von Frans Masereel in Paris veröffentlichen Holzschnitten "Die Idee" über die menschlichen Sehnsüchte nach einer freiheitlichen und gerechten Gesellschaft.


CAUGHT LOOKING
Constantine Giannaris, GB 1991, 16mm, 35', OF
Mittels eines Computers darf ein Schwuler die Jahrhunderte nach erotischen und sexuell stimulierenden Situationen durchstöbern…


PAUL CEZANNE IM GESPRÄCH MIT JOACHIM GASQUET
Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, D 1990, 35mm, 65', Farbe und s/w
Ein Film über Hölderlin und Empedokles, Flaubert, Jean Renoir und Madame Bovary, Cézanne und die Montagne Sainte Victoire nach den Gesprächen von Cézanne mit Joachim Gasquet. Der Film ist ein kleines Museum des Sehens. Und ein Straub-Film nicht nur für Straub-Fans…


CHANGING OUR MINDS: THE STORY OF DR. EVELYN HOOKER
Richard Schmiechen, USA 1992, 35 mm (OmU) und 16mm (OF), 75', Farbe und s/w
Das Leben und die Arbeit der amerikanischen Pychoanalytikerin Evelyn Hooker, die in den 50er Jahren lautstark gegen die Einstufung Homosexueller als "psychisch krank" protestierte. Noch bis in die 60er Jahre wurden Schwule und Lesben in den USA – anderswo noch heute – von medizinischen wie psychologischen "Autoritäten" durch Gehirnchirurgie, Kastration und Sterilisation, Elektroschocks, durch den Zwangsaufenthalt in der Psychiatrie oder durch endloses Salbadern bei Psychoanalytikern gefoltert.


CLING FILM
Anna Thew, GB 1992, 16mm, 20', OF
Ein Dokument für den Fetisch Gummi. Witzig, ironisch, aber durchaus ernstzunehmen, kommen die Probleme von Heteros mit dem elastischen Material – Stichwort "safer sex" – auf die Leinwand.


COMIC BOOK CONFIDENTIAL
Ron Mann, Canada/USA 1989, 35mm, 90', Farbe und s/w, OmU, mit Will Eisner, Bill Griffith, William M. Gaines
Die Kulturgeschichte des ZAPP ZISCHHH ZOIN! 22 der bekanntesten Comiczeichner und ihre Werke werden hier portraitiert. "Der Gebrauchsfilm über ein Medium, an den wir alle nicht vorbeikamen. Daß Comic-Lektüre traumatische Gehirnschäden hervorruft, ist nie bewiesen worden. Aber, gefährlich ist sie doch." (aus einem Kino-Programmheft)


CHUCK SOLOMON: COMING OF AGE
Marc Huestis und Wendy Dallas, USA 1986, 16mm, 58', OmU, mit: San Francisco Mime Troup, Chuck Solomon
Der Filmtitel ist zugleich Motto: 'Coming of age' heißt 'mündig werden'. Was es damit auf sich hat, erfährt der Zuschauer durch die zentrale Figur des Films, den kalifornischen Theatermann Chuck Solomon, der aidskrank vor der Kamera sein Leben skizziert. Sein 40. Geburtstag wird mit einer großen Gala gefeiert und einer der Gäste sagt klar, was Sache ist: Anstatt hinterher "Memorial Parties" zu zelebrieren, solle man lieber die Lebenden feiern…


COMMERCIAL FOR MURDER
Amy Goldstein, USA 1987, 16mm, 15', OF
"A drag queen's battle to decipher his/her sexual identity." Beiprogramm: BECAUSE THE DAWN.


COMRADES IN ARMS
Stuart Marshall, GB 1990, 16mm, 50', s/w, OF
Lesben und Schwule als Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Der Film mischt Spielszenen, intelligente "Talking Heads" und Archivaufnahmen zu einem amüsanten, ironischen Portrait. Siehe auch OUT OF AFRICA

 
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DADDY AND THE MUSCLE ACADEMY: TOM OF FINLAND
Ilppo Pohjola, Finnland 1992, 16mm, 55', finnisches Original mit engl. UT, mit Tom of Finland u.v.a.
Der Film setzt der Ikone geiler Männerphantasien ein Denkmal, und längst ist nicht nur in der schwulen Lederszene Toms Männerreich mit "Ärschen wie Bowlingkugeln und Schwänzen wie Baseball-Schlägern", so eine Kritikerin, absoluter Kult. Im Beiprogramm läuft der Dokumentarkurzfilm über den Fotografen Robert Mapplethorpe von Isabel Hegner, EYE TO EYE.


DAILY CHICKEN
Lilly Grote, D 1997, 16mm, 90', mit Ida und Luise von Recklinghausen
Auf eigenartig verrückte Weise erzählt der Film vom Erwachsenwerden zweier Mädchen in einer permanenten Krisensituation.


DAVID ROCHE TALKS TO YOU ABOUT LOVE
Jeremy Podeswa, Kanada 1983, 16mm, 22', Farbe
I
m Beiprogramm zu NO SAD SONGS


DEATH IN A FAMILY, A
Stewart Main und Peter Wells, Neuseeland 1987, 16mm, 50', OmU
"Wir müssen einander lieben. Oder sterben." Dieses Zitat von W. H. Auden hat Manfred Salzgeber über die erste Katalogseite zu diesem Film gestellt. In dem Film werden die letzten zwei Wochen im Leben eines Mannes gezeigt, dem man gerade mitgeteilt hat, daß er noch fünf Tage zu leben hat. So wartet die Wohngemeinschaft, der Ex-Lover und die leibliche Familie – Bauern aus dem Hinterland und Anhänger eines fundamentalistischen christlichen Glaubens – auf sein "Gehen". Was im "normalen" Leben unmöglich war – man nimmt Rücksicht aufeinander, beginnt sich zu verstehen, söhnt sich aus – und sei es nur gegenüber der eigenen Verbitterung.


DENUNZIANTIN, DIE
Thomas Mitscherlich, D 1993, 35mm, 95', mit Katharina Thalbach, Dieter Schaad, Dolly Dollar, Christoph Eichhorn u.a.
Eine bravouröse Katharina Thalbach als Helene Schwärzel, die Frau, die 1944 den Kopf des zivilen Widerstandes gegen Hitler denunzierte.


DIALOGUES WITH MADWOMEN
Allie Light, USA 1993, 16mm, 90', OmU
Dieser Dokumentarfilm porträtiert sensibel 7 Frauen, die die dunklen Seiten des menschlichen Geistes kennengelernt haben: Schizophrenie, manische Depressionen, Persönlichkeitsspaltungen. Film des Monats Mai 1996 der Jury der Evangelischen Filmarbeit, Emmy Award 1995.


DOCUMENTA X - DIE FILME
Erstmalig in ihrer Geschichte stellte die documenta ein selbst initiiertes Filmprogramm vor. Charles Burnett (AM ENDE), Harun Farocki (STILLEBEN), Antonia Lerch (LETZTE RUNDE), Raoul Peck (LIEBE CATHERINE), Abderrahmane Sissako (ROSTOV-LUANDA) und Aleksandr Sokurov (MUTTER UND SOHN)


DORIS CHASE - PORTRAIT OF AN ARTIST
Robin Schanzenbach, USA 1984, 16mm, 28', OF, mit Doris Chase
Der Film zeigt die Anfänge der Video-Kunst und Personen, die an der Entwicklung der elektronischen Sprache mitgewirkt haben.


DOUBLE MESSIEURS / HERRENDOPPEL
Jean-François Stevenin, F 1986, 35mm, Cinemascope, 90', OmU, mit Carole Bouquet, Yves Affonso, Jean-François Stevenin
"Eine Geschichte, die man nicht einfach herunterbeten kann, die intrigiert, mysteriös ist und komisch zugleich, in ihrer Erzählkunst brilliert und überrascht. Es kommt immer wieder darauf an, neu anfangen zu können. Der Eindruck entsteht, hier erfindet jemand das Kino jeden Augenblick neu. Ein einmaliger Rhythmus, für den es kein Vorbild gibt." (CAHIERS DU CINÉMA)


DREAM MACHINE, THE
Derek Jarman, Michael Kostiff, Cerith Wyn Evans, John Maybury, GB 1984, 16mm, 32', OF
Derek Jarman feiert in diesem Episodenfilm mit Freunden den schwulen Dichter William Burroughs. Nach dessen Buch THE SOFT MACHINE entstand für die Leinwand THE DREAM MACHINE. Die Eindeutigkeit, mit der Sexualität als mechanistisches, auch brutales, erschöpfendes Ritual dargestellt wird, führte zu Empörungen des koproduzierenden British Film Institute. THE DREAM MACHINE wird zusammen mit ILLEGAL TENDER und OSTIA als Paket unter gleichnamigem Titel ausgeliefert. Von Derek Jarman sind ebenfalls THE ANGELIC CONVERSATION und BLUE bei uns im Programm.

 
E
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EAST SIDE STORY
Dana Ranga, D 1997, 35mm, 77' mit Frank Schöbel, Chris Doerck, uva
Auch im Sozalismus wurde getanzt und gelacht! Das Dokument zum Filmmusical-Schaffen hinter dem eisernen Vorhang...


EDGAR
Karsten Laske, D 1996, 16mm, 72' mit Lars Rudolph
Ein Film über Märchen und Werbung, über den Glanz unserer käuflichen Welt und den Müll, über Kindheit und Tod. Eine Tragikomödie.


EI ODER JOHAN, DER BÄCKER
Danniel Danniel, NL 1987, 35mm, 54', OmU mit Johan Leysen u.a.
Der mit dem Publikumspreis in Cannes ausgezeichnete Film handelt "von nichts Besonderem. Er existiert einfach," schreibt LE MONDE. Der TIP aus Berlin: "Der Humor tut weh, Ernsthaftigkeit ist zum totlachen. Ein Meisterwerk des Understatements." Johan, der Dorfbäcker, ist 35 und lebt noch immer bei seiner Mutter. Er ist Analphabet und das eben ist ihm ein Rätsel. Die Idylle wird gestört, als seine Freunde eine Heiratsanzeige für ihn beantworten.


ES HAT MICH SEHR GEFREUT
Mara Mattuschka, A 1987, 16mm, 5', s/w
...und der Kaiser sprach: Es hat mich sehr gefreut! "Die sexy Mara Mattuschka, wie sie… Daß Lachen so erotisch sein kann!" (DER SPIEGEL)

 
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FASZINIERENDES PUPPENHAUS
Uli Versum, D 1987, 35mm, 9', mit Hermoine Maschuka Deragana, Ades Zabel, Uli Versum
Dieser Kurzspielfilm ist eine faszinierende Kostbarkeit, eine sehr schöne, sehr genaue Arbeit über höchst ungenaue Gefühle, diffuse Stimmungen und latente Ausbrüche. Bester Experimentalfilm, Preis der deutschen Filmkritik.


FEAR OF DISCLOSURE
Phil Zwickler und David Wojnarowicz, USA 1989, 16mm, 5', OF
Eine Studie darüber, wie man einem potentiellen Liebhaber mitteilt, daß man HIV-positiv ist.


  FELIX
F 1999, Farbe, 92 Min, FSK 16. Mit Sami Bouajila, Patachou, Ariane Ascaride. Regie: Olivier Ducastel und Jacques Martineau
Felix und Daniel leben in Dieppe. Einer Reihe von Umständen ist es zu verdanken, daß Felix einen langgehegten Plan umsetzen kann: Er wird nach Marseille reisen, um seinen Vater zu treffen, den er nicht kennt. Aber Felix ist ein wenig schwärmerisch veranlagt und nimmt keine direkte Verbindung mit dem Zug, sondern zieht es vor, einfach draufloszufahren. Dazu 'leiht' er sich hier und da ein Auto oder reist per Anhalter. Der Zauber des Frühlings, die Landschaft und Begegnungen mit Menschen halten ihn auf. Aufgebrochen, um seinen wirklichen Vater kennenzulernen, baut er sich auf dieser Reise eine ideale Familie zusammen: einen kleinen Bruder, eine Großmutter, einen Cousin, eine Schwester…
Preis der Siegessäule LeserInnen-Jury Berlinale 2000
Preis der TEDDY Jury 2000
 

FIVE WAYS TO KILL YOURSELF
Gus van Sant, USA 1986, 16mm, 4', OF
Lakonische Tagebuchnotizen "Es gibt fünf Methoden, sich umzubringen…" des Kultregisseurs Gus van Sant.


FLAMES OF PASSION
Richard Kwietniowski, GB 1989, 16mm, 18', mit Richard Seymour, Donald Greig
Ein Pendler stiehlt einen verräterischen Fotostreifen auf einem Bahnsteig und sieht sich plötzlich Auge in Auge mit dem jungen Arzt, der darauf abgebildet ist.
FLAMES OF PASSION läuft im Beiprogramm zu LOOKING FOR LANGSTON.


FLORIDA ENCHANTMENT, A
Sidney Drew, USA 1914, 16mm, 60', stumm
Hier ist er: der erste Film der Filmgeschichte mit einer lesbisch-schwulen Thematik! Die Geschlechter-Verwechslungs- und Verwandlungskomödie nach einem Broadway-Stück hat auch nach über 80 Jahren seinen Witz und seine Faszination nicht verloren.


