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BONNIE & BONNIE
Kinostart: 24.10.2019

ein Film von Ali Hakim
Deutschland 2019, 90 Minuten, deutsche OF

Yara ist 17 und lebt mit ihrem Vater, der aus Albanien stammt, und den drei Geschwistern in Hamburg-Wilhelmsburg Neben ihrem Job im Supermarkt schmeißt sie den Familienhaushalt und vertreibt sich die Freizeit mit ihrer Clique Als sie eines Tages auf der Straße der toughen Kiki begegnet, ist plötzlich nichts mehr wie zuvor Die beiden Mädchen verlieben sich auf den ersten Blick Während Yara in der Beziehung eine neue, bislang ungekannte Freiheit entdeckt, erlebt Kiki, die in Jugendheimen aufgewachsen ist, das erste Mal das Gefühl von echter Nähe und Zugehörigkeit Aber niemand darf von der Liebe etwas wissen, vor allem nicht Yaras konservativer Vater, der schon einen Ehemann für sie ausgesucht hat, oder ihr Bruder Bekim, der selbst ein Auge auf Kiki geworfen hat Als die Familie trotzdem von der Beziehung erfährt, muss sich Yara entscheiden Und flieht mit ihrer Geliebten in Richtung Südfrankreich ...

Regisseur Ali Hakim, der selbst in Hamburg-Wilhelmsburg aufgewachsen ist, erzählt eine berührende Geschichte von zwei jungen Frauen, die wie ihre filmhistorischen Vorbilder Bonnie und Clyde ins Weite aufbrechen müssen, um ihre Liebe zu leben Die beiden Nachwuchsdarstellerinnen Emma Drogunova und Sarah Mahita sind als rebellisches Liebespärchen, das sich von niemanden die Gefühle verbieten lässt, die großen Entdeckungen des packenden romantischen Road Movies.

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NEVRLAND
Kinostart: 17.10.2019

ein Film von Gregor Schmidinger
AT 2019, 88 Min., deutsch-englische Originalfassung, teilweise mit deutschen Untertiteln

Der 17-jährige Jakob wohnt mit seinem Vater und Großvater in einer kleinen Wohnung in Wien. Um sich etwas Geld für das anstehende Studium zu verdienen, jobbt er als Aushilfe in dem Schlachthof, in dem auch sein Vater arbeitet. Doch eine zunehmende Angststörung macht ihm das Leben immer schwerer. Eines Nachts lernt er in einem Sex-Cam-Chat den 26-jährigen Künstler Kristjan kennen. Aus dem Gespräch entwickelt sich eine virtuelle Freundschaft, und auch in der realen Welt kreuzen sich die Wege der beiden auf unheimliche Weise – ohne dass es zu einer richtigen Begegnung kommt. Nach einem schweren Schicksalsschlag nimmt Jakob allen Mut zusammen und verabredet sich mit dem mysteriösen Fremden. Als die beiden sich in Kristjans Wohnung treffen, hat Jakobs Reise nach Nevrland und zu den Wunden seiner Seele längst begonnen …

Bildgewaltig und atmosphärisch dicht zeigt Regisseur Gregor Schmidinger in seinem ersten Langfilm NEVRLAND den Prozess des sexuellen Erwachens und der Selbstfindung als existentiellen Trip, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fantasie immer mehr verwischen. Neben Newcomer Simon Frühwirth, der in der Rolle des Jakob als Darsteller debütiert, glänzt der österreichische Star-Kabarettist und Schauspieler Josef Hader als Jakobs stoischer Vater. Ein tiefenpsychologisch fundierter Coming-of-Age-Film über den Mut, man selbst zu sein, und die gewaltige Angst, die oft davor liegt.

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CELEBRATION
Kinostart: 26.09.2019

Ein Film von Olivier Meyrou
Frankreich 2007/2018, 73 Minuten, französische OF mit deutschen UT

Paris, 2001. Yves Saint Laurent skizziert, bereits schwer von Krankheiten gezeichnet, die Entwürfe für seine letzte Kollektion. Unterdessen richtet sein Lebens- und Geschäftspartner Pierre Bergé eine Serie von Feiern aus, um das kolossale Werk des Modedesigners zu würdigen. Regisseur Olivier Meyrou begleitet Saint Laurent in den letzten Karrierejahren und wirft dabei vor allem ein Licht auf die komplexe Beziehung zwischen ihm und seinem Partner. Bergé schützt den introvertierten Künstler vor der Außenwelt und hält ihn so erst überlebensfähig – doch Saint Laurent lässt sich von ihm auch durch das Leben führen wie ein Schlafwandler, der nie erwachen darf.

CELEBRATION wurde bereits 2007 im Panorama der Berlinale uraufgeführt. Pierre Bergé höchstpersönlich ließ die weitere Veröffentlichung des Films zu seinen eigenen Lebzeiten verbieten. Erst 2018, ein Jahr nach Bergés und ein Jahr-zehnt nach Saint Laurents Tod, konnte Meyrou eine leicht veränderte Schnittfassung des Films in die französischen Kinos bringen – und wurde dafür von der französischen Filmkritik selbst gefeiert.

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HEUTE ODER MORGEN
Kinostart: 19.09.2019

Ein Film von Thomas Moritz Helm
DE 2019, 94 Min., deutsch-englische OF, teilw. mit deutschen UT

Sommer in Berlin. Maria und Niels lieben sich, das Leben und die Freiheiten, die sie sich gegenseitig geben. Ihre Tage sind lang, die Nächte noch länger. Was morgen ist, interessiert nicht, es zählt nur der Moment. Dann treffen die beiden auf Chloe. Maria wagt den ersten Schritt, aus einem Flirt entwickelt sich schnell eine intensive Romanze zwischen den beiden jungen Frauen. Niels wird Teil davon - und verfällt Chloe ebenso. Eine Ménage-à-trois, in der alles lustvoll ist. Doch dann stellt eine unerwartete Nachricht die Gefühle der drei Liebenden auf eine harte Probe …

In seinem sinnlichen Debütfilm erzählt Thomas Moritz Helm ein modernes Berliner Sommermärchen fernab von konservativen Moralvorstellungen. Im Zentrum stehen drei junge Menschen, die nach einer neuen Definition von Liebe und Beziehung suchen, die sich für sie richtig anfühlt. In den Hauptrollen glänzen die Nachwuchsdarsteller*innen Paula Knüpling, Maximilian Hildebrandt und Tala Gouveia. Nach seiner gefeierten Weltpremiere auf der diesjährigen Berlinale startet der Film am 19. September im Kino und ist im August bereits in der queerfilmnacht zu sehen.

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A GSCHICHT ÜBER D'LIEB
Kinostart: 29.08.2019

ein Film von Peter Evers
DE 2019, 97 Minuten, deutsche OF

Sankt Peter, ein kleines Dorf im Baden-Württemberg in den frühen 1950er Jahren. Gregor und Maria sind Geschwister und die Kinder des Bacherbauern. Ihr Vater wünscht sich, dass Gregor, sein einziger Sohn, einmal den Hof übernimmt. Doch der hat einen ganz anderen Traum: Er will an der künftig am Dorf vorbeiführenden Bundesstraße eine Tankstelle errichten. Dazu braucht er aber die finanzielle Hilfe des Vaters. Obwohl Maria zu vermitteln versucht, können die Männer ihren Streit lange nicht beilegen. Schließlich lenkt der Vater ein: Er ist bereit, seinen Sohn zu unterstützen, wenn Maria bald heiratet und so für eine ordentliche Fortführung des Familienhofs sorgt. Das Ultimatum stellt die Geschwister vor die wichtigste Entscheidung ihres Lebens. Denn die beiden verknüpft ein besonderes Band …

Regisseur Peter Evers, der für sein Drehbuch zum Film mit dem renommierten „Thomas Strittmatter Preis“ ausgezeichnet wurde, erzählt in A GSCHICHT ÜBER D’LIEB von einem leidenschaftlichen Geschwisterpaar, das gegen die Normen ihrer vermeintlich heilen Welt aufbegehrt. Sein Film, der in und um Schwäbisch Hall gedreht wurde, zeigt eine trügerische Idylle süddeutschen Landlebens, die zugleich von strikten Traditionen, harter Arbeit und persönlichen Entbehrungen geprägt ist. Ein berührender Liebesfilm, der ohne jeden Heimatkitsch auskommt und in dem mit Svenja Jung („Die Mitte der Welt“) und Merlin Rose („Als wir träumten“, „Aus der Haut“) zwei der vielversprechendsten Nachwuchsdarsteller Deutschlands glänzen.

