Im Salzgeber Club

Kinshasa Symphony

ein Film von Claus Wischmann und Martin Baer

Deutschland 2010, 95 Minuten, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

FSK 0

Kinostart: 23. September 2010

Kinshasa Symphony

In völliger Dunkelheit spielen zweihundert Orchestermusiker Beethovens Neunte – „Freude schöner Götterfunken“. Ein Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme wie dieses sind noch die kleinste Sorge des einzigen Symphonieorchesters in Zentralafrika. In den fünfzehn Jahren seiner Existenz haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Kinshasa Symphony“ zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester. Ein Film über den Kongo, über die Menschen und über die Musik.

Trailer

Directors’ Statements

Claus Wischmann
Als ich vor drei Jahren zum ersten Mal von diesem unglaublichen Orchester gehört habe, konnte ich zunächst kaum glauben, dass es existiert. Musiker, die sich ihre Instrumente teilweise selbst bauen und dann auf öffentlichen Plätzen mitten in Kinshasa vor Tausenden Zuschauern Mozart und Verdi interpretieren. Musiker, die Carmina Burana spielen, als ginge es um nicht weniger als ihr Leben. Jeder Ton hinausgeschleudert als Ausrufezeichen des unbedingten Überlebenswillens. Kaum etwas könnte weiter von der Realität subventionierter klassischer Musik im Westen entfernt sein.

Martin Baer
Für mich liegt der Reiz des Dokumentarfilmes und der Kamera­­arbeit darin, Menschen dabei zu beobachten, wie sie etwas mit Leidenschaft tun. Und das tun die Musiker des Orchestre Symphonyique Kimbanguiste: Sie machen Dinge, die wir nie geglaubt hätten. Sie bauen sich ihre Instrumente selbst. Und sie wissen, dass sie nicht alles schaffen können, was sie sich vornehmen. Aber sie haben die Entschlusskraft, sich selbst zu helfen.

Producers’ Statements

Stefan Pannen
Manchmal gibt es Filme, die sind anders. Weil sie das Unvermutete erzählen. Weil sie Menschen und Geschichten zeigen, die einen in besonderer Weise berühren. Weil sie Bilder finden, denen es gleichermaßen gelingt zu überraschen wie das, was der Film aussagen möchte, zu fokussieren. „Kinshasa Symphony“ ist solch ein „anderer“ Film. Ich bin dankbar, dass wir ihn produzieren durften.

Holger Preuße
Das Spannende eines solchen Dokumentarfilmprojektes lag von Anfang an darin, ob es gelingen würde, eine andere Sicht auf den Kongo und Kinshasa zu werfen. Die Autoren wollten nicht von Armut und Krankheit, nicht von Hunger und Gewalt erzählen. Sie wollten diese Wirklichkeit aber auch nicht ausblenden. Der Film hat diesen Balanceakt meines Erachtens bemerkenswert gemeistert. Er lässt uns die Hoffnung und die Freude der Menschen, ihre Wünsche und Alltagssorgen, ihre Kraft und Entschlossenheit unmittelbar erleben, ohne die andere, die traurige Seite des Lebens der Menschen in Kinshasa zu vergessen. Der Film ist eine Einladung an uns, teilzuhaben an dem Schicksal der Menschen. Ich bin sehr froh, dass wir das Risiko eingegangen sind, diesen Film auf den Weg zu bringen.

Biografien

Claus Wischmann ist Autor, Regisseur und Geschäftsführer von sounding images. Nach seinem Klavierstudium hat er als Autor und Regisseur über vierzig Dokumentarfilme, Reportagen, Konzertaufzeichnungen und Portraits realisiert. Seine Filme, die oft die Musik zum Thema haben, liefen im Wettbewerb mehrerer internationaler Festivals wie Fipa und Golden Prague und gewannen u.a. den Audience Award beim Golden Prague Festival und den amerikanischen Golden Eagle Award.

Martin Baer ist Kameramann, Autor und Regisseur. Er hat zahlreiche Reportagen, Dokumentarfilme, Opern-, Konzert- und Theateraufzeichnungen gedreht. Er hat Dokumentarfilme vor allem zu historischen Themen und über Afrika realisiert, unter anderem Befreien Sie Afrika! und Weiße Geister – der Kolonialkrieg gegen die Herero. Martin Baer ist Autor verschiedener Texte zur Geschichte Afrikas, unter anderem von „Eine Kopfjagd – Deutsche in Ostafrika“.

Pascal Capitolin ist freiberuflicher Tontechniker und Soundrecordist. In Paris geboren lebt er seit 1984 in Deutschland. Neben Spielfilmen und Fernsehserien arbeitete er im Dokumentarfilmbereich an Filmen wie Rhythm is it!, Die Kinder sind tot, Das Reichsorchester und Trip to Asia. Im Sound-Designbereich hat er Filme wie Hotel Sahara, Lebensretter und Christoph und Eliane betreut.

Peter Klum ist seit 1991 selbständiger Cutter. Er arbeitet vor allem im Reportage- und Dokumentarfilmbereich des deutschen Fernsehens. Mehrere Beiträge realisierte er zusammen mit Claus Wischmann.