  FLÜCHTIGER ZUG NACH DEM ORIENT, EIN
A 2000, Farbe, 86 Min, FSK o.A. Buch und Regie: Ruth Beckermann, Kamera: Nurith Aviv, Sophie Cadet
Auf den Spuren der Kaiserin Elisabeth von Österreich, uns besser bekannt als 'Sissi'. Seit dem 31. Lebensjahr ließ sie sich nicht mehr fotografieren. Zeitlebens fühlte sie sich in der Monarchinnenrolle deplaziert. Auf der Flucht vor der beengten Wiener Hofwelt verbrachte Elisabeth einen Großteil ihres Leben auf Reisen –inkognito.
„Raffiniert setzen Ruth Beckermann und ihre Kamerafrau Nurith Aviv die Abwesenheit der Frau, die sie doch eigentlich porträtieren wollen, in Bilder um.“ EPD FILM
„Der Film vermittelt die Unruhe, Zerfahrenheit und eilige Selbstverschwendung Elisabeths; er stellt diesem Lebensgefühl die ägyptische Gleichzeitigkeit von Moderne und Archaischem gegenüber und spielt keine seiner Welten gegen die andere aus.“ TAZ
 
  FLUFFER, THE
USA 2001, Farbe, 98 Min, FSK 16. Mit Scott Gurney, Roxanne Day, Michael Cunio, Taylor Negron, Adina Porter, Tim Bagley, Josh Holland, Richard Riehle. Regie: Richard Glatzer, Wash West
THE FLUFFER ist eine Geschichte um Obsessionen, Unterwerfung, Geld und Sex. Im Mittelpunkt steht Johnny Rebel – ein Pornostar im Widerspruch: Zwar ist er augenscheinlich heterosexuell, seinen Lebensunterhalt bestreitet er jedoch als schwuler Star. Einziger Grund: Das liebe Geld. Sean McGinnis ist ein junger und naiver Abenteurer. Er geht nach L.A., um Karriere beim Film zu machen, landet aber in den Armen von Hollywoods illegitimem Stiefkind – der Pornoindustrie. Auch dafür gibt es einen Grund: Johnny Rebel. Julie Disponzio, besser bekannt unter dem Namen Babylon, ist die heißeste Tänzerin des Striplokals LEGGS. Johnny und sie sind seit drei Jahren ein Paar. Sie ist ein harter Brocken, vor Johnnys Machtspielchen braucht sie sich nicht zu fürchten, sie spielt auf derselben Ebene. Aber letzten Endes ist sie im Nachteil. Der Grund: Sie liebt ihn. Sean ergattert einen Job als Kameramann in der Hoffnung, seinem Idol Johnny nahe zu sein. Schon am ersten Tag kommt es zwischen beiden zu einer kuriosen Verbindung, die Sean ein ganz neues Aufgabenfeld eröffnet. Er wird Johnnys FLUFFER. Das heißt: Er soll ihn vor den Aufnahmen auf Touren bringen. Aber während Sean sich nun ganz auf sein Idol konzentriert, wird Babylon zunehmend sauer. Wie Johnny in den Tag hineinlebt und dabei nur an sich denkt, geht ihr gegen den Strich. Tagtäglich hat Babylon es mit geilen Kunden im Striplokal zu tun, Sean mit den Hengsten aus der Pornoindustrie. Beide müssen auf die Knie gehen und wollen ihre Selbstachtung doch nicht verlieren. Und zwischen ihnen steht Johnny, dem das alles zu viel wird…
 

FORBIDDEN LOVE: THE UNASHAMED STORIES OF LESBIAN LIVES
Aeryln Weissman und Lynne Fernie, Canada 1993, 16mm, 84', OF
Lesben in den fünfziger und sechziger Jahren. Zehn Frauen aus Kanada berichten offen von ihrem Coming Out, von ihrer Sexualität und von ihrem Überleben während der konservativen Nachkriegszeit.


  FRANÇOIS OZON KURZFILME
F 1996/97, Farbe, FSK 16 Regie: François Ozon
DAS SOMMERKLEID (Une robe d'été): So ist der Sommer… Sébastien liebt Sheila. Lucia liebt die Jungs. Und Frédéric will eigentlich nur ein Sonnenbad nehmen. F 1996, Farbe, 115 Min, mit Frédéric Manggennot, Lucia Sanchez, Sébastien Charles, Musik: Bang Bang (Sheila)
DER KLEINE TOD (La petite mort): Paul hat alle Verbindungen zu seiner Familie abgebrochen und lebt mit seinem Lover zusammen. Sein Vater kommt ins Krankenhaus, Paul trifft seine Familie wieder… F 1996, Farbe, 26 Min, mit Francois Delaive, Camille Japy, Martial Jacques, Michel Beaujard
BESUCH AM MEER (Regarde la Mer): Sasha, eine junge Engländerin verbringt mit ihrem Baby auf einer kleinen französischen Insel die Ferien. Der Gleichklang der Tage wird von den Bedürfnissen des Babys bestimmt. Eines Tages taucht Tatiana auf und errichtet ihr Zelt im Garten des Hauses. Nach und nach nähert sie sich Mutter und Kind… F 1997, Farbe, 67 Min, mit Sasha Hails, Marina de Van
 
  FRÜHSTÜCK?
D 2002, Farbe, 35mm, 1:1,85, FSK 12, 14 Min. Regie: Alexander Pfeuffer, Kamera: Martin Hoffmann, Schnitt: Brody Fox, Martin Hoffmann. Mit Tobias Schenke, Nico Link, Anna Thalbach.
Der tapsig-junge Boris (Nico Link), neu in der Metropole Berlin, hat nach seinem erfolgreichen Coming-Out nur noch eins im Sinn: "the one and only” zu finden, die romantische Liebe. Als er sich in den gleichaltrigen Kopfverdreher Till (Tobias Schenke ABSOLUTE GIGANTEN) verliebt, sieht er sich allerdings mit einem vollkommen anderen Lifestyle konfrontiert: Till will alles andere als sich festlegen. Werden die beiden es trotzdem schaffen zusammenzufinden - trotz der Stolpersteine im Großstadtdschungel, und viel mehr noch der im eigenen Herzen?
 

FUN DOWN THERE
Roger Stigliano, USA 1989, 16mm, 89', OF, mit Michael Waite u.a.
Ein Landei erobert New York! Die komische Geschichte eines jungen Schwulen, der vom Lande nach New York kommt und sich in zwei Männer verliebt.

 
G
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GENTLEMEN
David Farringdon, GB 1989, 16mm, 14', OF
Auch in den Tabuzonen der Gesellschaft geht die "Show" weiter, etwa beim Schwulensex auf öffentlichen Toiletten-"Klappen".


GEORGE GROSZ IN AMERIKA - SCHÖN IST'S IM LABYRINTH
Norbert Bunge und Christine Fischer-Defoy, D 1991, 16mm, 98'
Portrait des wohl bissigsten Karikaturisten und Malers dieses Jahrhunderts. Kaum bekannt ist jedoch, daß George Grosz die Hälfte seines künstlerisch produktiven Lebens im Exil in den USA verbrachte.


GESCHRIEBENE GESICHT, DAS
Daniel Schmid, Japan/CH 1995, 35mm, 89', OmU, mit Tamasaburo Bando, Han Takehara, Haruko Sugimura, Kazuo Ohno u.a.
Im japanischen Theater werden Frauenrollen traditionell von Männern dargestellt. Daniel Schmids Film ist eine Beobachtung innerhalb dieser Welt, allerdings - so beschreibt der große Kinomagier es selbst - immer aus der Position "drinnen vor der Tür". DAS GESCHRIEBENE GESICHT ist weder ein Film über Japan, noch über das Kabuki-Theater, eher eine Entführung in ein Kabinett von Zeichen, das wir traumhaft schön durchwandern dürfen.


GHOSTS OF THE CIVIL DEAD
John Hillcoat, AUS 1988, 35mm, 90', OmU, mit Nick Cave, Mike Bishop u.a.
Lebendig begraben in einem High-Tech-Knast in der australischen Wüste. Diese Underground-Endzeit-Performance mit Nick Cave inszeniert radikal eine Ästhetik des Schreckens und der Grausamkeit auf einen einzigen Punkt hin: Den unkontrollierbaren Ausbruch von Gewalt.


  GIRL, THE
F/ USA 2000, Farbe, 84 Min. Mit Claire Keim, Agathe de la Boulaye, Cyril Lecomte, Sandra N‘Kake, Ronald Guttman. Regie: Sande Zeig, Buch: Sande Zeig und Monique Wittig
Girl meets girl. In einem Pariser Nachtclub begegnet eine junge Malerin einer rothaarigen Sängerin – Femme fatale, begehrenswert und geheimnisvoll, wunderschön und gefährlich. Eine amour fou um Sex, Liebe und Erotik beginnt, die keinen Raum für abweichende Gefühle zuläßt. Heißblütig fallen die Frauen übereinander her, selten gab es Lesbensex kompromißloser und souveräner zu sehen, zumal beide noch andere Beziehungen haben. Die Malerin bleibt weiterhin mit ihrer langjährigen Freundin zusammen, die Sängerin trifft sich mit Männern. Das Chaos der Leidenschaften ist vorprogrammiert. Als dann auch noch ein zwielichtiger Fremder auftaucht, der die Sängerin zu bedrohen scheint und mit ihr verschwindet, gerät alles aus dem Ruder. Die Malerin wird zusammengeschlagen, als sie versucht Licht ins Dunkel der Geschichte zu bringen, die Sängerin taucht in den Armen des Fremden wieder auf. Die zerstörende Logik der Begierde nimmt ihren Lauf...
"Da weht ein Hauch Rita Hayworth durch den Saal, den frau sich gern gefallen läßt. THE GIRL ist wunderbar gelungenes Genrekino: gefühlvoll, spannend und sinnlich." (SIEGESSÄULE)
 
  GLANZ VON BERLIN, DER
D 2001, Farbe, 84 Min, FSK o.A. Regie: Antje Kruska und Judith Keil
Ingeborg, Gisela und Delia sind zwischen Mitte 40 und Ende 50. Sie leben, putzen und träumen in Berlin. Ingeborg ist schön, einsam und arbeitslos. Im ständigen Bestreben, ihren Alltag auszufüllen, macht sie sich auf die Suche nach einer Putzstelle genauso wie nach einem geeigneten Lebenspartner. Gisela Weiß, ist der lustige Pol in ihrer Putzkolonne, die nachts die Nobel-Boutiquen der Friedrichstadtpassage zum Glänzen bringt. Zu Hause durchlebt sie mit ihrem Ehemann die wohl organisierte Routine einer 35-jährigen Ehe genauso wie die zauberhaften Momente einer all diese Jahre bestehenden Liebe zwischen penibelst abgestaubtem Einbauschrank und Couchgarnitur. Delia kam als junge Frau aus Argentinien nach Europa, um Malerin zu werden. Seit zwölf Jahren putzt sie die Wohnungen betuchter Berliner. Zwischen dem Stolz, eine gute Putzfrau zu sein, und dem Scheitern ihres Traums an den Ansprüchen der Wirklichkeit versucht sie mit boden-ständiger Klugheit ihren Weg zu finden.
"Genau die Dosis Leben, die dem deutschen Kino derzeit oft fehlt!" (TIP)
"Heldinnen des Alltags: Eine unterhaltsame Dokumentation." (DER SPIEGEL)
 

GLEN OR GLENDA - I CHANGED MY SEX
Edward D. Wood, USA 1953, 35mm, 67', OF, s/w
Ed Wood breitet sein dramatisches Leben vor uns aus, glücklicherweise in einer Ernsthaftigkeit, die unfreiwillig zur Komik gerät. Hier auch die berühmte Szene mit dem Angora-Pullover und Bela Lugosis philosophische Reflexionen zu dem Überlebenskampf eines Transvestiten. Siehe auch BRIDE OF THE MONSTER und PLAN 9


GRIEF - DIE KUMMER KOMÖDIE
Richard Glatzer, USA 1994, 16mm, 90', OF, mit Alexis Arquette u.a.
Spermaflecken auf der neuen Besetzungscouch einer Produzentin für Soap-Operas in Hollywood! Es geht in dieser frechen Komödie allerdings nicht wirklich nur um das Eine…

 
H
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  HANS WARNS
D 2000, Farbe / sw, 100 Min, FSK o.A. Mit Florian Höber, Shenja Lacher, Klaus Kircher, Fred Angerstein, Julia Jessen. Buch und Regie: Gordian Maugg, Kamera: Hans Moser
1914, der erst vierzehnjährige Schiffsjunge Hans Warns bricht zu seiner ersten großen Fahrt auf. Die Reise geht nach Chile: Dort soll der Hamburger Viermastsegler 'Herbert' Salpeter für das Deutsche Reich bunkern. Der Erste Weltkrieg steht vor der Tür. Mit an Bord hat Hans seinen einzigen Besitz – eine Photokamera. Die Photographie wird für ihn zur Leidenschaft. So entstehen während seines langen und oft wechselhaften Lebens auf sämtlichen Ozeanen dieser Erde einzigartige Dokumente vom Alltag an Bord, von Großseglern, Dampfschiffen, Schlachtkreuzern und seinen Reisestationen: Internierung während des Ersten Weltkriegs in Chile, Rückkehr ins inflationsgeschüttelte Nachkriegsdeutschland 1921, Reisen nach Ägypten und Norwegen in den späten zwanziger Jahren, verkappte Transportfahrten für die 'Legion Condor' während des Spanischen Bürgerkriegs 1936-1939, Blockadebrecherfahrten nach Norwegen zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bis 1940, Kaperfahrten im Südatlantik auf einem Großkampfschiff der deutschen Kriegsmarine 1940-1941, Nachkriegszeit und Lebensabend in Bremen.
„Eine verschmitzte Geschichtsstunde mit alten Bildern und frischem Humor.“ HAMBURGER MORGENPOST
 

HARTE ZEITEN (TEMPOS DIFICEIS)
Joao Botelho, Portugal 1988, 35mm, 94', OmU, mit Henrique Viana, Julia Britton, Eunice Munoz u.a.
"Der Todesstoß für die gräßlichen britischen Literaturverfilmungen, die sowohl als Filme wie auch als Literatur ungenießbar sind… Joao Botelhos TEMPOS DIFICEIS ist das Höchste an Filmkunst! Der Film läßt Sie denken und lachen – und er ist kürzer als der Charles Dickens-Roman." (LONDOn'S INS AND OUTS).