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ACID
Kinostart: 08.08.2019

ein Film von Alexander Gorchilin
RU 2018, 98 min., russische OF mit deutschen UT

Sasha ist 20, produziert halbherzig seine eigene Musik, hat ansonsten aber keinen richtigen Plan für sein Leben. Gerade ist sein Kumpel Vanya vom Balkon gesprungen. "Wenn du springen willst, spring!", hat Pete zuvor noch zu Vanya gesagt. Nach der Beerdigung gehen Pete, Sasha und seine Freundin Karina erst mal in den Club, feiern. Dort lernen sie den Künstler Vasilisk kennen, der Sashas beschnitten Schwanz fotografieren will. Bei sich zuhause führt Vasilisk den dreien seine Kunst vor: Er löst alte Politiker-Büsten in Säure auf und präsentiert die deformierten Objekte als neue Skulpturen. Aus Langweile trinkt Pete einen Schluck der Säure und landet im Krankenhaus. Ein paar Tage später wird er mit einem dicken Pflaster über den Mund entlassen. Als er wieder zu sprechen beginnt, findet er endlich Worte für das Chaos um sich.

Der russischen Schauspieler Alexander Gorchilin - bekannt aus seiner Zusammenarbeit mit Kirill Serebrennikov ("Der die Zeichen liest", 2016; "Leto", 2018) - hat mit ACID ein abgründiges Porträt der Jugend im heutigen Russland gedreht. Den jungen Männern in seinem Film scheint es ökonomisch an nichts zu mangeln, emotional wirken sie jedoch in einer Gesellschaft ohne Väter und ernstzunehmende Identifikationsfiguren vollkommen verwahrlost und orientierungslos. Partys, Drogen und Sex funktionieren irgendwann nicht mehr als Fluchträume vor der Kommunikationslosigkeit und Leere der umgebenden Welt. Ein Not-Coming-of-Age-Film mit ätzender Wirkung.

ACID feierte im Panorama der Berlinale internationale Premiere und wurde beim "goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films" mit dem Hauptpreis, der Goldenen Lilie, ausgezeichnet. Am 8. August startet der Film in den Kinos.

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MESSER IM HERZ
Kinostart: 18.07.2019

Ein Film von Yann Gonzalez
FR 2018, 102 Minuten, franz. OF mit deutschen UT

Paris, Sommer 1979. Filmemacherin Anne (Vanessa Paradis) verdient ihr Geld als Regisseurin und Produzentin drittklassiger Schwulenpornos. Als sie von ihrer Freundin Loïs (Kate Moran) verlassen wird, beschließt Anne die Geliebte, die zugleich die Cutterin ihrer Filme ist, mit einem ambitionierten Filmprojekt zurückzugewinnen. Doch eine brutale Mordserie überschattet den Dreh: Ein mysteriöser Killer dezimiert, bewaffnet mit einem Dildo mit Schnappklinge, Cast und Crew. Als die polizeilichen Ermittlungen nicht vorankommen, will Anne dem Mörder selbst eine Falle stellen. Doch ihr Plan bringt das verbleibende Team in größte Gefahr ...

Nach seinem sinnlich-surrealen Debütfilm "Begegnungen nach Mitternacht" (2013) entwirft der französische Regisseur Yann Gonzalez einen wilden und höchstreferentiellen Genre-Mix aus blutigem Giallo-Schlitzer, düsterem Psycho-Thriller und frivolem Erotik-Melodram, der zugleich liebevolle Hommage an das französische Schwulenporno- und Undergroundkino der 70er Jahre ist. In sein cinephiles Labyrinth der Lüste und Traumata schickt er zur betörenden Musik der Elektronikband M83 neben Superstar Vanessa Paradis einige der aufregendsten jungen Darsteller Frankreichs, darunter Nicolas Maury und Félix Maritaud („Sauvage“). Bei seiner Uraufführung im Wettbewerb von Cannes wurde Gonzalez‘ bildgewaltiger Filmrausch als radikales Meisterwerk gefeiert. Es folgten zahlreiche Preise, u.a. der renommierte Prix Jean Vigo, Frankreichs wichtigste Auszeichnung für junge visionäre Filmkunst.

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BEFORE STONEWALL
50 Jahre "Stonewall-Inn" (2019)

Ein Film von Greta Schiller, Robert Rosenberg und Andrea Weiss
USA 1984, 87 Minuten, s/w und Farbe, englische OmU, FSK 12

Der Aufstand in der New Yorker Bar Stonewall-Inn am frühen Morgen des 28. Juni 1969 gilt als Ur-sprungsmythos des schwul-lesbischen Aktivismus im Kampf um eigene Rechte und gesellschaftliche Anerkennung – und wird heute auf der ganzen Welt am Christopher-Street-Day gefeiert. War Stonewall aber tatsächlich der Urknall homosexuellen Selbstbewusstseins? Greta Schiller zeigt mit ihrem Dokumentarfilm aus dem Jahr 1984, dass auch dieses zentrale Ereignis eine Vorgeschichte hatte und in die aufgeheizte politische Stimmung der 1960er Jahre eingebettet werden muss. Anhand von Fotografien, Filmausschnitten und Zeitzeugeninterviews gewährt BEFORE STONEWALL Einblicke in die Lebenswirklichkeiten US-amerikanischer Homosexueller von den 1920er Jahren an. So wird deutlich, dass die Zeit vor Stonewall eine manchmal beschwingt schöne, ansonsten jedoch überaus angespannte Zeit für Schwule und Lesben war. Die Möglichkeit zu einem selbstbestimmten Leben, wie es LGBTs heute zumindest in Teilen der westlichen Welt führen können, ist auch dem mutigen Engagement der Protagonisten von damals zu verdanken.

„Der Kochbuch-Film zu unserer Geschichte. Ein absolutes Muß!“ MANFRED SALZGEBER

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DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN
Kinostart: 27.06.2019

Ein Film von Susanne Heinrich
DE/FR/DK 2019, 80 Minuten, deutsche OF mit englischen UT

Auf der Suche nach einem Schlafplatz streift das melancholische Mädchen durch die Großstadt. Unterwegs begegnet sie jungen Müttern, die ihre Mutterschaft als religiöses Erweckungserlebnis feiern, findet Unterschlupf bei einem abstinenten Existentialisten, für den Sex »auch nur noch ein Markt« ist, und wartet in einer Drag Bar »auf das Ende des Kapitalismus«. Ihr Versuch, ein Buch zu schreiben, scheitert am ersten Satz des zweiten Kapitels, und sie findet keinen Platz zwischen Kunstgalerien, YogaStudios und den Betten fremder Männer. Statt sich zu bemühen hineinzupassen, fängt das Mädchen an, ihre Depression als Politikum zu betrachten

In 15 komischen Begegnungen erforscht Das melancholische Mädchen unsere postmoderne Gesellschaft zwischen Prekarisierung und Self Marketing, serieller Monogamie und Neo-Spiritualität, Ernüchterung und Glückszwang. Susanne Heinrichs Debütfilm verbindet Pop und Theorie, Feminismus und Humor – und ist voll von Zitaten, die man in Neonbuchstaben auf Werbetafeln leuchten sehen will

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HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN
Kinostart (Wiederaufführung): 30.05.2019

Ein Film von Volker Koepp
DE 1999, 126 Minuten
OF (Deutsch, Hebräisch, Jiddisch, Russisch, Ukrainisch) mit deutschen UT

Czernowitz im Westen der Ukraine war einst Zentrum jüdischer Kultur in der Bukowina, einer Grenzlandschaft, die über die Jahrhunderte vom Vielvölkergemisch geprägt war. Die jüdische Bevölkerung machte zeitweilig die Hälfte der Einwohnerschaft aus, es überlebten nur wenige die von Deutschen und Rumänen 1941 verordnete Deportation in die Lager Transnistriens.

Im Mittelpunkt von Volker Koepps Film aus dem Jahr 1999 stehen Herr Zwilling und Frau Zuckermann, die zu den letzten noch im alten Czernowitz geborenen Juden gehörten. Beide verbindet neben ihrer Freundschaft nicht zuletzt die deutsche Sprache. Täglich besucht Herr Zwilling in den Abendstunden die 90-jährige Frau Zuckermann. Man spricht über frühere Zeiten, das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur und die alltäglichen Sorgen. In den Lebensgeschichten dieser beiden Menschen steckt das Elend des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Erinnerungen verknüpft der Film Episoden aus dem jüdischen Leben im Czernowitz aus den späten 1990er Jahren, als die Stadt nach dem Ende der Sowjetunion erstmals wieder ins europäische Bewusstsein trat.

Angesichts des wieder zunehmenden Antisemitismus in ganz Europa hat Koepps filmisches Meisterwerk auch 20 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner Aussagekraft und Gültigkeit verloren. Auch das Leben der Menschen in der Region ist mit den politischen Auseinandersetzungen, mit der Annexion der Krim und dem fortdauernden Krieg in der Ost-Ukraine schwierig geblieben. Anlässlich des 75. Geburtstags von Volker Koepp kehrt HERR ZWILLING UND FRAU ZUCKERMANN am 30. Mai 2019 in restaurierter Fassung ins Kino zurück.

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DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN
Kinostart: 16.05.2019

Ein Film von Marie KreutzerAT 2019,
108 Min., deutsche OF

Mit Ende 20 glaubt Lola ihr Privatleben ebenso fest im Griff zu haben wie ihren Job als Unternehmensberaterin. Niemand weiß von ihrer Schwester Conny und der Geschichte psychischer Krankheit, die sich durch ihre Familie zieht. Doch als die Umstände Lola zwingen, Conny einen größeren Platz in ihrem Leben einzuräumen und ihr Geheimnis ans Licht kommt, droht sie selbst den Boden unter den Füßen zu verlieren.

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DER FUNKTIONÄR
Kinostart: 11.04.2018

ein Film von Andreas Goldstein
DE 2018, 72 Min., deutsche OF

Klaus Gysi war einer der führenden Kulturpolitiker der DDR. 1912 geboren, war er zwei Jahre alt, als der Erste Weltkrieg begann. Als er sechs war, brach das Kaiserreich zusammen. Mit 15 sah er vor dem Fenster der elterlichen Wohnung einen erschossenen Arbeiter auf der Straße liegen. Er trat dem kommunistischen Jungendverband bei, später der kommunistischen Partei. Bis 1945 lebte er illegal in Berlin. Dann machte er im sozialistischen Deutschland Karriere, Abstürze inbegriffen. Er war Verlagsleiter, Kulturminister, Botschafter, Staatssekretär für Kirchenfragen. Ein Meister der Gesten und des geschickten Taktierens im sozialistischen Apparat. 1988, kurz vor dem Ende der DDR, entließ ihn die Partei aus dem Staatsdienst. 1999 starb er.

Knapp 20 Jahren nach seinem Tod hat sein Sohn Andreas Goldstein („Adam und Evelyn“, 2018) einen sehr persönlichen Film über den Vater gedreht – über einen Mann, den er als Junge nur in Momentaufnahmen erlebt hat und der auch noch für den erwachsenen Sohn voller Widersprüche bleibt. Sein Film ist ein (auto-)biographischer Essay mit einer Fülle von Fotos, Archivmaterial aus dem DDR-Fernsehen und Aufnahmen aus Ostberlin. Er erzählt nicht nur eine private Geschichte, sondern zielt auch auf eine neue Betrachtung jenes Staates, aus dem der Regisseur selbst stammt. „Die Not, diese Geschichten zu erzählen, erwächst nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart“, erklärt Goldstein. „Heute werden die Konflikte der DDR dramatisiert und durchweg auf den Gegensatz von Freiheitswillen und Repression reduziert. Sie bilden dabei weniger die DDR ab, als vielmehr eine Gegenwart, die sich selbst legitimieren muss und nun in diesen Erzählungen als Erlösung erscheinen kann.“

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HELMUT BERGER, MEINE MUTTER UND ICH
Kinostart: 07.03.2019

Ein Film von Valesca Peters
DE 2019, 82 Minuten

„Was macht eigentlich Helmut Berger?“, fragt sich Bettina Vorndamme, Filmfan in den besten Jahren – und googelt los. Im Netz der Schock: Skandalauftritte, Dschungelcamp, Alkoholsucht! Der Schauspielstar aus „Die Verdammten“ und „Ludwig“, einstmals „schönster Mann der Welt“, scheint nur noch ein Schatten seiner Selbst zu sein. Die Finanzcontrollerin aus Niedersachsen beschließt, den Niedergang zu stoppen, und ist überzeugt: Berger braucht nur einen anständigen Auftrag, dann wird er schon wieder. Mit Hilfe ihrer Tochter nimmt sie Kontakt nach Salzburg auf. Kurz darauf sitzt die Schauspielikone tatsächlich auf dem Sofa ihres Bauernhauses und trinkt Kaffee aus Omas Sammeltassen. Zwischen dem ungleichen Paar entwickelt sich eine innige Freundschaft – mit vielen Höhen und Tiefen. Und dann bekommt Helmut auch noch das Angebot, im Alter von 73 Jahren sein Theaterdebüt an der Berliner Volksbühne zu geben ...

Filmemacherin Valesca Peters begleitet das Kennenlernen zwischen ihrer Mutter und dem eigenwiligen Schauspieler mit der Kamera – und nähert sich dem Menschen Helmut Berger dabei selbst immer mehr an. Während der Weltstar aus Bad Ischl sein Leben vor und hinter der Kamera ausbreitet, verwischen die Grenzen zwischen Kinomythen und persönlichen Erinnerungen. Ein liebevoller und intimer Film über einen sensiblen Künstler, über Familie und Wahlverwandtschaften, das Abstürzen und Wiederaufstehen – und darüber, dass sich ein Stück Würde im Leben manchmal wieder zurückholen lässt.

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RAFIKI
Kinostart: 31.01.2019

Ein Film von Wanuri Kahiu
KE 2018, 83 Min., OmU

„Gute kenianische Mädchen werden gute kenianische Ehefrauen“ – Kena lernt schon früh, was von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland erwartet wird: artig sein und sich dem Willen der Männer fügen. So wird auch ihre alleinerziehende Mutter dafür verantwortlich gemacht, dass ihr Mann sie für eine jüngere Frau verlassen hat. Doch die selbstbewusste Kena lässt sich nicht vorschreiben, wie es zu leben hat. So freundet sie sich auch mit der hübschen Ziki an, obwohl ihre Väter politische Konkurrenten sind. Das Gerede im Viertel ist den Mädchen zunächst ziemlich egal. Doch als sich Kena und Ziki ineinander verlieben, müssen sie sich entscheiden: zwischen der vermeintlichen Sicherheit, ihre Liebe zu verbergen, und der Chance auf ihr gemeinsamen Glück.

RAFIKI – der Titel bedeutet auf Suaheli „Freund(in)“ – ist der erste kenianische Film, der bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. In Kenia selbst, wo Homosexualität noch immer unter Strafe steht, wurde der Film zunächst mit einem Aufführungsverbot belegt, das erst nach einer Klage der Regisseurin gelockert wurde. Basierend auf der preisgekrönten Kurzgeschichte „Jambula Tree“ (2008) der ugandischen Autorin Monica Arac de Nyeko, erzählt RAFIKI von einer afrikanischen Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. Ein mitreißender Film, der vor Freiheitsliebe und Lebensfreude in strahlenden Farben leuchtet.