  HAVANNA MI AMOR
D 2000, Farbe, 80 Min, FSK o.A. Buch, Regie und Montage: Uli Gaulke, Musik: Los Zafiros, Kamera: Axel Schneppat
Jeden Abend versammeln sich die Bewohner Havannas vor ihren Fernsehgeräten, um in die Welt der Telenovelas einzutauchen. Doch immer öfter können die altersschwachen sowjetischen Lizenzgeräte den Wunsch nach Zerstreuung nicht mehr erfüllen. Havanna mi amor erzählt vom Kampf um die letzten Bilder und vom Alltag zwischen den Folgen dieser Endlosserien. Eine Hommage an die Liebe, die alten Fernseher und an eine der schönsten Städte dieser Welt.
„Die lockere Reihung der Einzelgeschichten fügt sich zu einem suggestiven, realistisch-poetischen Stimmungs- und Stadtbild, von der heiteren Melancholie karibischer Musik schwebeleicht umrahmt.“ (DER SPIEGEL)
„Havanna mi Amor trifft genau ins Herz!“ (TAGESSPIEGEL)
„Stimmungsvolles Portrait der schönsten Hauptstadt der Welt.“ (FACTS)
 

 

HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN
Volker Koepp, D 1999, 35mm, 126'
Jeden Tag besucht Herr Zwilling die 90jährigen Frau Zuckermann: Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Czernowitz. Volker Koepps liebevolles, witziges und ergreifendes Portrait ist nicht nur für DIE ZEIT der "schönste Beitrag im Forum 1999". Siehe auch UCKERMARK und KURISCHE NEHRUNG

 
I
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ICH LIEBE DICH
Wilhelm Hein, D 1994, 16mm, 5'
Ein Dokument für alle, die Manfred Salzgeber persönlich kannten und seine lebendig-traurigen Augen lieben.


ILLEGAL TENDER
Paul Bettell, GB 1986/87, 16mm, 14', OF
Ein kurzer Liebesfilm. Zärtlichkeiten zwischen jungen Männern. Paul Bettell überzeugt durch seine scheinbar undramatische Selbstverständlichkeit – oder erzeugt Aggressionen beim "normalen" Publikum. Im Paket mit THE DREAM MACHINE und OSTIA


IM HIMMEL IST DIE HÖLLE LOS
Helmer von Lützelburg, D 1986, 35mm, 85', mit Billie Zöckler, Barbara Valentin, Dirk Bach, Marieanne Sägebrecht, Kurt Raab, Harry Baer u.a.
Dieser Film ist eindeutig geschmacklos, bös-subversiv und schlichtweg genial. Käseburg, eine deutsche Kleinstadt, ist im Fernsehfieber. Willi Wunder, beliebtester Showmaster der Nation, Kanal 62, ist mit seinem gesamten Team für eine Live-Show im Hotel "Himmel" abgestiegen. Wenn in der EDITION SALZGEBER unentdeckte Perlen der Filmgeschichte gehütet werden, ist es bei IM HIMMEL IST DIE HÖLLE LOS besonders tragisch, denn nirgendwo sonst wird der bundesdeutsche Fernsehalltag so böse und so weitsichtig auf die Schippe genommen.


IT DON'T PAY TO BE AN HONEST CITIZEN
Jacob Burghardt, USA 1984, 16mm, 90', OF, mit Reed Bye, Allen Ginsberg, William Burroughs u.a.
Was wie das Motto für den aufrechten Steuerbürger klingt, ist eine rasante Komödie um einen jungen Dokumentarfilmer in New York, der gerade seine ambitionierte Komödie über Taubenzüchter fertiggestellt hat, und bei einem der ortsüblichen Raubüberfälle seine einzige Filmkopie verliert. Der Film hat eine besondere Note, weil sich ALLEN GINSBERG als gerissener Anwalt, WILLIAM BURROUGHS als cooler Mafia-Boss und BILL RICE als zynischer Trinker ("Gib's zu, das war ein Pornofilm") die Ehre geben.


INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM
Greta Schiller, USA 1987, 16mm, 35', OmU
Die Süßen legen los: Jazz, schwarz und weiblich. Der mit TINY & RUBY im Paket ausgelieferte Film erzählt ein Kapitel der Frauen-Geschichte in den USA, die vergessen oder bewußt verdrängt wurde. ... wer die SWEETHEARTS durch eine Reihe alter Jazznummern "röhren" hört und sieht, versteht den "Joy of Music". Siehe auch MAXINE SULLIVAN oder TINY & RUBY

 
  IRON LADIES – SA TREE LEX
TH 2001, Farbe, 104 Min, FSK 16, OmU. Mit Kokkorn Benjatikul, Ekachai Burnapanich, Jojo Mioxshi, Chaichan Nimpoolsawasdi, Jesdaporn Pholdee, Teerachai Puekpiman, Sahaparp Virakamintr. Regie: Yongyooth Thonkonthun
Die thailändische Volleyball-Bundesliga – eine harte Sportlerwelt der starken Sprüche. Ein ganz spezielles Team befindet sich hier auf dem Weg zur Landesmeister-schaft: Trainiert von der charismatischen Lesbe Bee pritschen und baggern in der Mannschaft Drag-Queen-Drillinge, ein transsexueller Bühnenstar, ein muskelbepackter Fingernagel- und Make Up-Spezialist, ein stiller Prä-Coming Outler, all jene, die zwar gut spielen, aber in regulären Mannschaften aufgrund von Homophobie und Machogehabe keine Chance hatten. Feindseligkeiten von außen, abgebrochene Fingernägel, Liebeskummer und verlaufene Schminke können der Motivation keinen Abbruch tun…
Die temporeiche, charmante Komödie war der absolute Knaller auf den internationalen Festivals, spielte sich in die Herzen der ZuschauerInnen und heimste zahlreiche Preise ein (unter anderem den LESERINNENPREIS der SIEGESSÄULE und eine SPECIAL MENTION der BERLINALE Teddy-Jury 2001). IRON LADIES wurde der kommerziell zweiterfolgreichste Film Thailands.
"Überdrehte Comedy voller Herz und Humor, die meisterhaft die feine Balance zwischen ,feelgood movie‘ und harscher Realität einhält."(Dietmar Kammerer in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG)
 
J
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JAZZ SEEN
D 2001, Farbe, 80 Min, FSK o.A. Mit William Claxton, Peggy Moffitt und Burch Bacharach, David Bailey, Glyn Callingham, Benny Carter, Steve Christ, Kurt Elling, David Fahey, John Frankenheimer, Russ Freeman, William Gottlieb, Chico Hamilton, Ben Harper, Dennis Hopper, Diana Krall, Richard Lewis, Hermann Leonhard, Russel Malone, Helmut Newton, Jim Rakete, Vidal Sassoon, Benedikt Taschen, Jacky Terrasson, Cassandra Wilson. Buch und Regie: Julian Benedikt
Nach BLUE NOTE – A STORY OF MODERN JAZZ über das gleichnamige New Yorker Kultlabel, widmet sich JAZZ SEEN dem kalifornischen Gegenstück, dem West Coast Jazz und seinem faszinierenden Umfeld – gesehen durch das Auge von Photograph William Claxton. Ein Film wie eine Reise von der Vergangenheit in die Gegenwart. Vierzig Jahre amerikanische Pop-Kultur, gespiegelt im außerordentlichen Werdegang des wohl berühmtesten Jazz-Fotografen der Welt.
Regisseur Julian Benedikt stellt Schlüsselepisoden aus Claxtons Leben nach und verwebt sie mit einer sehr persönlichen Auswahl an Originaldokumenten. In zahlreichen Interviews mit Zeitgenossen aus Jazz und Entertainment wie Dennis Hopper, Burt Bacharach und Helmut Newton bietet JAZZ SEEN einzigartige Einblicke in die Arbeitsweise und Gedankenwelt eines großen Augenzeugen. Das Gewicht legt Benedikt dabei auf die sehr kreative Beziehung zwischen Claxton und seiner Frau Peggy Moffitt, einem ehemaligen Starmodel und einer Pionierin der modernen Modepräsentation. Wenn man genau hinsieht, erzählen Claxtons Bilder ganze Geschichten und leise ertönt der Jazz seiner bevorzugten Objekte. Claxton hat ihre Musik visualisiert. Wir hören mit den Augen.
 

JEAN GENET IS DEAD
Constantine Giannaris, GB 1987, 16mm, 40', OF, mit Steven Mc Lean, Rafael Penas
Reflexionen über den Dichter in Tanger und das Sterben eines Freundes mit AIDS. Die zentrale Metapher bei Genet, das Gefängnis, wird übertragen auf die isolierte Situation von Schwulen, die allgegenwärtige Bedrohung durch Tod und Verlust.


JECKES – DIE ENTFERNTEN VERWANDTEN
Jens Meurer, D 1997, 35mm, 98'
Deutschstämmige Juden, die in den 30er Jahren oder nach dem Holocaust nach Israel kamen, werden "Jeckes" genannt. Ihr Sinn für Ordnung, ihre Effizienz und ihre Akkuratesse, die ihnen nachgesagt wird und die sie sich auch selbst zuschreiben, ist auch in diesem Land eher berüchtigt als berühmt.

 
  JENSEITS VON TIBET
Deutschland 2000, Farbe, 90 Min, OmU, FSK o.A. Mit Santrra Oxyd, Ngawang Gelek. Regie: Solveig Klaßen, Kamera: Lutz Reitemeier
Die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen der deutschen Punkmusikerin Santrra Oxyd und dem tibetanischen Lama und Exilanten Ngawang Gelek, die von Indien zum Bodensee und von Berlin bis aufs Dach der Welt führt. War es Liebe auf den ersten Blick, als Santrra ihm vor seiner Hütte begegnet, oder wie Gelek glaubt, das Karma aus ihrem letzten Leben? Um Santrra zu heiraten und nach Europa zu gehen, gibt Gelek seine Mönchsgelübde zurück. Heute leben Gelek und Santrra mit ihrer Tochter Tara eng und bescheiden in einer kleinen Dachwohnung in Berlin. Santrra schlägt sich mit alten und neuen Songs in der Off-Musikszene durch. Gelek betet täglich mehrere Stunden in der Fußgängerzone und trifft dort seine Schüler: Buddhisten, Esoteriker, Alkoholiker und Punks.
"Es ist phantastisch zu sehen, wie es Solveig Klaßen gelungen ist, auf einer ganz tiefen, durch und durch ehrlichen, persönlichen Ebene die Verschmelzung zweier unterschiedlicher Kulturen darzustellen, wie sie fremder nicht sein können – ein Dokumentarfilm in seinem besten Verständnis." (CLEMENS CUBY, Bayerischer Dokumentarfilmpreis) MEHR>>
 
K
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KAMIKAZE HEARTS
Juliet Bashore, USA 1986/89, 16mm, 85', OmU, mit Tigr Mennett, Sharon Mitchell u.a.
"Kühn, verwegen und verstörend…", die Liebesgeschichte einer selbstsüchtigen Pornoproduzentin und eines heroinsüchtigen Pornostars. Lesbische Liebe, ein demaskierter Einblick in das Innere einer Verwertungsgesellschaft, und die irritierende Auseinandersetzung mit dem obskuren Objekt der Begierde: der Kamera.

KEN DEATH GETS OUT OF JAIL
Gus van Sant, USA 1988, 16mm, 5', OF, s/w
Ein Portrait am Rande der Straße. Ein Jugendlicher, gerade aus dem Gefängnis entlassen, entwirft ein düsteres Bild seiner Empfindungen.


  DIE KÖNIGEN – MARIANNE HOPPE
D 2000, Farbe, 101 Min, FSK o.A. Mit Maren Eggert, Judith Engel, Martina Gedeck, Evelyn Künneke, Martin Wuttke. Buch und Regie: Werner Schroeter
Fast unnahbar und majestätisch wie eine Königin steht Marianne Hoppe, die Grand Dame der deutschen Schauspielkunst des 20. Jahrhunderts, im Zentrum einer filmischen Annäherung, die Werner Schroeter kunstvoll inszeniert – eine Collage aus biographischen Rückblenden, Bühnen- und Filmauftritten und Begegnungen. Weggefährten und Kollegen aus der Theater- und Filmwelt treffen die Vergangenheit. Marianne Hoppe ist mit ihrem Leben und Werk eine Jahrhundertgestalt. Es war – auch in den finsteren Jahren 1933-45 – ein Leben für die Kunst. Marianne Hoppe in einem inneren Dialog mit ihrer Vergangenheit, manchmal an der Grenze des Verstummens. Ein Portrait, von dem auch die grandiosen Studien eines bis ins hohe Alter wunderbar ausdrucksvollen Gesichtes haften bleibt.
„Ein ungewöhnlicher und wunderbarer Porträtfilm, weil er die Persönlichkeit von Marianne Hoppe in ihrer Widerssprüchlichkeit schildert. Jeder Ort, an dem sie auftritt, wird sofort zur Bühne.“ (JUNGLE WORLD)
„Eine Liebeserklärung an die heute 90jährige Marianne Hoppe.“ (FILMECHO / FILMWOCHE)
 

KOPF DES MOHREN, DER
Paulus Manker, A 1995, 35mm, 116', mit Gert Voss, Angela Winkler u.a.
Eine Reise in die Einsamkeit, das stetige Abdriften in den Wahnsinn, die Figur eines sensiblen Menschen vor dem Hintergrund tagtäglicher Nachrichten über Umweltkatastrophen.

 
KURISCHE NEHRUNG
Deutschland 2001, Farbe, 92 Min, FSK o.A. Regie: Volker Koepp, Kamera: Thomas Plenert
Dort an sarmatischen Ufern: Die Memel fällt durch ein Delta ins Kurische Haff. Vom Meer, der Ostsee, ist das Haff durch die Kurische Nehrung getrennt. Diese wundersame Landzunge ist 100 Kilometer lang und oft nur ein paar hundert Meter breit. Der Sand hat manche Orte verschluckt, erst seit etwas mehr als hundert Jahren stehen die Dünen durch Bepflanzung. Besiedlung durch Kuren und Deutsche. Nach dem Ersten Weltkrieg wird der nördliche Teil litauisch und nach dem Zweiten Weltkrieg wird der südliche russisch. Auch die neu angesiedelten Menschen leben meist vom Fischfang.
"Die Liebe zur Vielfalt der Erscheinungen, die aus jeder Einstellung dieses Dokumentarfilms spricht." (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG) Siehe auch UCKERMARK und HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN.
 
  KURT WEILL
D 2001, Farbe / sw, 97 Min, FSK o.A. Mit Milva, Kathrin Angerer, Stefanie Wüst, Udo Lindenberg und das Panik Orchester, Kaja Plessing und Gerhart Roscher, Willem Breuker Kollektief, David Lefkowitz, Blixa Bargeld, Jocelyn B. Smith, Henning Schmiedt (Klavier). Buch und Regie: Sven Düfer
Kurt Weill – kaum einer hat den Rhythmus der zwanziger Jahre, vielleicht des gesamten 20. Jahrhunderts so genau eingefangen wie er. Jüdische Traditionen, Jazz Rhythmen und Gershwin Melodien verbinden sich zu einem unverwechselbaren Werk innerhalb der modernen Musik. Mit dem Weill-Kenner Dr. Jürgen Schebera als Tour Guide macht sich Regisseur Sven Düfer auf die Suche nach den Lebensspuren des großen Komponisten. An den biographischen Stationen Dessau, Berlin, Paris und New York kommen sowohl heutige Musiker und Weill-Interpreten als auch Zeitzeugen zu Wort. Eine Collage aus historischen Dokumenten und heutiger Sicht, aus Vergangenem und Gegenwärtigem entsteht. Bisher nicht gehörte Freunde und Mitarbeiter Weills erzählen in Anekdoten und Geschichten über Leben und Sehn-süchte des Komponisten. Interpreten wie Milva, Blixa Bargeld, Kathrin Angerer, Udo Lindenberg, Stefanie Wüst, das Willem Breuker Kollektief und Jocelyn B. Smith liefern an den historischen Schauplätzen heraus-ragende Interpretationen von Weill-Songs und thematisieren ihre
musika-lischen Beziehungen zu Weill und seinem Werk.
 
L
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LIEBE IM ZEITALTER VON AIDS
Kurzfilmprogramm, USA/GB/D 1986-90, 16mm, ca. 100', OF
"Ein besonderes Programm - über die Arbeit mit AIDS. Sicherlich nicht leicht - aber lohnend," so Manfred Salzgeber im März 1991 in einem Beiblatt mit Arbeitshilfen zum Einsatz des Kurzfilmprogramms. Die Filme reichen vom Mitleid, über sarkastischem Humor bis zur Verstörung und sollten mit einer Einführung, Kommentaren, Übersetzungen und Diskussionen gezeigt werden. Beschreibungen zu den einzelnen Filmen finden sich in dieser Filmliste oder es wird auf Wunsch gerne jenes Beiblatt aus dem Jahre 1991 geschickt. Die Titel: LIVING WITH AIDS, SONG FROM AN ANGEL, FIVE WAYS TO KILL YOURSELF, FEAR OF DISCLOSURE, BOYS / LIFE, GENTLEMEN.


LIFE IS SWEET
Mike Leigh, GB 1990, 35mm, OmU und OF, Dolby Stereo, 102', mit Jim Broadbent, Claire Skinner, Timothy Spall, Alison Steadman u.a.
Ob Imbisswagen, Gartenidylle, Magersucht, französisches Spezialitätenrestaurant oder Arbeitslosigkeit: LIFE IS SWEET im England nach Thatcher. Das Leben ist so süß, daß einem mitunter speiübel werden kann…


  LIKE IT IS
GB 1998, Farbe, 93 Min, FSK 16. Mit Roger Daltrey, Dani Behr, Ian Rose, Steve Bell. Regie: Paul Oremland, Buch: Robert Gray, Kamera: Alistair Cameron
Mit Sex und Glamour avancierte LIKE IT IS bereits zum schwulen Kulthit in Großbritannien. Craig, gerade 21 Jahre, verdient sich sein Geld mit illegalen Boxkämpfen im rauhen Arbeitermilieu von Blackpool. Sich in dieser Umgebung zu outen, wäre glatter Wahnsinn. Erst durch einen heftigen One-Night-Stand mit dem coolen Londoner Matt erwacht in Craig die Sehnsucht, das Leben der schwulen Metropole kennenzulernen. Er beschließt, Blackpool den Rücken zu kehren, und folgt seinem Schwarm in die Clubszene Sohos. Als Musikmanager von Boygroups zählt Matt zur Party-Prominenz, und so gibt es für den jungen Boxer einen ganz neuen Lifestyle zu entdecken, der ihn schlicht überwältigt. Sex, Drogen, Techno und nie gekannte Leidenschaft läßt das ungleiche Paar eine zeitlang über ihre unterschiedliche Herkunft hinwegsehen. Doch die Fassade bröckelt. Tief verletzt flüchtet Craig nach Blackpool zurück, um sich in einem letzten Kampf seinen Ängsten zu stellen. Und auch Matt muß entscheiden, zu wem er letztendlich gehören will. Schnell, hart und unglaublich sexy - ein Film, der die Zuschauer kompromißlos in die Welt seiner Protagonisten entführt.
„Sex, Glamour und eine aufwühlende Love-Story. Der veritable Nachfolger von Beautiful Thing“ (VILLAGE VOICE)
 

LIVING WITH AIDS
Tina Di Feliciantonio, USA 1986, 16mm, 24', OmU
Der Film erzählt die bewegende Geschichte eines jungen Mannes aus San Francisco, Todd, der AIDS hat, und der fünf Menschen, die ihm mit praktischer und emotionaler Hilfe Beistand leisten. Mitten in den Dreharbeiten starb Todd, zweiundzwanzigjährig.


LOOKING FOR LANGSTON
Isaac Julien, GB 1989, 16mm, 50', s/w, OF m. dt. Vorspann, mit Matthew Baido, Ben Ellison, Akim Mogaji u.a.
Kein Dokumentarfilm, sondern eine selten gelungene Balance zwischen Bildern und Texten, dramatischen Spielszenen und Archivaufnahmen. Die sinnliche Vorstellung von dem, was Harlem in den zwanziger bis vierziger Jahren gewesen ist, war noch in keinem Film so gegenwärtig. Im Beiprogramm: FLAMES OF PASSION.


LONG WAY HOME, THE
Mark Jonathan Harris, USA 1997, 35mm, 114 Minuten, OmU, erzählt von Morgan Freeman, Martin Landau, Michael York u.a.
Der ,lange Heimweg' von 300.000 jüdischen Überlebenden der Konzentrationslager. Ein Bleiben in Europa war genauso unmöglich wie die Einreise in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina. OSKAR für den besten Dokumentarfilm 1998.


  LOST SONS
D, S 1999, Farbe, 78 Min, FSK 16. Regie: Fredrik von Krusenstjerna, Kamera: Peter Dörfler
Ingo Hasselbach galt jahrelang als der 'Gauleiter von Berlin'. Sein medienwirksamer Ausstieg aus der rechten Szene im Jahre 1993 wurde als lobenswertes Beispiel bejubelt, aber auch beargwöhnt.
Der schwedische Dokumentarfilmer Fredrik von Krusenstjerna zeigt in 'Lost Sons' Ingo Hasselbachs Suche nach einem Leben in der Normalität und den Versuch einer Wiederannäherung an Hans Canjé, seinen leiblichen Vater, einen überzeugten Antifaschisten und Kommunisten, der bis zur Wende in der DDR ein bekannter Journalist war.
„Einmal Nazi, immer Nazi? Sieben Jahre nach seinem medienwirksamen Ausstieg aus der Szene, sucht Ingo Hasselbach, der 'Gauleiter von Berlin' noch immer nach einem normalen Leben.“ (CINEMA TAZ)
 

LOVE'S PRESENTATION
James Scott, GB 1965, 16mm, 25', s/w, OF, mit David Hockney
Klassischer britischer Humor: David Hockney erläutert in diesem Kabinettstück, wie man Strichätzungen herstellt. Unter der Beschreibung der Technik liegt freilich etwas ganz anderes: Das Begehren des Künstlers, das sich in den Arbeiten, die als Illustrationen der Technik herangezogen werden, ganz eindeutig als ein homosexuelles zeigt. David Hockney illustriert Gedichte von Kavavis… Im Paket mit WHAT CAN I DO WITH A MALE NUDE


LUDWIG 1881
Fosco und Donatello Dubini, D/CH 1993, 35mm, 90' mit Helmut Berger, Max Tidof, Nina Hoger
Helmut Berger als König Ludwig II. auf Schillers Spuren in der Schweiz. Sein Hofschauspieler Kainz soll Wilhelm Tell in Naturkulisse rezitieren.

 
M
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MACHORKA MUFF
Jean-Marie Straub / Danièle Huillet, D 1962, 35mm, 20', s/w, mit Erich Kuby, Renate Lang, Rolf Thiede u.a.
"Nur weil ich aus der Böll'schen Satire eine nackte Waffe geschmiedet habe für die vielen, die weder 'militaristisch' noch 'antimilitaristisch' sind und die - als Liebhaber des Western - Augen und Ohren haben für das, was mein alter Meister Robert Bresson 'matière cinématographique' nennt, sitzen die Verleiher (damals noch nicht die EDITION SALZGEBER) immer wieder vor dem Film wie welche, die Pornographie erwartet haben und denen man eine Marmorvenus zeigt!" (JEAN-MARIE STRAUB im März 1963).
Im Beiprogramm von NICHT VERSÖHNT.


MALA NOCHE
Gus van Sant, USA 1985/86, 16mm, 80', s/w und Farbe, OmU, mit Doug Cooeyate, Ray Monge und Tim Streeter
Ein wahrer Klassiker und der erste große Erfolg von Gus van Sant. In furiosen Schwarzweiß-Bildern erzählt diese sehr private Geschichte am Rande einer Nacht von den Querelen, mit denen einer lebt, wenn er sich mit Strichern abgibt. Und das im amerikanischen Portland, Oregon, wohin das Schicksal ab und zu junge "illegale" Mexikaner treibt…


MANDRAGORA
CZ 1998, Farbe, 130 Min, FSK 16. Mit Mirek Caslavka, David Svec, Miroslav Breu, Jiri Kodes, Karel Polisensky. Buch, Schnitt und Regie: Wictor Grodecki, Musik: Wolfgang Hammerschmid
Der 16-jährige Marek, ein Junge mit Engelsgesicht und einer gerade gestohlenen Jacke, kommt auf dem Prager Hauptbahnhof an. Sofort wird er von einem Mann namens Honza angesprochen, der ihm schnell verdientes Geld anbietet. Marek ist zu naiv, um zu erkennen, daß er gerade als Stricher geködert wird. Honza setzt ihn unter Drogen und bringt ihn zu seinem ersten Kunden. Marek erwacht im Zimmer eines Homosexuellen, der Sex mit ihm hatte. Noch etwas wacklig nimmt er seinen Lohn und kehrt zum Bahnhof zurück, wo Honza seinen Anteil verlangt. Andere Zuhälter werden auf den jungen Neuankömmling aufmerksam und verlangen ebenfalls Anteile. Da der Junge nicht zahlen kann, wird er zusammengeschlagen. Als Honza ihm einen zweiten Kunden anbietet, geht er auf das Angebot ein. Es hat nur wenige Stunden gedauert, um aus dem Jungen einen Stricher zu machen…
Mandragora ist Wiktor Grodeckis fesselnde Dramatisierung seiner Dokumentationen NOT ANGELS BUT ANGELS und BODY WITHOUT SOUL.
 