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POSTCARDS FROM LONDON
Kinostart: 13.12.2018

Ein Film von Steve McLean
UK 2018, 90 Minuten, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Der bildhübsche Kleinstadtjunge Jim kommt nach London, um in der großen Stadt sein Glück zu finden. Doch schon in der ersten Nacht wird er ausgeraubt und muss auf der Straße übernachten. Dort hört er von "The Raconteurs", einer Gruppe von feingeistigen Männer-Escorts mit enzyklopädischem Wissen über die schönen Künste, die sich auf das geschliffene Gespräch vor und nach dem Sex spezialisiert haben. Jim schließt sich den Jungs an und steigt schnell vom naiven Anfänger zur gefragten Begleitung und Künstler-Muse auf. Mit seinem Aussehen könnte er es sogar zum größten Stricher-Star bringen, den London je gesehen hat. Wenn er nur nicht unter dem Stendhal-Syndrom leiden würden, das ihn beim Anblick wahrer Kunst in Ohnmacht und in Tableau vivants seines Lieblingsmalers Caravaggio fallen lässt. Doch Jims Übersensibilität eröffnet ihm auch ganz neue Möglichkeiten …

Regisseur Steve McLean siedelt seine selbstironische Ode an die Kunst der käuflichen Liebe in einem hochstilisierten Soho der Gegenwart an, in dem Escorts als die einzig wahren Träger schwuler Kulturgeschichte gelten. Jims Coming-of-Age-Geschichte ist eng verwoben mit queeren Filmklassikern wie Pasolinis "Accatone", Fassbinders "Querelle" und Van Sants "My Own Private Idaho". Wichtigste Bezugspersonen sind aber Caravaggio - der erste Maler, der es wagte, Bettler und Huren zu Heiligen zu machen - und Derek Jarman, der das Leben des Künstlers kühn verfilmte. In der Hauptrolle glänzt der britische Nachwuchsstar Harris Dickinson, der seit Eliza Hittmans preisgekröntem Jugenddrama "Beach Rats" (2017) zu einem der aufregendsten Darsteller seiner Generation zählt.

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SAUVAGE
Kinostart: 29.11.2018

Ein Film von Camille Vidal-Naquet
FR 2018, 99 Minuten, französische OF mit deutschen UT

Léo ist 22, lebt in Straßburg und verkauft seinen Körper. Nachts lässt er sich durch die Stadt treiben, tagsüber schläft er irgendwo für ein paar Stunden. Wenn es Ärger mit Freiern gibt, hilft ihm sein bester Freund Ahd. Aber der Partner, nach dem Léo sich sehnt, der Mann, in dessen Armen er einschlafen darf, kann Ahd nicht für ihn sein. Léos rastlose Suche geht immer weiter. Sein Herz schlägt wild dabei.

Der Debütfilm von Regisseur Camille Vidal-Naquet steht mit seiner zarten Rohheit in der stolzen Tradition der empfindsamen Stricherfilme von Patrice Chéreau („Der verführte Mann“), André Téchiné („Ich küsse nicht“), Gus Van Sant („My Private Idaho“) und Robin Campillo („Eastern Boys“). Für seine kompromisslose Darstellung eines jungen Mannes zwischen Verlorenheit, körperlicher Selbstausbeutung und einer unstillbarer Sehnsucht nach menschlicher Nähe wurde Léo-Darsteller Félix Maritaud („120 BPM“) bei dem Filmfestspielen in Cannes mit dem Rising Star Award der Louis Roederer Foundation ausgezeichnet und als neue Hoffnung des französischen Kinos gefeiert. Ein intensives, zutiefst berührendes Porträt.

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DER MARKTGERECHTE PATIENT
Kinostart: 08.11.2018

Ein Film von Leslie Franke & Herdolor Lorenz
DE 2018, 82 Min., deutsche OF

Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf sogenannte Fallpauschalen steht für deutsche Klinken nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Der Film deckt die gefährlichen Auswirkungen dieser Ökonomisierung auf Patienten und Klinikbeschäftigte auf.

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SORRY ANGEL
Kinostart: 25.10.2018

Ein Film von Christophe Honoré
FR 2018, 132 Min., französische OF mit deutschen UT

Paris, 1993. Der Schriftsteller Jacques ist Mitte 30, teilt sich das Sorgerecht für seinen kleinen Sohn Louis mit dessen leiblicher Mutter und versucht, sich das Leben nicht zu sehr von seiner HIV-Infektion diktieren zu lassen. Auf einer Lesung in der Bretagne lernt er den Nachwuchsfilmemacher Arthur kennen, der gerade beginnt, sich von den Fesseln der Provinz zu befreien. Arthur verliebt sich auf den ersten Blick in den geheimnisvollen Autor. Doch Jacques zögert, sich auf die Beziehung mit dem deutlich jüngeren Mann einzulassen. Auch weil er ahnt, dass ihnen dafür nicht mehr viel Zeit bleiben würde …

Christophe Honoré zählt seit seinen Kritikerlieblingen "Meine Mutter" (2004) und "Chanson der Liebe" (2007) zu den aufregendsten europäischen Regisseuren seiner Generation. Sein neuer Film, der im Wettbewerb von Cannes uraufgeführt wurde, ist ein intimes und generationenübergreifendes Zeitstück über das Leben in der Pariser Bohème in der Hochphase der Aids-Krise. In den Hauptrollen glänzen mit Pierre Deladonchamps ("Der Fremde am See") und Vincent Lacoste ("Jungs bleiben Jungs", "Eden") zwei Hoffnungsträger des jungen französischen Kinos.

Ein zärtlicher und zutiefst berührender Film über körperliche und intellektuelle Verführung, übers Jungsein und Altwerden, über die große Liebe und den Mut, bis zuletzt seinen Gefühlen zu folgen.

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WALDHEIMS WALZER
Kinostart: 04.10.2018

ein Film von Ruth Beckermann
AT 2018, 93 Minuten, dt./engl./franz. OF teilweise mit dt. UT

WALDHEIMS WALZER dokumentiert, wie während des Wahlkampfs des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kurt Waldheim um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten im Jahr 1986 die Lücken in dessen Kriegsbiografie vom Jüdischen Weltkongress in New York aufgedeckt wurden. Dies führte in Österreich zu nationalem Schulterschluss, antisemitischen Ausschreitungen – und schließlich zu Waldheims Wahl. Mit internationalem Archivmaterial sowie selbst gedrehten Videoaufnahmen analysiert Ruth Beckermann den Zusammenbruch der österreichischen Lebenslüge, "erstes Opfer der Nazis" gewesen zu sein. Ein Film über die Mechanismen der Mobilisierung hetzerischer Gefühle, über Lügen, Wahrheit und "alternative Fakten".

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>> www.waldheimswalzer.at



 
SEESTÜCK
Kinostart: 13.09.2018

ein Film von Volker Koepp
DE 2018, 135 Min. deutsche OF

Die Ostsee in ihren jahreszeitlichen Stimmungen, das helle Licht und die Luftspiegelungen, die Wolken am hohen Himmel, die Vögel im Sturm über den Wellen. Vor der magischen Naturkulisse begegnen wir Menschen, die an den Rändern der Ostseeländer leben: auf der Insel Usedom und an den polnischen Stränden, an den baltischen Küsten und den nördlichen Schären in Schweden. Fischer und Wissenschaftler, Seeleute und junge Menschen erzählen von ihrem Leben im Einklang mit der alle verbindenden Meereslandschaft, von ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und Hoffnungen. Sie entwerfen aber auch das Bild eines Alltags, in dem ökologische Probleme, politische Ost-West-Konflikte und nationale Egoismen allgegenwärtig sind.