EL MAR – DAS MEER
Agustí Villaronga, ES 1999, 35mm, 107', Farbe, OmU, mit Bruno Bergonzini, Roger Casamajor, Angelina Molina
Traumatische Kindheitserinnerungen, religiöse Obsessionen und unterdrückte Leidenschaften vor dem Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs und der Franco-Zeit: Agusií Villarongas EL MAR - DAS MEER nach dem gleichnamigen Roman von Blair Bonet zeigt eine Melange Mystik, Tod und erotik in einer versteinerten Gesellschaft, in der Katholizismus herhalten muß, wenn Menschlichkeit gefragt wäre… MEHR>>


  MARLENE DIETRICH – HER OWN SONG
D 2002, 35mm, 100 Minuten, Dolby SR, 1:1,85, OmU. Mit Burt Bacharach, beate Klasfeld, Hildegard Knef, Maria Riva, Volker Schlöndirff, Nicholas von Sternberg. Marlenes Stimme in der DF: Hanna Schygulla. Erzähler: Volker Risch. Regie: J. David Riva. Buch: Karin Kearns
Marlene Dietrichs glamouröses Leben ist, so scheint es, ein offenes Buch. Zahlreiche Filme und Bücher nehmen für sich in Anspruch, jedes Detail der schauspielerischen Karriere und jede Nuance der Persönlichkeit Marlenes bereits ausgeleuchtet zu haben. Nahezu unbekannt geblieben sind dabei die Hintergründe, die den Star dazu bewegten, ihr bequemes Leben in Hollywood zeitweise aufzugeben und sich mit Auftritten und Konzerten auf dem europäischen Kriegsschauplatz zu engagieren. MARLENE DIETRICH – HER OWN SONG ist der wenig dokumentierten Auseinandersetzung über Marlenes politisches Anliegen während des zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit auf der Spur. Zum Vorschein kommt die unbekannte Seite eines Stars im Wechselbad politischer Intrigen, künstlerischen Könnens und kompromißloser Emotionen – fernab der Hollywood-Herrlichkeit. Stimmen von Augenzeugen, Freunden, Verwandten, Kollegen wie Marlenes Tochter Maria Riva, Volker Schlöndorff, Burt Bacharach, Hildegard Knef, Beate Klarsfeld und Kriegsveteranen beider Seiten lassen ein Bild von beispielloser Intimität über die Dietrich und ihr politisches Engagement während des zweiten Weltkrieges und die Zeit danach entstehen. Ihre Aussagen, Marlenes persönliche Tagebücher und Material über ihre Treffen mit Hitlers Helfern und Henkern werfen ein neues Licht auf die komplexe Beziehung Marlenes zu Amerika und Nazi-Deutschland und liefern den möglichen Schlüssel zum Verständnis ihrer Arbeit.
Bisher unveröffentlichtes oder neu entdecktes Dokumentar-material sowie noch nie gezeigte Filme aus Marlenes Privatsammlung helfen, die Ereignisse in Einklang zu bringen, die die Dietrich zum instrumentalisierten Teil der geheimen Propagandamaschinerie beider Seiten werden ließ.
 

MAROCAIN
Elfi Mikesch, D 1989, 16mm, 87', Farbe, Dt./Frz./Arab. OF m.engl.UT, mit Eva Lehmann, Traute Hoess, Adelhadi El Aidi u.a.
Beim offenen Sich-Einlassen (manchmal auch Sich-Treiben-Lassen) erschließen sich für zwei Frauen auf einer Reise nach Marokko neue Welten und Verknüpfungen. Schatten hat neben Licht seine eigene Berechtigung und Wichtigkeit, und Sprache ist nicht nur Information sondern auch Klang, Melodie und Farbe.


MAXINE SULLIVAN: LOVE TO BE IN LOVE
Greta Schiller, USA 1990, 16mm, 48', OF
Das Portrait der Jazzvokalistin Maxine Sullivan, das den dritten Teil zu INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM und TINY & RUBY - HELL DIVIN' WOMEN darstellt. Die Sängerin Maxine Sullivan war internationaler Star am Broadway, in Hollywood-Filmen und bei allen "heißen" Events der Zeit und inspirierte unter anderem Ella Fitzgerald zu ihrer Karriere.


MEERMANNS BAUMHAUS
Anna Annegret Pein, D 1992, 35mm, 60', mit David Bilbring, Elisabeth Goebel, Petra Zieser u.a.
Das Ehepaar Meermann muß ins Altersheim ziehen. Der Mann kümmert sich um seine senile und bettlägrige Ehefrau. Ihr gemeinsames Leben zieht vorbei, immer wieder unterbrochen von der tristen und traurigen Routine des Heimes. Der sensible Film beruht auf Erfahrungen, die die Regisseurin als Altenpflegerin sammeln konnte.


  MEINE SCHWESTER - A MA SŒUR
Frankreich / Italien 2001, 95 Min,35mm, Farbe, OmU. Mit Anaïs reboux, Roxane Mesquida, Libero de Rienzo, Arsinée Khanjian, Romain Goupil und Laura Betti. Buch und Regie: Catherine Breillat
Anaïs ist zwölf und scheint die Last der Welt auf ihren Schultern zu tragen. Das Mädchen ist fett – ihr Körper zugleich ein Bollwerk gegen den Schmerz und ein schützender Panzer. Passiv im Hintergrund stehend oder schlicht von den anderen verstoßen, wird sie zur Beobachterin. Sommer, Familienurlaub am Meer – und Anaïs erste Erfahrung mit der Liebe, allerdings nicht die ihrer eigenen, sondern die ihrer geliebten und gehaßten Schwester. Elena ist 15 und sieht verteufelt gut aus. In einem Café begegnen die beiden Fernando, einem jungen Jurastudenten aus Italien, den die hübsche Elena gleich bezirzt. Fernando ist zwar wegen Elenas Alter zunächst vorsichtig, doch die Aussicht auf eine sommerliche Affäre läßt ihn schnell seine Zurückhaltung ablegen. Eines Nachts – der Vater der beiden Mädchen ist bereits nach Paris zurückgekehrt – schleicht sich Fernando in das Haus der Familie. Anaïs, die mit ihrer Schwester ein Zimmer teilt, beobachtet unbemerkt Fernandos letztendlich erfolgreichen Verführungs-versuch, dreht sich um und schläft ein. Ein paar Tage später zeigt Elena ihr einen Ring, den sie von Fernando geschenkt bekommen hat. Anaïs fällt gleich auf, daß es sich um ein wertvolles Stück handelt und beschwört Elena, das Schmuckstück zurückzugeben. Als Fernandos Mutter zu Besuch kommt und der Mutter der Mädchen erzählt, daß ihr ein Ring fehlt, fliegt die ganze Geschichte auf. Wutentbrannt fordert sie ihre Töchter zum Packen auf, bricht den Urlaub ab und tritt die lange Heimreise an. Während sie verbissen schweigend das Lenkrad umklammert, sitzen die Mädchen heulend im Fond. Auf einer Raststätte legen sie eine Pause ein und eine furchtbare Katastrophe nimmt ihren Lauf…
OFFIZIELLER WETTBEWERBSBEITRAG Internationale Filmfestspiele Berlin 2001
LVT-MANFRED-SALZGEBER-PREIS Internationale Filmfestspiele Berlin, 2001
MOVIE ZONE AWARD Rotterdam International Film Festival 2002
BESTER FILM Chicago International Film Festival 2001
 

MEN IN LOVE
Marc Huestis, USA 1990, 35mm, Farbe, 90', Dolby Stereo, OF, mit Doug Self, Emerald Starr, Joe Tolbe u.a.
Marc Huestis, der Regisseur von CHUCK SOLOMON - COMING OF AGE und SEX IS…, drehte diesen Film als Auftragsarbeit für eine "New Age"-Gruppe in San Francisco. Der Spielfilm über schwule Männer und ihre Lieben im Angesicht der AIDS-Krise lief in den USA monatelang. "Would you still want to be my lover if I tested positive?" ist die Fragestellung.


MERCEDES - MON AMOUR
Bay Okan, Türkei/D/F 1993, 35mm, 100', mit Ilyas Salman, Alexander Gittinger, Valérie Lemoine, Micky Sebastian
Der türkische Straßenkehrer aus München hat sich den Traum seines Lebens erfüllt: ein bronzefarbener Mercedes 350 SEL. Auf dem Weg in die Türkei passiert natürlich eine Katastrophe nach der anderen, und mit einem qualmenden Schrotthaufen nähert er sich seinem Heimatdorf in Anatolien…


MIDNIGHT DANCERS
Mel Chionglo, Philippinen 1994, 35mm, 110', OmU
Joel, Dennis und Sonny arbeiten als midnight dancers in den Gay-Bars Manilas. Ihr Geschäft ist hart, ihre Träume eine Familie und ein geregeltes Leben. Die gezeigten Bilder sind wohl zu realistisch und deshalb wurde der Film auf den Philippinen verboten.


MONDJÄGER
Jens-Peter Behrend, D 1989, 16mm und 35mm, 90', mit Marie Bierstedt, Agnelo Temrité-Wadzatse, Karl Michael Vogler u.a.
Die Geschichte von Kathrin, die mit ihrem Großvater nach Brasilien fährt, um zu erfahren, warum ihr Vater ums Leben gekommen ist. Kinderfilm mit einer Altersempfehlung von 10 bis 14 Jahren. "Ein Film, den ich jedem empfehlen kann!" (VOLKER LUDWIG, GRIPS Theater Berlin)


MOSES UND ARON
Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, D/A/I 1974, 35mm, 110', mit Günther Reich, Louis Devos, Eva Csaspò
"Nach einer Oper in drei Akten von Arnold Schönberg. Durch radikalen Bruch mit den herkömmlichen Regeln der Filmnarration und durch Dekonstruktion eingeschliffener Wahrnehmungen wird aus der Vorlage ein bis ins letzte Detail formal beherrschender dialektischer Diskurs über Zusammenhang von Volk, Individuum und Macht." (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS)


  MURATTI UND SAROTTI
D 2000, Farbe, 80 Min, FSK o.A.. Regie: Gerd Gockell, Kamera: Thomas Bartels, Animation: Holger Jaquet
Auf einer Reise durch ein surreales Archiv wird ein bisher kaum beachteter Teil deutscher Filmgeschichte aufgespürt. Mit Hilfe verschiedener Animationstechniken, Originaldokumenten und animierter Interviewcollagen beleuchtet Muratti & Sarotti die Arbeit deutscher Trickfilmer von den 20er bis zu den 60er Jahren: Angefangen bei den Werken legendärer Pioniere wie Oskar Fischinger oder Walter Ruttmann, über den Versuch der Nazis, Disney zu kopieren und der Emigration der frühen Avantgardisten, bishin zur unterschiedlichen Entwicklung des Animationsfilms in Ost und West.
Dabei betritt auch Muratti & Sarotti selbst filmästhetisch Neuland: Der Film ist nicht nur Dokumentarfilm, sondern selbst von der ersten bis zur letzten Einstellung animiert.
"Die Trickfilmfreunde jenseits von Disney und Co. werden ihre helle Freude an diesem 80-Minüter haben. Garantiert."(OXMOX)
"Ein ebenso unterhaltsamer wie informativer Film, der Pionierarbeit leistet. Sehenswert." (FILMDIENST)
 

MUTTER UND SOHN
Aleksandr Sokurov, D 1997, 35mm, 82', mit Gudrun Geyer und Aleksej Ananischnov
Die tiefe Zuneigung, die ein Sohn für seine sterbende Mutter empfindet. Lange Einstellungen von Weizenfeldern, Wolken, die über Hügel kriechen, dämmerige Räume - als hätte Caspar David Friedrich einen Film gedreht.


MY NEW FRIEND
Gus van Sant, USA 1986, 16mm, 5', OF
Essay über die Einsamkeit, wenn man auf jemanden wartet, der nicht so richtig weiß, ob er geliebt werden will… Kein "Tod in Venedig" – eher noch so eine Geschichte auf amerikanischen Parkplätzen

 
N
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  NACH DER EISZEIT
Trevor Peters, D 1998, 88 Minuten
Das Leben von fünf lesbischen Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Suche nach dem eigenen und selbstbestimmten Leben, die engstirnige Gesellschaftsform der DDR mit ihrer allumfassenden Kontrolle und auch die Provinz als solche – mit wenig Raum für Außenseiter – sind Themen des Films.
 
  NACHTTANKE
D 1999, Farbe, 88 Min, FSK o.A.. Buch und Regie: Samir Nasr, Kamera: Stefan Runge
Eine Tankstelle in Deutschland, Sommer 1998. Durchgehend geöffnet. Durchgangsort für die einen, Zuflucht für die anderen. Hier stoßen Menschen aufeinander, die sich an keinem anderen denkbaren Ort begegnen würden. Die Tankstelle ist ein melting pot der besonderen Art. Gedreht wurde an der stark frequentierten Nachttankstelle in der Ludwigshafener Heinigstrasse, die zwischen Kurt-Schumacher-Brücke und der BASF in Ludwigshafen auch Regionen verbindet. Das Team tauchte in einen Mikrokosmos, zu einer Zeit, da Fußball und die Weltmeisterschaft in allen Köpfen schwirren, denn Autos spielen erstaunlicherweise nicht immer die Hauptrolle in diesem Szenario. Cool, rappend, das Messer griffbereit, fahren die drei türkischen Freunde Ertrul, Ilias und Cengiz im tiefergelegten BMW ein. Die Tankstelle ist eine regelmäßige Station auf ihren nächtlichen Exkursionen. Für sie ist die Fußball-WM Anlaß zur Auseinandersetzung mit Identität, Zugehörigkeit, Abgrenzung und Freundschaft und der Taxifahrer Wolfgang, dessen Geschäft nie gut genug geht, tankt hier ein paar freundliche Worte gegen die Einsamkeit der Nacht.
"Ein subtiles Zeitzeugnis." (STUTTGARTER NACHRICHTEN)
 

NICHT VERSÖHNT
Jean-Marie Straub / Danièle Huillet, D 1965, 35mm, s/w, 60', mit Henning Harmssen, Ulrich Hopmann, Ernst Kutzinski u.a.
"NICHT VERSÖHNT oder ES HILFT NUR GEWALT, WO GEWALT HERRSCHT: Der beste deutsche Film seit Fritz Lang und Murnau!" (JEAN-LUC GODARD)
"NICHT VERSÖHNT weist mit formaler Kühnheit einen Weg aus der muffigen Provinzialität des deutschen Films!" (KÖLNER STADTANZEIGER) Im Beiprogramm: MACHORKA MUFF.