Mit SEESTÜCK schließt Volker Koepp einen filmischen Zyklus ab, den er mit "Berlin-Stettin" (2010) begann. In diesem Film mischte der Regisseur in seine Beschreibung ostdeutscher Film- und Lebensräume erstmals auch autobiografische Bezüge. "In Sarmatien" (2013) erweiterte den Blick auf die Region östlich der Weichsel und zwischen dem Schwarzen Meer und der Ostsee. Mit "Landstück" (2016) kehrte Koepp in die Uckermark nördlich Berlins zurück. SEESTÜCK – ein Film über die Ostsee, über das Leben am Meer und mit dem Meer – schließt den Reigen nun ab. Wie in den Filmen zuvor spiegeln sich hier die Bögen der Historie in den privaten Lebensläufen der Gegenwart. Auch für die kleine Ostsee gilt: Landschaftsbild ist Weltbild.

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DONBASS
Kinostart: 30.08.2018

ein Film von Sergei Loznitsa
Ukraine 2018, 121 Minuten,
ukrainisch-russische OF mit deutschen UT

Der Donbass in der Ostukraine. Seit 2014 herrscht hier ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten. In 13 kaleidoskopartigen, absurden Vignetten zeigt Regisseur Sergei Loznitsa ein Land, das zwischen informellen Machtstrukturen, Korruption und Fake News zerrieben wird. Eine Gruppe Schauspieler inszeniert einen TV-Beitrag über einen fingierten feindlichen Anschlag; aus Rache für einen vermeintlichen Rufmord kippt eine Politikerin Fäkalien über den Kopf eines Chefredakteurs; ein Mann führt durch eine weitverzweigte Bunkeranlage, in dem dutzende Menschen Zuflucht vor Feuerbeschuss suchen. Beschlagnahmungen, Kontrollschikanen und Prügelstrafen sind an der Tagesordnung. Der kalte Horror von Angst, Gewalt und Hysterie erfasst mehr und mehr Bereiche des Lebens und nimmt immer groteskere Züge an ...

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>> www.donbass-film.de


 
LEBENSZEICHEN - JÜDISCHSEIN IN BERLIN
Kinostart: 23.08.2018

Ein Film von Alexa Karolinski
DE 2018, 83 Min., deutsche OF

Klappernde Teller, mit denen der Tisch für das Rosh-Hashanah-Fest gedeckt wird. Das hell erleuchtete Haus einer alten jüdischen Dame, die den Krieg in einem dunklen Bunker überlebt hat. Eine Gruppe von Freundinnen, die den Garten der Liebermann-Villa pflegen... Zwei Generationen nach dem Holocaust mögen die Erinnerungen daran zu verblassen beginnen, aber in kleinen, scheinbar banalen Momenten des täglichen Lebens sind sie noch ganz spürbar. Die Regisseurin Alexa Karolinski hat Familienmitglieder, Freunde, Historiker und zufällige Bekannte befragt und ist mit ihrer Kamera im heutigen Berlin auf Spurensuche gegangen. Sie folgt den vielgestaltigen Lebenszeichen, Ritualen und Gewohnheiten um festzuhalten, wie persönliche Erinnerung und kollektive Geschichte, vererbtes Trauma und gelebte Gegenwart zusammenwirken.

Nach "Oma & Bella" (2012), Karolinskis berührendem Doppelporträt von ihrer Großmutter und deren besten Freundin, ist LEBENSZEICHEN – JÜDISCHSEIN IN BERLIN der zweite Teil einer Trilogie über jüdische Identität und Leben in Deutschland, die das Gestern als notwendige Bedingung für das Heute versteht. LEBENSZEICHEN ist nicht nur eine intime Selbst- und Familienerkundung, sondern auch ein vielstimmiges Portrait der deutschen Hauptstadt und seiner jüdischen Geschichte. Die ruhige Erzählung und assoziative Struktur des Films sind dabei eine Einladung an die Zuschauer_innen, den ganz eigenen Lebenszeichen nachzuspüren.

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FAMILIE BRASCH
Kinostart: 16.08.2018

ein Dokumentarfilm von Annekatrin Hendel
DE 2018, 103 Min., deutsche OF

In den Jahren nach 1945 sind die Braschs eine perfekte Funktionärsfamilie, die in der sowjetisch besetzten Zone den deutschen Traum vom Sozialismus lebt: Horst Brasch, ein leidenschaftlicher Antifaschist und jüdischer Katholik, baut die DDR mit auf, obwohl seine Frau Gerda darin nie heimisch wird. Sohn Thomas wird zum Literaturstar, er träumt wie sein Vater von einer gerechteren Welt, steht aber wie seine jüngeren Brüder Peter und Klaus dem real existierenden Sozialismus kritisch gegenüber. 1968 bricht in der DDR wie überall der Generationenkonflikt auf. Vater Brasch liefert den rebellierenden Sohn Thomas an die Behörden aus – und leitet damit auch das Ende der eigenen Karriere ein. Nach 1989 sind sozialistische Träume, egal welcher Art, nichts mehr wert.

Regisseurin Annekatrin Hendel („Vaterlandsverräter“, „Anderson“) porträtiert in ihrem neuen Film drei Generationen Brasch, die die Spannungen der Geschichte innerhalb der eigenen Familie austragen – zwischen Ost und West, Kunst und Politik, Kommunismus und Religion, Liebe und Verrat, Utopie und Selbstzerstörung. Sie trifft die einzige Überlebende des Clans, Marion Brasch, sowie zahlreiche Vertraute, Geliebte und Freunde, unter ihnen die Schauspielerin Katharina Thalbach, der Dichter Christoph Hein, die Liedermacherin Bettina Wegner und der Künstler Florian Havemann.

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GUTE MANIEREN
Kinostart: 26.07.2018

ein Film von Juliana Rojas & Marco Dutra
BR/FR 2017, 135 Minuten
portugiesische OF mit deutschen UT

Die mysteriöse und bildhübsche Ana engagiert die alleinstehende Krankenschwester Clara, die sich um Anas schickes Apartment in São Paulo und später als Kindermädchen um deren ungeborenes Baby kümmern soll. Rasch entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine innige Beziehung. Doch mit dem Voranschreiten der Schwangerschaft verhält sich Ana immer merkwürdiger: Sie hat ständig Lust auf Fleisch und schlafwandelt bei Vollmond blutdurstig durch die Stadt. Nach der schaurig-überstürzten Geburt ist Clara alleine mit Anas Kind. Sie zieht es voller Liebe und Fürsorge auf. Doch je älter es wird, desto stärker wird der verheerende Ruf des Mondes ...

Mit fantastisch stilisierten Sets, einem traumhaften Lichtkonzept und einem magisch schwirrenden Musikscore entwickelt das Regie-Duo Juliana Rojas und Marco Dutra aus der romantischen Mütter-Kind-Geschichte ein gruseliges Großstadt-Märchen, das sich raffiniert auf folkloristische Traditionen Brasiliens und auf Genre-Klassiker wie „Rosemaries Baby“ (1968) und „American Werewolf“ (1981) bezieht. GUTE MANIEREN ist aber zugleich ein kritischer Kommentar auf die heutige brasilianische Gesellschaft, die noch immer stark von patriarchalen Ordnungen, sozialen Klassenunterschieden und dem strengen Glauben an die katholische Kirche geprägt ist. Der herzzerreißende Horrorfilm wurde vergangenes Jahr bei den Filmfestspielen in Locarno als Meisterwerk gefeiert und mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

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RYUICHI SAKAMOTO: CODA
Kinostart: 12.07.2018

Ein Film von Stephen Nomura Schible
US/J 2017, 102 Min., japanisch-englische OF mit deutschen UT

Ryuichi Sakamoto ist einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit. Seine sagenhafte Karriere umspannt über vier Jahrzehnte. In den späten 70ern erfindet er mit seiner Band Yellow Magic Orchestra den japanischen Techno-Pop, veröffentlicht als Solo-Künstler erste Alben zwischen elektronischer, klassischer und Weltmusik und wird als Shooting Star gefeiert. In den 80er und 90er Jahren komponiert er legendäre Soundtracks für "Merry Christmas, Mr. Lawrence", "Der Himmel über der Wüste" und "Little Buddha". Für die Filmmusik zu "Der letzte Kaiser" wird er 1987 mit dem Oscar ausgezeichnet. Bis heute gibt Sakamoto seiner Musik über Kollaborationen mit anderen wegweisenden Komponisten, Regisseuren und Konzeptkünstlern immer wieder neue Impulse. Seit der Atomkatastrophe von Fukushima engagiert er sich zudem stark als Umweltaktivist und gilt als einer der Wortführer der Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan.

Regisseur Stephen Nomura Schible hat den Komponisten seit 2012 mit der Kamera begleitet. 2014 wird bei Sakamoto Mundrachenkrebs diagnostiziert, und der Musiker bricht alle Projekte ab. Als die Dreharbeiten weitergehen können, zieht Sakamoto vor dem Hintergrund der ökologischen Situation seines Heimatlandes und seiner persönlichen Lebenskrise Resümee. Archivmaterial aus dem vielgestaltigem Künstlerleben stellt der Film neben aktuelle Bilder, in denen der Komponist mit neuen Kräften wieder zurück zu seiner Arbeit findet, zurück zu seiner Suche nach Klängen, die der Wahrnehmung unserer Welt neue Wege eröffnen, zurück zu einem neuen musikalischen Ausdruck. RYUICHI SAKAMOTO: CODA ist nicht nur das tief berührende Porträt eines einzigartigen Künstlers, sondern auch ein faszinierender Film über den kreativen Prozess. Kein Ausklang, sondern ein Neubeginn.

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MARVIN
Kinostart: 05.07.2018

Ein Film von Anne Fontain
FR 2017, 114 Min., franz. OF mit deutschen UT

Martin Clement, geboren als Marvin Bijou, ist entkommen. Dem Dorf seiner Kindheit. Der Tyrannei seines Vaters. Der Resignation seiner Mutter. Den Schikanen seiner Geschwister und Mitschüler. Allen, die ihn nicht verstehen wollten, weil er anders war als sie. Aber es gab auch Verbündete. Seine Lehrerin Madame Clement, die ihm die Welt des Theaters zeigte und deren Namen er voll Dankbarkeit annahm. Den Schriftsteller Abel Pinto, der ihn ermutigte, seine Geschichte aufzuschreiben. Und die Schauspielerin Isabelle Huppert, die sein Lebensstück mit ihm auf die Bühne bringen will. Martin ist bereit, für diese Aufführung alles zu riskieren. Sie soll zum endgültigen Zeugnis seiner Neuerfindung werden.

Für ihr authentisches Porträt eines schwulen Jungen, der sich von seiner prekären Herkunft befreit und zu einer eigenen künstlerischen Stimme findet, wechselt Regisseurin Anne Fontaine zwischen Marvins traumatischer Vergangenheit in der ostfranzösischen Provinz und Martins verheißungsvoller Gegenwart in der Pariser Bohème hin und her. Die berührende Geschichte einer queeren Selbstermächtigung gegen alle sozialen und kulturellen Widerstände erinnert stark an Édouard Louis' Bestseller "Das Ende von Eddy" (2014), ist aber keine Adaption. Bei den Filmfestspielen in Venedig wurde der Film, in dem neben Newcomer Finnegan Oldfield ("Nocturama", 2016) mit Isabelle Huppert und Charles Berling auch zwei Stars des französischen Kinos glänzen, mit dem Queer Lion ausgezeichnet.

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DER PRINZ UND DER DYBBUK
Kinostart: 07.06.2018

Ein Film von Elwira Niewiera & Piotr Rosołowski
Polen/Deutschland 2017, 82 Minuten

Wer war Moshe Waks, der 1904 als Sohn eines armen jüdischen Schmiedes aus der Ukraine geboren wurde und als Prinz Michał Waszyński 1965 in Italien starb? War er ein Wunderkind des Kinos, ein raffinierter Betrüger oder ein Mann, der filmische Illusion und Realität nicht auseinanderhalten konnte?

Als Regisseur und Produzent von Hollywood-Filmen in Italien und Spanien schuf Waszyński über 40 Filme. Er arbeitete mit Stars wie Sophia Loren, Claudia Cardinale und Orson Welles. Seine eigentliche Obsession aber galt dem Film "Der Dybbuk", bei dem er 1937 Regie führte. Der Film beruht auf einer alten jüdischen Legende, in der eine junge Frau von dem Geist (auf Jiddisch: 'dybbuk') ihrer ersten Liebe heimgesucht wird. "Der Dybbuk" gilt nicht nur als einer der geheimnisvollsten jiddischen Filme der Filmgeschichte; er spiegelt auch Waszyńskis ruheloses Leben mit vielen ungelüfteten Geheimnissen wider. Im Laufe der Jahre nehmen die Idee der unerwiderten Liebe und die seelische Besessenheit auch im Leben des Filmemachers eine immer größere Rolle ein.

Elwira Niewiera und Piotr Rosołowski nehmen in DER PRINZ UND DER DYBBUK Waszyńskis Spur auf und folgen ihm nach Polen, in die Ukraine und die USA, nach Italien, Israel und Spanien. Für ihr faszinierendes Porträt eines menschlichen Chamäleons, das kontinuierlich Namen, Religion, Titel und Länder wechselte, um seine eigene Lebensgeschichte wie ein Filmdrehbuch zu schreiben, wurden die beiden in Venedig mit dem Löwen für den Besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.

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USEDOM - DER FREIE BLICK AUFS MEER
Kinostart: 31.05.2018

Ein Film von Heinz Brinkmann
DE 2018, 95 Minuten, deutsche OF

Lange, feinsandige Strände. Die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Eine nicht enden wollende Promenade bis zur Mündung der Swina in Polen. Das weite Haff der Oder, der Peenestrom und das Achterwasser. Fischerdörfer hinter Mischwäldern. Seebrücken vor Strandhotels. Prachtvillen aus der Gründerzeit. Die Legende von Vineta.

Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Berliner Bankiers die verzaubernde Schönheit der Küsten Usedoms - und machten daraus ein geniales Geschäftsmodell. Heute zieht es alljährlich Millionen von Touristen auf die Insel. Doch die Gäste bringen nicht nur Wachstum, sondern verändern auch das Gesicht Usedoms.

Regisseur Heinz Brinkmann, der selbst aus Heringsdorf stammt, versammelt 25 Jahren nach seinem Film "Usedom - Ein deutsches Inselleben" neue Geschichten von Insulanern, die auf unterschiedliche Weise nach Usedom kamen und zu Gastgebern für Millionen von Urlaubern wurden. USEDOM - DER FREIE BLICK AUFS MEER beschreibt die deutsch-polnische Insel als einen Ort, an dem der europäische Gedanke des nationalen Zusammenwachsens so stark gelebt wird wie kaum anderswo. Er zeigt aber auch den immer schärfer ausgetragenen Konflikt zwischen der Bewahrung einer einzigartigen Bäderarchitektur und der Errichtung von neuen, verwechselbaren Luxus-Quartieren durch auswärtige Investoren. Ein nostalgisch-heiterer Streifzug über die berühmte Urlaubsinsel mit nachdenklichen Blicken.

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DIE HÜTTE AM SEE
Kinostart: 24.05.2018

Ein Film von Mikko Makela
FI/UK 2017, 107 Minuten, finnisch - englische OF mit deutschen UT

Leevi studiert in Paris Literaturwissenschaften und müsste in den Sommerferien eigentlich seine Abschlussarbeit über Arthur Rimbaud und Kaarlo Sarkia schreiben. Stattdessen kommt er zu Besuch nach Finnland, um seinem Vater, der mit dem Studium wenig anfangen kann und vom Schwulsein seines Sohnes nichts wissen möchte, bei der Renovierung des alten Ferienhauses zu helfen. Zur Hand gehen soll ihnen dabei der junge Syrer Tareq, der als Flüchtling nach Finnland gekommen ist. Als der Vater die beiden jungen Männer für einige Zeit alleine lässt, kommen sich Leevi und Tareq körperlich und emotional immer näher.