NICO ICON
Susanne Ofteringer, D 1995, 35mm, 72'
Der Lebensweg der Kultikone Nico: vom Starmodel der 50er, über Fellinis Entdeckung für den Film, dem gemeinsamen Kind mit Alain Delon, Andy Warhols Mondgöttin und der Muse bei der Kultgruppe Velvet Underground, ihre Musik und immer wieder die Drogen ... "To all tomorrow's parties…" bis zu ihrem frühen Tod auf Ibiza.


NIGHT VISIONS
Marusia Bociurkiw, Canada 1991, 16mm oder VHS-PAL, 60', OF
Die Probleme einer kanadischen "Holzfäller-Lesbe" in ihrer scheintoleranten Wohngemeinschaft. "Women battle to turn their hopes and dreams into reality…"


NORTH OF VORTEX
Constantine Giannaris, GB 1992, 16mm, s/w, 62', OmU, mit Valda Drabla, Howard Napper und Stavros Zalmas
"Der Dichter, seine Männer und ein Mädchen, nach und nach trudeln sie im Chevrolet-Cabrio ein und bereisen wie Fremdlinge ihrer selbst die Vereinigten Staaten. Der schwule Dichter will den Matrosen, der hinter dem Mädchen her ist, das den Dichter präferiert. Balladesk, sparsam, kitschig, sarkastisch. Labsal für Aug' und Ohr." (FRANKFURTER RUNDSCHAU)


NO SAD SONGS
Nick Sheehan, Canada 1985, 16mm, 60', OF, mit Jim Black, Catherine Hunt u.a.
"Kein traurig Lied" – der Dokumentarfilm zeigt schwerpunktmäßig die Reaktion der "gay community" der kanadischen Stadt Toronto auf die Gesundheitsbedrohung durch AIDS. Im Beiprogramm: DAVID ROCHE TALKS TO YOU ABOUT LOVE

 

NOT A LOVE SONG
Jan Ralske, D 1997, 35mm, 89', mit Lars Rudolph, Anna Thalbach, Matthias Freihof
Ein marodes Dorf an der polnischen Grenze, wo alle versuchen sich irgendwie über Wasser zu halten.


NOT ANGELS BUT ANGELS
Wiktor Grodecki, Tschechische Republik/F 1994, 35mm, 80' , OmU
Dokumentarfilm über junge Stricher in Prag, dem neuen Eldorado für Sex-Touristen aus Ost und West. Die neue Freiheit und der ökonomische Druck lassen immer mehr "Engel" auf der Suche nach dem schnellen Geld auf den Markt drängen. Siehe auch MANDRAGORA.


NUR ZU DEINEM BESTEN
Olivier Koning, NL 1984, 16mm, 85', OmU
Dokumentarfilm über knastartige psychatrische Anstalten und ihre Insassen, die auf unbestimmte Zeit als geistig nicht voll zurechnungsfähige Delinquenten eingeliefert werden.

 
O
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ORANGE WESTEN
Ella Milova / Irina Pismennaja, Weißrußland/D 1993, 35mm, Farbe und s/w, 73', OmU
Ein Filmbrief über Frauenarbeit und Gleichberechtigung, aber auch Liebe, in der ehemaligen Sowjetunion an die deutsche Kollegin Helke Sander. "Weißt du, je länger wir flogen, fuhren, filmten, desto mehr war ich davon überzeugt, daß du recht hattest: Diese Welt haben die Männer für sich selbst geschaffen."


OSTIA
Julian Cole, GB 1986/87, 16mm, 26, OF', mit Derek Jarman und David Dipnall
Rekonstruktion der Ereignisse, die zum Mord an Pier Paolo Pasolini führten; Pasolinis Ahnungen der Unausweichlichkeit dieses Todes. Der italienische Essayist, Poet, Maler und Filmemacher wird in diesem Kurzspielfilm kongenial von Derek Jarman verkörpert. Dieser Film wird zusammen mit ILLEGAL TENDER als Beiprogramm zu THE DREAM MACHINE ausgeliefert.


OUT - STORIES OF LESBIAN & GAY YOUTH
David Adkin, Canada 1993, 16mm, 79', OmU
Der Film zum Thema "coming out", den wir uns aus Deutschland immer gewünscht haben! Lesbische und schwule Jugendliche, ihre Eltern und Lehrer, "mutmachend" und gleichermaßen berührend.


OUT IN AFRICA
Melanie Chait, GB 1989, 16mm, 26', OmU, mit Simon Nkoli, Ivan Toms u.a.
Beeindruckendes Portrait zweier schwuler Südafrikaner - weiß und schwarz -, die für ihren Kampf gegen das System der Rassentrennung und für die Rechte von Lesben und Schwulen internationale Anerkennung fanden. Als Beiprogramm zu COMRADES IN ARMS.

 
P
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  PARAGRAPH 175
USA 1999, Farbe, 81 Min, FSK 16. Mit Gad Beck, Heinz Dörmer, Pierre Seel, Heinz F., Albrecht Becker, Erzähler: Rupert Everett. Regie und Produktion: Rob Epstein und Jeffrey Friedman
Die Verfolgung von Homosexuellen während der Zeit des Dritten Reichs ist ein Kapitel der deutschen Geschichte, das im Bewußtsein der Öffentlichkeit bisher kaum Widerhall gefunden hat. In der Aufarbeitung des nationalsozialistischen Terrors wurde das Thema geflissentlich nicht beachtet, und aus Angst vor Repressalien hüteten sich die Opfer lange, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.
"Als Schwule und Juden hatten wir offensichtliche persönliche Gründe, uns mit diesem Thema zu befassen. Wir fühlten eine gewisse Dringlichkeit, das Projekt zu machen; solange es noch Zeugen gab, die uns über ihre Erlebnisse berichten konnten. Als Filmemacher waren wir darüberhinaus fasziniert von der Ambivalenz der Thematik. Da waren homosexuelle Opfer, da waren homosexuelle Widerständler und da waren homosexuelle Nazis und Sympathisanten. Und obwohl die Nazis kontinuierlich Homosexuelle verfolgten, propagierten ihre Gegner aufgrund der Homosexualtät des SA-Führers Ernst Röhm, daß alle Nazis schwul seien. Viele Schwule entgingen auch der Verfolgung. Wie konnten sie überleben? Was macht aus einer Person einen Helden und aus einer anderen einen Verbrecher?" (ROB EPSTEIN / JEFFREY FRIEDMAN) MEHR>>
 

PARIS WAS A WOMAN
Greta Schiller, GB/USA/D 1996, 16mm, 75', s/w und Farbe
Djuna Barnes, Gertrude Stein, Janet Flanner, Sylvia Beach, Natalie Barney – wer kennt sie nicht! Ein Blick auf das Paris der 20er und 30er Jahre – nicht nur auf Einzelbiographien, sondern auf eine legendäre internationale Gruppe von Frauen, die als Schriftstellerinnen, Malerinnen, Fotografinnen und Journalistinnen Paris zur kulturellen Welthauptstadt machten.


PLAN 9 FROM OUTER SPACE
Edward D. Wood, USA 1956-58, 35mm, 79', s/w
Dieser Film ist Ed Woods' Citizen Kane' und eine Hymne auf alle, die versucht haben, etwas Wichtiges und Unvergeßliches zu schaffen, aber in jeder Hinsicht versagt haben. Dieser Film erhielt den 'Double Golden Turkey Award': Schlechtester Film und schlechtester Regisseur aller Zeiten! Für mehr Ed Wood-Spaß, siehe auch BRIDE OF THE MONSTER und GLEN OR GLENDA.


POETRY IN MOTION
Ron Mann, Canada 1985, 16mm, 90', OF
Wer sich bei THE BEAT GENERATION nicht satt sehen konnte an den poetischen Missionaren von Freiheit, Lust und Abenteuer, muß unbedingt POETRY IN MOTION sehen. Dieser Film zeigt Poesie auf Actiontour bei Ted Berrigan, John Cage und Tom Waits, Allen Ginsberg, William Burroughs, Amire Baraka und vielen anderen - die mit vielen schmutzigen Wörtern durchsetzten literarischen Statements von Mister Charles Bukowski nicht zu vergessen.

 
  PRÜFSTAND 7
Deutschland 2001, 99 Min, 35mm. Mit mit Inga Busch, Mathias Fuchs, Peter Lohmeyer, Mario Mentrup, Helmut Höge, Robert Forster, Michael Röhrenbach, Jeff Caster. Buch und Regie: Robert Bramkamp.
Bianca, der Geist der Rakete, reist quer durch Deutschland und die Zeit auf der Suche nach ihrem Ursprung. Die deutschen Wurzeln des Mythos Rakete verbinden sich mit ihrer Gegenwart und Zukunft zum schillernden Portrait des Superzeichens Rakete. Der Mythos Rakete entfaltet seine unbekannten Seiten. Die Faszination der Deutschen mit diesem ersten, so anschaulichen Objekt einer autonom lebenden Technik hält bis heute an. Zwischen Ursprung und Gegenwart der Rakete reist Bianca quer durch Deutschland und die Zeit - von der High Tech der Daimler Chrysler AG bis zu Wikingern, die in Peenemünde neben der Rakete zelten und weiter nach Bremen wo, ein Disney-Space-Park entsteht. Woher stammt die magische Kraft der Rakete? Was ist ihr geheimes Ziel? Wer ist diese Stimme, die ihr angeblich helfen will? Im Film trifft Dokumentarisches auf Inszeniertes, Wichtiges auf Abseitiges, Wissenschaft auf Kunst. Für PRÜFSTAND 7 hat Thomas Pynchon erstmals die Verfilmung von Passagen aus seinem Roman DIE ENDEN DER PARABEL gestattet. MEHR>>
 
R
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RAULIENS REVIER
Alice Agneskirchner, D 1994, 16mm, 85'
Duisburg-Bruckhausen. Dort arbeitet Hans Raulien, ein Bulle von Polizist, der selten Uniform trägt, eine Mischung aus Sheriff, Sozialarbeiter und Dorfrichter Adam, einzige Instanz, erste und letzte Hilfe.


REEFER AND THE MODEL
Joe Comerford, Irland/GB 1987, 35mm, 93', OmU, mit Ray Mcbridge, Ian McElhinney, Sean Lawlor, Carol Scanlan und Eve Watkinson
Die irische Bonnie-und-Clyde-Saga ist eine deftige Mischung aus Romanze, Komödie und Thriller, ein witziger, etwas schräger Blick auf Irlands politische Probleme, ein schönes Beispiel für phantasievolle irische Erzählkunst.


REISEN INS LEBEN - WEITERLEBEN NACH EINER KINDHEIT IN AUSCHWITZ
Thomas Mitscherlich, D 1996, 16mm, 121'
Dokumentarfilm mit Gerhard Durlacher, Yehuda Bacon und Ruth Klüger – KZ-Überlebende, die von ihrer Reise ins Leben berichten.


RELAX
Chris Newby, GB 1990, 16mm, 20', mit Phillip Rosch, Grant Oatley
Gedanken eines Mannes, der den HIV-Test gemacht hat.


REMEMBERANCE
Jerry Tartaglia, USA 1990, 16mm, 18', OF
Experimenteller Film, der uns erklärt, warum Bette Davis – besonders durch 'All about Eve' – für alle Schwulen eine wichtige Identifikationsfigur wurde.


RIGHTS AND REACTIONS
Phil Zwickler / Jane Lippman, USA 1987, 16mm, 56', OF
Ein rasantes Dokument über die schwule Bürgerrechtsbewegung in den USA anhand der Diskussion um die "Gay Rights Bill" des New York City Council, die über 14 Jahre lang erbittert geführt wurde.


ROBERT WILSON & THE CIVIL WARS
Howard Brookner, D/USA 1986, 16mm, 90', DF oder OF, mit Phillip Glass, Peter Lühr, Ivan Nagel, Heiner Müller u.v.a.
Eine Langzeitbeobachtung um ein Opernprojekt von Robert Wilson herum, das zwölf Stunden dauern sollte und immer noch als eines der gewaltigsten, kühnsten Gesamtkunstwerke, die je erdacht wurden, gilt. "Wahrhaft erregende neunzig Minuten!" (DIE ZEIT)


ROMANCE
Sergio Bianchi, Brasilien 1988, 35mm, 102', O.m.engl. UT
Man nehme Pasolinis 'Teorema' und die Vorstellung von brasilianscher Intelligenz und Sexualität - so befindet man sich unvermittelt in Sergio Biancis ROMANCE. Einer der besten brasilianischen Filme überhaupt.

 
S
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SAKIKOS GEHEIMER SCHATZ
Shinobu Yaguchi, Japan 1997, 35mm, 83' , OmU, mit Naomi Nishida, Go Riju, Taketoshi Naito u.v.a.
Aus Fernost kommen nicht nur depressive Dramen, sondern auch diese abgefahren absurde Komödie um die hyperaktive Besessenheit der Bankkassiererin Sakiko, die nun wirklich nichts unversucht läßt, um an das große Geld zu kommen.


  SCHAU MICH NICHT SO BÖSE AN
D 1997, Farbe, 66 Min, FSK 6. Regie: Michael Chauvistré, Buch: Michael Chauvistré, Andreas Taglinger, Kamera: Michael Chauvistré, Konstantin Kröning, Erik Krambeck
400 Weihnachtsmänner und Engel der studentischen Arbeitsvermittlung sind Heiligabend unterwegs, um 5000 Familien in Berlin und Brandenburg zu bescheren. Zwischen 'O Tannenbaum'-Rezitationen, großen Kinderaugen, Blockflötenduellen und Geschenkorgien wird uns ein Blick in deutsche Wohnzimmer vergönnt, bei dem man nicht so genau weiß, ob man sich vor Lachen oder Grauen schütteln soll.
"Aberwitz und sanfter Grusel stellen sich ganz von selbst ein." (ZITTY)
 

SCHMUTZ
Paulus Manker, Österreich 1986, 35mm, 100'
Josef Schmutz ist Beamter der Wach- und Schließgesellschaft und dem Credo der Pflichterfüllung verschrieben. Sein Auftrag ist die Bewachung einer verlassenen Papierfabrik. Als der Bewachungsauftrag zurückgezogen wird, bleibt Schmutz trotz seiner Entlassung und steigert sich immer radikaler in die Erfüllung seiner Pflicht.