Elegant verschränkt Regisseur Mikko Makela die verschiedenen Lebens- und Familienperspektiven des Emigranten Leevi und des Immigranten Tareq. "Ich sehe dieses Land anders als du", sagt Tareq zu Leevi an einer Stelle. "Es ist jetzt mein Zuhause." Von einer unbeschwerten Romanze inmitten einer skandinavischen Sommeridylle entwickelt sich DIE HÜTTE AM SEE so und dank seiner beiden herausragenden Hauptdarsteller Janne Puustinen und Boodi Kabbani zu einem vielschichtigen und gegenwärtigen Film über die Frage nach Herkunft und die Suche nach einer neuen Heimat.

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SCHATZKAMMER BERLIN
Kinostart: 17.05.2018

Ein Film von Dag Freyer
DE 2018, 87 Minuten, deutsche OF

Berlin hat eine einzigartige Schatzkammer: die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, eine der fünf großen Universalsammlungen der Welt. Zu ihr gehören 19 Museen mit über fünf Millionen Objekten, eine der weltweit größten Bibliotheken sowie herausragende Archive und Forschungsinstitute. Zu den "Stars" der gigantischen Sammlung, die von der Steinzeit bis zur zeitgenössischen Kunst alle Sparten der kulturellen Überlieferung umfasst, zählen die Büste der Nofretete im Neuen Museum, Hans Holbeins Porträt des Kaufmanns Georg Gisze in der Gemäldegalerie oder die Installation "Das Kapital" von Joseph Beuys im Hamburger Bahnhof.

Die Berliner Museen stellen nicht nur aus, sie suchen auch nach Antworten auf große Fragen der Menschheit: Wie können wir die Welt und ihre Ressourcen erschließen und doch im Einklang mit ihr leben? Wie gehen wir verantwortungsvoll mit der eigenen Geschichte um? Und wie können wir mit Hilfe unseres reichen kulturellen Erbes die Wirklichkeit besser verstehen und gestalten? Regisseur Dag Freyer enthüllt Geheimnisse spektakulärer Kunstobjekte, zeigt die Arbeit der Museumsmacher, begleitet Archäologen nach China und reist mit einem Kurator nach Kamerun. Die Berliner Museen offenbaren sich so nicht nur als Tempel der Schönheit und hochmoderne Forschungszentren, sondern auch als Hort zahlloser spannender Geschichten.

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DRAUSSEN IN MEINEM KOPF
Auf Festivals
Kinostart: 26.04.2018

Ein Film von Eibe Maleen Krebs
DE 2018, 99 Minuten, deutsche OF

Christoph beginnt sein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Pflegeheim als persönlicher Betreuer des 28-jährigen Sven. Der schwerkranke junge Mann leidet an Muskeldystrophie, das Pflegezimmer ist sein Mikrokos mos, den er seit Jahren souverän lenkt. Svens Humor wirkt fremdartig und bedrohlich, was auch Christoph sofort zu spüren bekommt. Aber nach der ersten „Willkommenskrise“ lässt Sven Christoph allmählich in seine Welt hinein. Er beginnt sich zu öffnen, und die beiden jungen Männer freunden sich immer mehr an. Echte Nähe und Vertrautheit entstehen, sodass Sven Christoph seinen innigsten Wunsch anvertraut.

Für die Entwicklung der Geschichte, die lose auf einer wahren Begeben heit beruht, wurde Drehbuchautorin und Regisseurin Eibe Maleen Krebs zusammen mit ihrem Co-Autor Andreas Keck mit dem Wim-Wenders-Sti pendium zur Förderung innovativer filmischer Erzählkunst ausgezeichnet. Durch Krebs‘ feinfühlige Regie, das berührende Schauspiel von Samuel Koch und Nils Hohenhövel, für die es beide die erste Kinohauptrolle ist, und die intime Bildgestaltung der vielfach ausgezeichneten Kamerafrau Judith Kaufmann („Scherbentanz“, „Die Fremde“) entsteht aus der ver meintlichen Enge von Svens Pflegezimmer ein von allen Fesseln befreiter Film über Vertrauen und Freundschaft.

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SPK KOMPLEX
Kinostart: 19.04.2018

Ein Film von Gerd Kroske
DE 2018, 111 Minuten

1970 gründete der Arzt Wolfgang Huber in Heidelberg mit Patienten das »Sozialistische Patientenkollektiv«, kurz SPK. Die antipsychiatrisch ausgerichtete Gruppe kritisierte die damalige Behandlung von psychisch Kranken als »Verwahr-Psychiatrie« und verknüpfte innovative Therapiemethoden mit politischen Forderungen. Hubers Experiment fand bald viele Anhänger, führte aber auch zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Uni Heidelberg und der baden-württembergischen Landesregierung. Im Zuspitzen des Konflikts radikalisierte sich das SPK, Gerüchte über latente Verbindungen zur RAF wurden laut. Huber, seine Frau und weitere Mitstreiter wurden verhaftet und vor Gericht gestellt.

Die SPK–Prozesse nahmen in der Härte, mit der sie von beiden Seiten geführt wurden – von Versuchen, Rechtsanwälte auszuschließen, bis zur Totalverweigerung der Angeklagten – die späteren Stammheim-Prozesse vorweg. Am Ende wurde das SPK zur kriminellen Vereinigung erklärt; Huber und seine Frau wurden zu langen Haftstrafen verurteilt und verloren ihre Approbationen. Seither haftet dem SPK der fragwürdige Ruf an, die RAF unterstützt zu haben und letztendlich in deren Terror aufgegangen zu sein. Dieser Ruf überlagert, worum es Huber und dem SPK eigentlich ging: um die Rechte von Patienten und um Therapien zur Selbstermächtigung.

In SPK KOMPLEX erzählt Regisseur Gerd Kroske (u.a. »Kehraus- Trilogie«, »Der Boxprinz«, »Heino Jaeger – Look before you kuck«, »Striche ziehen.«) über Interviews mit Hubers Weggefährten, mit Ermittlern, Richtern und Journalisten sowie über eine Fülle von unveröffentlichten Aufnahmen und Archivmaterial aus dem »Deutschen Vorherbst« die weitgehend unbekannte Geschichte des SPK und ihrer Folgen bis heute. Eine Geschichte vom Irresein und Irrewerden, von öffentlicher Wahrnehmung und den Mechanismen von Gewalt.

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ÜBER LEBEN IN DEMMIN
Kinostart: 22.03.2018

Ein Film von Martin Farkas
DE 2017, 90 Minuten, deutsche OF

Ein 8. Mai in Deutschland. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Demmin, eine kleine Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, erwacht. Gespenstische Stille. Unruhiges Warten. Sieben Hundertschaften Polizei nehmen Position ein. Neonazis formieren sich. Hier soll heute nicht der Tag der Befreiung gefeiert werden …

Frühjahr 1945. Wenige Tage vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs ereignet sich in Demmin eine unfassbare Tragödie: Während die Rote Armee heranrückt, nehmen sich hunderte Einwohner das Leben. Sie schneiden sich die Pulsadern auf, vergiften, erschießen sich. Eltern töten erst ihre Kinder und dann sich selbst, ganze Familien gehen mit Steinen beschwert ins Wasser. Bis zum Ende der DDR wird über die genauen Umstände des beispiellosen Massensuizids geschwiegen. Heute versuchen Neonazis mit einem alljährlichen „Trauermarsch“ die noch immer bestehende Leerstelle zu besetzen und für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Bewohner von Demmin sind im Umgang mit den Ereignissen tief gespalten.

Regisseur Martin Farkas begibt sich in ÜBER LEBEN IN DEMMIN auf eine Reise in eine lang verdrängte Vergangenheit. Er trifft auf Bewohner, die das Drama als Kinder erlebt haben und zum ersten Mal davon erzählen, und auf deren Nachkommen, die jungen Demminer. Sein Film zeigt eine Stadt, die mit ihrer Geschichte allein gelassen ist, und spürt den Folgen des Traumas für die Menschen bis heute nach. ÜBER LEBEN IN DEMMIN erzählt von Depression, Gruppenzwang, Fremdenfeindlichkeit, falscher Trauer und dem politischen Missbrauch von Gefühlen – aber auch vom Überleben, vom Willen, sich gegen Hass und Fanatismus zu stellen und dem Wunsch, die Vergangenheit umfassend aufzuarbeiten.

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WALTER PFEIFFER - CHASING BEAUTY
Kinostart: 08.03.2018

ein Film von Iwan Schumacher
CH 2017, 89 Min., Schweizerdeutsch, Deutsch, Englisch, Französisch mit deutschen Untertiteln

Mit 71 Jahren steht der Schweizer Fotograf und Zeichner Walter Pfeiffer im Zenit seines künstlerischen Schaffens. Nach dem seine sinnlich-verspielten Bilder von jungen Menschen fast 30 Jahre lang vorwiegend in Underground-Magazinen erschienen sind, gelingt Pfeiffer in den 2000er der Durchbruch als international gefragter Modefotograf. Er arbeitet mit Supermodels wie Eva Herzigová und Cara Delevingne, seine Bilder erscheinen in Zeitschriften wie Vogue und i-D, seine Fotokunst findet sich in namhaften Museen und Sammlungen. Bis heute ist Pfeiffer auf der ganzen Welt unterwegs – immer auf der Suche nach der wahren Schönheit.

In Iwan Schumachers Dokumentarfilm spricht Pfeiffer mit Esprit und hintergründigem Humor über sein bewegtes Leben. Wir beobachten ihn beim Fotografieren von großen Modestrecken, beim Zeichnen von jungen Männern in der freien Natur und erleben, wie er aus realen Situationen Bilder mit dem unverwechselbaren Pfeiffer-Touch erschafft. Weggefährten aus Kunst und Mode reflektieren, wie Pfeiffer sich mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen beiden Welten bewegt. Und seine Ex-Modelle erzählen, wie ‚Walti‘ sie davon überzeugt hat, sie fotografieren zu dürfen. Da Pfeiffer fast ausschließlich junge Leute porträtiert, ist der Film über ihn auch eine faszinierende Reise durch 40 Jahre Jugendkultur.

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BIG TIME
Kinostart: 08.02.2018

Ein Film von Kaspar Astrup Schröder
DÄ 2017, 93 Minuten, dänisch-englische OF mit deutschen UT

Mit nur 43 Jahren ist der Däne Bjarke Ingels "einer der größten Stars der Architekturwelt" (The Wall Street Journal). Ingels' kühne und höchst originelle Bauwerke wie das VIA 57 West am New Yorker Central Park oder der Wohnhaus-Komplex Mountain Dwellings in Kopenhagen, die er mit seiner Firma Bjarke Ingels Group (BIG) entwirft und umsetzt, werden mit Preisen überhäuft und als Ikonen gefeiert. Rastlos jettet Ingels zwischen seinen Büros in Kopenhagen, London und New York und seinen Baustellen auf der ganzen Welt hin und her. Sein derzeit größtes Projekt ist einer der Wolkenkratzer des neuen World Trade Center - ein Gebäude, das die Skyline Manhattans für immer verändern wird. Mitten in den Arbeitsstress platzt eine Nachricht, die Ingels mit seiner Endlichkeit konfrontiert.

Regisseur Kaspar Astrup Schröder hat den Architekten über einen Zeitraum von fünf Jahren begleitet: zu kniffligen Planungstreffen, auf atemberaubende Baustellen und zu royalen Gebäudeeinweihungen. Ingels erklärt ihm die Geheimnisse seiner Entwürfe, den ständigen Kampf gegen die Kompromisse und den Preis, den er im Privatleben für seinen beruflichen Erfolg zahlen muss. BIG TIME ist das intime Porträt eines kreativen Genies mit schier grenzenlosen Ambitionen.

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BEACH RATS
Kinostart: 25.01.2018

Ein Film Eliza Hittman
US 2017, 95 min., englische OF mit deutschen UT

Sommer auf Coney Island. Der Teenager Frankie driftet durch sein Leben. Tagsüber hängt er mit seinen Freunden am Strand ab, geht trainieren und raucht Gras. Doch weder seine Macho-haften, latent aggressiven Kumpels noch Simone, mit der er eine Affäre beginnt, scheinen ihn wirklich zu interessieren. Der einzige Ort, an dem Frankie offen über seine Gefühle und sexuellen Wünsche sprechen kann, ist der anonyme Chatroom, in dem er nachts mit älteren schwulen Männern schreibt. Nach einigem Zögern beginnt er sich mit Leuten aus dem Netz zu treffen und wagt sich in die Cruising-Bereiche am Flußufer vor. Als seine Kumpels sein Geheimnis zu entdecken drohen, muss Frankie eine radikale Entscheidung treffen ...

In ihrem zweiten Spielfilm erzählt die US-amerikanische Independent-Regisseurin Eliza Hittman in düster-verträumten Bildern eine Geschichte von homosexuellem Erwachen und einer Selbstverleugnung am äußersten Rand New Yorks, an dem soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit und Jugendkriminalität ebenso Alltag sind wie eine einseitige Vorstellung von Männlichkeit. Für ihr poetisch-realistisches Coming-of-Age-Drama, das thematisch und formal an das radikale Außenseiter-Kino Larry Clarks erin nert, wurde Hittman in Sundance gefeiert und mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

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TONY CONRAD - COMPLETELY IN THE PRESENT
Kinostart: 11.01.2018

Ein Film Tyler Hubby
US 2017, 96 Minuten, englische OF mit deutschen UT

Wer war Tony Conrad (1940-2016)? Ein Musiker, der nicht komponieren, sondern das Konzept von Komposition zerstören wollte. Ein Filmemacher, der Zelluloid lieber einkochte und in Einweggläser ausstellte, als darauf zu drehen. Ein Performer, der nie auf dem besten, sondern stets auf dem schlechtesten Instrument spielte, das verfügbar war.

In den frühen 60er Jahren begründet Tony Conrad zusammen mit John Cale und La Monte Young den musikalischen Minimalismus, schafft hypnotische Soundtracks für Filme von Jack Smith ("Flaming Creatures", 1963) und Ron Rice ("Chumlum", 1964), revolutioniert mit seinem ersten eigenen Film "The Flicker" (1966) das US-Experimentalkino und macht mit seinen Freunden Lou Reed und John Cale zusammen Musik, bevor die beiden in seinem Apartment The Velvet Underground gründen. In den 70er Jahren nimmt er ein legendäres Album mit der Krautrock-Band Faust auf, geht als Professor für Medienwissenschaft nach Buffalo und wird zum Pionier des Offenen-Kanal-Fernsehens. In den 90er Jahren entdeckt man ihn als Musiker und Performer neu. Heute gilt Conrad als einer der einflussreichsten US-amerikanischen Multimedia-Künstler des 20. Jahrhunderts.

Mit einer Fülle von Film- und Musikaufnahmen aus Conrads Fundus zeichnet Dokumentarfilm-Regisseur Tyler Hubby dessen sagenhaftes Künstlerleben nach: von Conrads Anfängen als Mathestudent in Harvard über jene höchst produktive Zeit als Avantgarde-Musiker und -Filmemacher in New York und seine Jahre als Hochschullehrer und Medienaktivist bis zu den spektakulären Performances und Ausstellungen der letzten Jahre. Hubbys eigene Aufnahmen von Conrad, die über einen Zeitraum von 22 Jahren entstanden sind, geben intime Einblicke in die Arbeitsweise eines Mannes, der sich stets einer Professionalisierung der eigenen Kunst und einer Vereinnahmung durch Institutionen der Hochkultur widersetzt hat. Das Porträt eines kompromisslosen Künstlers.

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