  SCHREI DER SEIDE, DER
F, CH, B 1998, Farbe, 110 Min, FSK 16. Mit Marie Trintignant, Sergio Castellitto, Anemone. Regie: Yvon Marciano, Buch: Yvon Marciano, Jean Francois Goyet
Paris 1914. Eine junge Schneiderin kommt ins Gefängnis, weil sie Seide gestohlen hat. Ein Psychiater untersucht den Fall und entdeckt eine außergewöhnlich starke sinnliche Beziehung der jungen Frau zu Seidenstoffen. Mehr und mehr wird er von der erotischen Aura seiner Patientin in den Bann gezogen. Und auch die Schneiderin erliegt dem Charisma des Wissenschaftlers, der sie als einziger zu verstehen scheint…
 

SCHWARZE SÜNDE
Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, D 1988/89, 35mm, 40'
Der Folgefilm zu DER TOD DES EMPEDOKLES: Die Logik der Metrik und der Struktur des Hölderlinschen Textes wird zum Gegenstand des Films. Ursprünglich als Hörspiel vom NDR in Auftrag gegeben, wahrt SCHWARZE SÜNDE die Einheit von Text, Natur, Mensch und Arbeit.


SCREAMPLAY
Rufus Butler Seder, USA 1984, 16mm oder 35mm, s/w, 90', OF (16mm) oder OmU (35mm), mit Ed Callahan, Jim Connor, George Kuchar, Rufus Butler Seder u.a.
Das "Schauerstück" ist ein kleiner, schmutzig-schauerlicher Film, der ohne viel Brimborium und schnörkelige Staffage das längst verwelkte Grauen der Hollywood-B-Movies wieder aufleben läßt. Einen Drehbuchautor verschlägt es nach Hollywood, und alle Morde, die er sich an der Schreibmaschine ausdenkt, geschehen wirklich…


SECHS WEIHNACHTEN
Juliane Geick, D 1994, 16mm, Farbe, 110'
Der Dokumentarfilm berichtet über das Schicksal von 38 Jugendlichen in der thüringischen Stadt Greußen: Kurz nach Ende des 2. Weltkriegs wurden sie verhaftet und beschuldigt, an Aktionen der "Werwölfe" beteiligt gewesen zu sein. Im Sommer 1946 ergingen die Urteile gegen sie: Todes- und Haftstrafen von 25, 15 und 10 Jahren im Lager Sachsenhausen.


SERPENTINTÄNZERIN, DIE
Helmut Herbst, D/Ungarn 1992, 16mm und 35mm, 86', mit Ben Becker, Karina Fallenstein, Eva Mattes, Otto Sander u.a.
Der zum Teil mit originalen Kameras gedrehte Film über die Entstehung des Mediums Kino auf den Jahrmärkten vor gut hundert Jahren.


SEX IS…
Marc Huestis, USA 1993, 16mm, 80', OmU
Unser erfolgreichster AIDS-Film: 15 schwule Männer aus San Francisco über lustvollen Sex - auch und gerade angesichts der AIDS-Krise. Publikums-'GAY TEDDY' auf der Berlinale 1993.


SHIVA UND DIE GALGENBLUME
Hans Georg Andres / Michaela Krützen, D 1945-1993, 35mm, 78', mit Hans Albers, Hans Michael Rehberg, Manfred Zapatka u.a.
Der 'letzte Film des dritten Reichs' wurde 1945 mit großer Besetzung und viel Aufwand in Prag begonnen. Diese Rekonstruktion zeigt erstmalig das gedrehte Material, mit Interviews von Zeitzeugen, Archivmaterial und alten Wochenschau unterschnitten, so daß im Gesamtkontext ein Bild des Films, der Zeit und der Arbeitsmethoden im NS-Film entsteht.


SILENT PIONEERS
Patricia G. Snyder, Lucy Winer, Paula de Koenigsberg und Harvey Marks, USA 1987, 16mm, 45', OF
Auch Homosexuelle werden – manchmal –alt: Die Lebensgeschichten von acht Männern und Frauen zeigen uns, wie sie gelebt und geliebt haben, und wie sie trotz verletzender Vorurteile ein erfülltes Leben geführt haben. Der Film zeigt das stille Heldentum einer Generation, die in einer Zeit der Intoleranz lebte.


SILVERLAKE LIFE: THE VIEW FROM HERE
Tom Joslin / Peter Friedman, USA 1992, 16mm, 97', OmU, mit Tom Joslin und Mark Massi
Tom und Mark sind beide an AIDS erkrankt. Ihr Tagebuch, herausgegeben von einem überlebenden Freund, ist dieser Film. GROSSER PREIS des Sundance-Festival, GAY TEDDY BEAR Berlinale 1993


SOMMER WIE WINTER… – PRESQUE RIEN
Sébastien Lifshitz, F 2000, 35mm, 100', Farbe, OmU und DF, mit Jérémie Elkaïm, Stéphane Rideau
Sommer in einem französischen Küstenort. Für den jungen Mathieu eine Zeit seligen Nichtstuns. Das ändert sich schlagartig, als er eines tages den gutassehenden Cédric kennenlernt, der ihm sofort gehörig den Kopf verdreht. Sensibel und erotisch… MEHR>>


SONG FROM AN ANGEL
David Weissmann, USA 1988, 16mm, 6', OF
Der letzte Auftritt des Schauspielers und Sängers Rodney Price in San Francisco. Zwei Wochen nach den Aufnahmen starb er an AIDS. Price, der in einem Rollstuhl sitzt, singt und steppt den Titel: "I've Got Less Time Than You."


  SOUTHERN COMFORT
USA 2000, 35mm, 90 Min. Regie: Kate Davis.
Robert wurde als Mädchen geboren, Lola als Junge. Robert Eads, ein freundlicher und umgänglicher Cowboy, lebt in Georgia auf dem Lande. Ein echter Kerl und stolz darauf, so kommt er rüber mit seiner Pfeife in der Hand, dem kräftigen Vollbart und seinem scharfen Verstand und Humor. Robert hat sich so nahtlos eingefügt, dass selbst die örtliche Vertretung des Ku-Klux-Klan ihn aufgefordert hat, Mitglied zu werden. Doch obwohl sein Heim inmitten der von Heuballen idyllisch gepunkteten Hügellandschaft liegt, ist Robert einer feindselig gestimmten Umwelt ausgesetzt. Als Krebsgeschwüre an Roberts Eierstöcken diagnostiziert werden, verweigern ihm über 20 Ärzte die Behandlung des Ovarialkarzinoms, da alle sich fürchten, in dem repressiven Klima ihren Ruf zu verlieren. Der Film begleitet Robert in seinem letzten Lebensjahr und setzt ein, als er im Frühling Lola kennen lernt, mit der ihn schon bald eine tiefe Liebe verbindet. Im Sommer besuchen seine Eltern noch einmal ihre ,verlorene Tochter’ und schließ-lich kann er sich auch noch seinen großen Traum erfüllen und an der Southern-Comfort-Konferenz in Atlanta teilnehmen, dem wichtigsten Trans-gender-Forum Nordamerikas. Robert stirbt kurz darauf im Alter von 52 Jahren. MEHR>>
 

STOP THE CHURCH
Robert Hilferty, USA 1990, 16mm, 23' OF
Die Vorbereitung, die logistische Planung der bisher umstrittensten und radikalsten Aktion der Gruppe ACT UP: der Demonstration gegen Cardinal O'Connor in der St. Patrick's Cathedral am 10.12.1989.


SYNTHETIC PLEASURES
Iara Lee, USA 1995, 35mm, 83', OmU
Das elektronische Roadmovie durch die neuen synthetischen Welten: nanotechnology, virtual reality, cyber sex, artificial nature… "Bibel und Kochbuch für die Cyberkultur", so ein Kritiker.

 
T
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TABLE FOR ONE
Doris Chase, USA 1986, 16mm, 28', OF mit Geraldine Page
Portrait einer Geschäftsfrau, die allein in einem eleganten Restaurant diniert. Ihr Monolog wägt die Freuden, Zweifel und die konkrete Zufriedenheit ab, eine selbständige und erfolgreiche Frau zu sein.


  TAXI!
D 2000, 90 Min, 35mm. Buch und Regie: Rudolf K. Wernicke
Das Leben mit der Taxe, Die Reise ins Ungewisse, die Begegnung mit Fremden. Wehre Helden und ihre Geschicten. Dreißig Tage lang reisten Regisseur und Kameramann durch die republik und filmten acht Fahrer in ihrem Berufsalltag und im Gespräch mit ihren Gästen. Einsteigen und abfahren…
 

TINY & RUBY: HELL DIVIN' WOMEN
Greta Schiller und Andrea Weiss, USA 1988, 16mm, OmU, Farbe und s/w, mit Tiny Davis und Ruby Lucas
Das Portrait der legendären Jazztrompeterin Tiny Davis (dem weiblichen Louis Armstrong) und ihrer Partnerin seit über 40 Jahren, der Drummerin Ruby Lucas. Von wegen, "Frauen besitzen nicht genug Power, um energisch genug in die im Jazz herrschenden Blechblasinstrumente zu pusten!" Der Film bildet mit den INTERNATIONAL SWEETHEARTS OF RHYTHM oder MAXINE SULIVAN ein Programm.


TOD DES EMPEDOKLES, DER
Jean-Marie Straub / Danièle Huillet, D/F 1986-88, 35mm, 135', mit Vladimir Baratta, William Berger, Ute Cremer, Andreas von Rauch u.a.
Ein filmischer Versuch über "Hölderlins kommunistischen Traum" (STRAUB). Einmal verstoßen, mag der Politiker und Philosoph Empedokles nicht zurückkehren in den Schoß der unmenschlichen Menschengesellschaft. Er wählt den Freitod, den Sturz in den Vulkan. Dieses wohl anstrengendste aber auch lohnendste Werk der modernen Geschichte des Films ist in vier verschieden Schnittfassungen verfügbar. Siehe auch SCHWARZE SÜNDE.


  DER TRAUM IST AUS
D 2001, 92 Min, 35mm, Dolby Stereo. Buch und Regie: Christoph Schuch.
Die Rockband TON STEINE SCHERBEN und ihre Fans träumten von einer klassenlosen Gesellschaft. Was ist von den Träumen und Idealen der 68er-Generation geblieben? Was verbindet heutige Bands mit Rio Reiser und den SCHERBEN? Zwischen aktuellen und historischen Konzertmitschnitten kommen u.a. Musiker der Bands TOCOTRONIC, DIE STERNE, ELEMENT OF CRIME oder DAS DEPARTMENT zu Wort. Durch die Verzahnung von vertretern dreier Musikdekaden entsteht ein aufschlußreicher Einblick in die Standortbestimmung der kulturellen Linken im Jahr 2001. MEHR>
 

TRIBUTE TO THE NEW YORK LESBIAN AND GAY EXPERIMENTAL FILM FESTIVAL, A
USA 1990, 16mm, Farbe und s/w, 85', OF
Kurzfilmprogramm zusammengestellt von Jim Hubbard und Manfred Salzgeber mit 1970 GAY PRIDE MARCH von Marguerite Paris, FINAL SOLUTIONS von Jerry Tartaglia, ELEGY IN THE STREETS von Jim Hubbard, REMEMBRANCE von Jerry Tartaglia, EXPOSURE von Isabelle Mohabeer, EYE TO EYE von Isabelle Hegner, VIA EU! von Tania Cybriano


TUNTENROLLE, DIE
Australien/USA/D 1980-1991, 16mm, Farbe und s/w, 84'
Acht schwule Kurzfilme: FREIA UND FERRY von Gerd Mölling und Christoph Eichhorn, BEAUTIES WITHOUT A CAUSE von David Weissman, BAMBI von Björn Koll, INTERIOR DECORATOR FROM HELL von Sonja Roth, ELEVATION von Stephen Cummins, DIRNENSCHICKSAL von Christoph Eichhorn und DIE TÖDLICHE INGRID von Thomas Bader.

 
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ÜBERLEBENDEN, DIE
Andres Veiel, D 1996, 35mm, 89'
Klassentreffen, Abiturjahrgang 1979: nach 17 Jahren treffen wir uns wieder. Drei fehlen: sie haben sich in den letzten Jahren umgebracht. Der Film erzählt über sie, indem er die noch Lebenden zeigt: Mitschüler, Freunde, Eltern und Geschwister. Ein Film über einen Stuttgarter Vorort und den Versuch zu entkommen - und über Menschen, die geblieben sind.


UCKERMARK
Deutschland 2002, 105 Minuten, 35mm. Buch & Regie: Volker Koepp, Kamera: Thomas Plenert
Nach HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN und KURISCHE NEHRUNG nimmt uns Volker Koepp nun mit in die UCKERMARK, jenen so dünn besiedelten Landstrich nördlich von Berlin. Wie auf einer Bühne versammelt der Film eine Schar von Übriggebliebenen und Heimkehrern der Nachwendezeit. Landarbeiter, Bauern und zurückgekehrter Adel, ihre Erzählungen und Lebensgeschichten. Bisweilen skurril und tragikomisch, manchmal melancholisch und von trotzigem Idealismus.
 
  UND VOR MIR DIE STERNE – DAS LEBEN DER SCHLAGERSÄNGERIN RENATE KERN
D 1998, 35mm, 90 Min. Regie: Ulrike Franke und Michael Loeken
Der Film erzählt die Lebensgeschichte der Schlagersängerin Renate Kern, die in den 60er Jahren entdeckt wurde, sich lange im Mittelfeld behauptete und immer das bleiben sollte, was sie bekannt gemacht hat: die 'Königin der Provinz'. Mitte der 70er Jahre wird es still um Renate Kern. Sie zieht sich zurück, sucht lange nach einer neuen Identität und wird heimlich die blonde Nancy Wood. Von nun an singt sie Country. Auf einer langen Suche nach ihrer wahren Identität wird sie zu wenig von dem finden, wovon sie singt: Liebe, Glück und Trost. 1991 erhängt sie sich. Der Film entdeckt die Fans und ihre Träume, die Welt der Schlagermacher und der Truckerszene, den Kosmos einer Musik, die Durchhalten propagiert und Träume erlaubt, ihre Erfüllung aber ins ewige Morgen verlegt. Ein Morgen, das die meisten niemals erleben.
 

UNTER MÄNNERN
D 1993, 16mm, Farbe und s/w, 80', mit Andreas Bernhardt, Jim Oseland, Zazie de Paris, Andreas Richert u.a.
Programm mit fünf Kurzfilmen von Wieland Speck:
DAVID, MONTGOMERY UND ICH (1980, 16 Min): Nachmittag. Jim ist allein. Im Tagtraum wächst ihm sein Begehren über den Kopf. Was er gern hätte (Liebe, Zärtlichkeit, Sex), wird vor seinen Augen zur Fata Morgana…
DAS GERÄUSCH RASCHER ERLÖSUNG (1983, 28 Min): Stumme Begegnung mit dem Begehrten. Ein Telefonanruf kommt nicht durch. Der Geliebte erwartet Dich bereits im Traum, doch Du kannst ihn vor der Vernichtung nicht retten…
BEI UNS ZUHAUS (1981, 16 Min): Es ist die Architektur einer großen Stadt, es sind Bilder von Menschen darin. In einem der Räume: Der angenehme Nachmittag…
NOVEMBER (1989, 4 Min): Winter in der Großstadt. Leergefegt ist der Park. Die Straße quillt über von Menschen. Irgendwo kämpfen welche mit der Macht und irgendwo feiern sie dann.
ZIMMER 303 (1991, 16 Min): Leben mit dem Sterben. Ein junger Mann stirbt. Angehörige wohnen bei. Das Leben zieht vorbei und birgt noch Überraschungen.
"Specks Filme leben vom Assoziativen, von der Traumähnlichkeit, der Lust und Angst: von der Liebe zum Kino." (ZITTY)
"So smart manche Typen ihre Leidenschaft verbergen, so intensiv spricht die Kamera eine andere Sprache Details werden zu Trägern der Erotik..." (TORSO)

 
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VERBORGENE SEITEN
Aleksandr Sokurov, Rußland/D 1993, 35mm, Farbe und s/w, 77', OmU, mit Aleksandr Cerednik, Elizaveta Koroleva und Sergej Barkovskij
Nach Motiven der russischen Prosa des 19. Jahrhunderts "eine philosophisch-literarische Bildelegie, ein strenges Exerzitium, das an die Werke von Andrej Tarkowskij erinnert. Finstere Skizzen menschlichen Elends. Kein Sonnenstrahl fällt in diesen Film".


VERFÜHRUNG – DIE GRAUSAME FRAU
Elfi Mikesch / Monika Treut, D 1985, 16mm und 35mm, 84', mit Mechthild Grossmann, Udo Kier, Sheila McLaughlin, Georgette Dee u.a.
Masochismus könnte in dem Film als pornographisches Thema erscheinen, das zur Kunst aufbereitet wurde, entzöge sich der Film nicht der Alternative – Pornographie oder Kunst – durch ein Drittes: den Bezug auf das dem Kino und seiner Geschichte eingeschriebene Verhältnis zum Masochismus und seiner Ästhetik.


VERHÄNGNIS | FATE
Fred Kelemen, D 1994, 35mm, 79', mit Sanja Spengler, Valerij Fedorenko u.a.
Zwölf Einstellungen, zwölf Gesichter, zwölf Schicksale. Im Laufe einer Nacht begegnen sich Menschen aus unterschiedlichen Nationen, die auf der Suche nach dem Glück verhängnisvoll miteinander verbunden sind. "Visionär, spektakulär, wie es zuletzt bei Fassbinder zu sehen war…" (FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG)


VERRÜCKT BLEIBEN – VERLIEBT BLEIBEN
Elfi Mikesch, D 1997, Farbe, 88'
Ein Dokumentarfilm über Torsten Ricardo Engelholz, 31 Jahre alt, 'geistig behindert', der von seinen Eltern den Großteil seiner Kindheit weggesperrt und später in die Psychatrie gesteckt wurde. Neben seiner Passion des U-Bahn-Fahrens, ist Torsten Ricardo ein begabter Maler und Schauspieler in einer professionellen Theatergruppe in Berlin. Torsten Ricardo hat das Bedürfnis, sich in einem konstanten Fluß der Wahrnehmung zu bewegen. Diese – filmsprachlich sehr ergibige – Leidenschaft und sein großes Interesse für die deutsche Geschichte ermöglichen dem Zuschauer ein intensives Erleben seiner Weltsicht, die sich permanent zwischen der 'Normalität' und seiner besonderen Situation hin- und herbewegt.


VERZAUBERT
Dorothea Diepenbroick u.a., D 1992, 16mm, 89'
Drittes Reich und Wirtschaftswunder. Geschichten vom anderen Ufer aus einer Zeit, als sich Homosexuelle noch nicht 'lesbisch' oder 'schwul' nannten, sondern 'verzaubert' waren. Der erste Dokumentarfilm über Schwule und Lesben in Deutschland in der NS-Zeit und der frühen Bundesrepublik.


VIEL ZU VIEL VERSCHWIEGEN
Christina Karstädt / Anette von Zitzewitz, D 1992, 16mm, 90'
Lesbische Frauen verschiedener Generationen erinnern sich und beschreiben ihre unterschiedlichen Lebensformen in 40 Jahren DDR.


VIENNA ART ORCHESTRA
Othmar Schmiderer, D 2000, Farbe, 100'. Das Orchester: Urzula Dudziak, Bumi Fian, Klaus Dickbauer, Christian Muthspiel, Claudio Pontiggia, Franck Tortiller, Robert Riegler, Gregor Hilbe, Mathias Rüegg uvm.
Das VIENNA ART ORCHESTRA unter der Leitung von Mathias Rüegg auf Tour durch Europa und Kanada. Das Orchester mit fünfzehn unterschiedlichen Persönlichkeiten bei den Proben, auf der Reise, bei Konzerten, hinter der Bühne, bei Sessions und im alltäglichen Leben, in Euphorie und Melancholie, in der Flüchtigkeit der Momente.


VIVRE AVEC – LEBEN MIT
Daniel Schweizer, CH 1993, 35mm, 56', OmU
Zwei Frauen und zwei Männer, HIV-positiv, im 'sozial gesicherten' Umfeld in der Schweiz. Regenbogenpreis der sächsischen AIDS-Hilfen auf dem Festival von Leipzig 1993


VOICES FROM THE FRONT
Testing the Limits, USA 1991, 16mm, 92', OF
Die 'politischste' der AIDS-Chroniken bringt nicht nur Hintergrundmaterialien zur Krise, sondern auch sehr lebendige persönliche Aussagen von Aktivisten.


VOKZAL – BAHNHOF BREST
Gerd Kroske, D 1994, 35mm, s/w, 90', OmU
Der Bahnhof von Brest an der Grenze von Polen zu Weißrußland ist die Schnittstelle zwischen dem West- und Osteuropäischen Schienennetz. Unaufdringlich, aber neugierig taucht der Film in die Geschichte dieses Ortes ein und belichtet die verschiedenen Zeitläufe: Österreichische Schlachtfeldtouristen, Veteranen der Roten Armee, das tragische Schicksal eines Sowjetsoldaten, den Humor eines weißrussischen Taxifahrerss…

 
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WAS GEHT MICH DER FRÜHLING AN
Heinz Bütler, CH 1988, 16mm, 83'
Wien, das "Elternheim der Israelitischen Kultusgemeinde", Menschen von neunzig, hundert Jahren, geboren in Ungarn, Polen, Rußland oder Wien reden vor der Kamera und warten auf den Tod. Der Film hinterläßt ohnmächtige Angst, nicht vor dem Sterben, sondern vor dem, was vorher kommt.


WEININGERS NACHT
Paulus Manker, Österreich 1990, 35mm, 108', mit Paulus Manker, Jakob Scholz, Josefin Platt u.a.
Nach Sobols Theaterstück von und mit Paulus Manker in der Hauptrolle. Otto Weininger (1880-1903), Wiener Jude und fanatischer Judenhasser, besessener Sexualfeind und Sexist zugleich, "schenkte" der Welt nur ein Buch, "Geschlecht und Character". Der von Selbst- und Welthaß zerfressene, sexuell hochgestörte Mann gab sich als 23jähriger in Beethoven Wiener Todeshaus die Kugel. Der Film zeigt die Nacht vor dem Tod, "schwer verdaulicher Horrorstoff, ein genial inszenierter Alptraum voll bleischwerem intellektuellem Tobak".


WESTLER
Wieland Speck, D 1985, 16mm, 94', mit Sigurd Rachmann, Rainer Strecker, Zazie de Paris, Harry Baer u.a.
In dem 1985 zum Teil mit versteckter Kamera im Osten Berlins gedrehten Film erleben wir die Liebe von Thomas und Felix. Felix der Westler und Thomas der Ostler haben pro Woche einen Tag und pro Tag vier bis fünf Stunden, in denen sie nicht an die Grenzübergänge denken und in denen die Welt ihnen gehört. Thomas entschließt sich von Prag aus zur Flucht in den Westen…


WHAT CAN I DO WITH A MALE NUDE
Ron Peck, GB 1975, 16mm, 30', OF
Skandalfilm durch eine Fernsehausstrahlung im (Queen-)Mutterland und ein Pamphlet gegen die – schon herrschende – Zensur gegenüber männlicher Nacktheit. Im Filmpaket mit LOVE'S PRESENTATION.


WOLVES OF KROMER, THE
Will Gould, GB 1999, Farbe, 92', mit Lee Williams, James Layton, Rita Davies, Leila Lloyd-Evelyn, Erzähler: Boy George
Es war einmal, vor nicht langer Zeit, da lebten am Rande der kleinen, beschaulichen Stadt Kromer in England zwei 'Wölfe' namens Seth und Gabriel. Wegen seines wölfischen Gebarens wird der unerfahrene Jüngling Seth aus dem Kreis seiner Familie verbannt. Der selbstsichere und erfahrene 'Wolf' Gabriel nimmt sich seiner an. Gegenseitige Anziehung erfaßt sie und wider ihre wölfische Art, verlieben sie sich ineinander…


WO DER HIMMEL DIE ERDE BERÜHRT
Frank Müller, D 2000, Farbe, 85', OmU
Wo der Himmel die Erde berührt, liegt wild und schön an der alten Seidenstraße in Zentralasien das Land Kirgistan. Ein Film über die Naturschönheiten dieses Landes und eine sensible Dokumentation über das Leben der Nomaden, ihren Tagesablauf, ihre Traditionen und den Umgang mit der Natur.


WRONG WORLD
Ian Pringle, Australien 1984, 35mm, 95', OmU
Ein road movie. Angelangt an einem Endpunkt, ist der Blick des Protagonisten zurück eingebettet in dessen Vorwärtsbewegung, die doch eher eine Hoffnung als eine reale Veränderung signalisiert.

 
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ZITRUSFRÜCHTE II
Uli Versum, D 1985, 16mm, 6'
Die Formeln "Paßt bloß auf da oben", "GutenTag" und "Danke" sind einfach genug, äußerste Intensität zu entfalten.


ZURÜCKBLEIBEN – LINOLFILM
Jakob Kirchheimer, D 1989, 35mm, 9'
Aus 50 Linoldruckplatten entstand durch Überdruck und Übermalung ein Film mit 470 Einzelphasen.


ZURÜCK BLEIBEN – VERLIEBT BLEIBEN
Elfi Mikesch, D 1997, 35mm, 88', mit Thorsten Ricardo Engelholz
Ein ehrliches und warmherziges Portrait des "Lebenskünstlers" Torsten Ricardo Engelholz, der als "geitig-behindert" von seinen Eltern einen Großteil seiner Kindheit in einer dunklen Kammer eingesperrt wurde.


ZWEI MÃNNER
Dagmar Benke, D 1993, 16mm, 86'
Zwei Männer machen einen Angelausflug. Die zwei sind Brüder, getrennt aufgewachsen in den unterschiedlichen Teilen Deutschlands. Ein Film über Sehnsucht und Alltag, über Verantwortung und Verdrängung, über das Sich-Einrichten und die verlorenen Träume.


ZWISCHENSAISON
Daniel Schmid, CH 199 , 35mm, 89', mit Sami Frey, Ingird Caven, Dieter Meier, Ulli Lommel, Andrea Ferréol, Arielle Donbasle, Maria Maddalena Fellini
In stilvollen, opulenten Bildern erzählt der Film von der Leichtigkeit des Seins im Grandhotel, von der Macht der Phantasie und von der Musikalität der Erinnerung.