Im Salzgeber Club

Super 8 ½

ein Film von Bruce LaBruce

Kanada/Deutschland/USA 1994, 99 Minuten, englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

FSK keine Jugendfreigabe

mit Bruce LaBruce, Liza La Monica, Chris Teen, Dirty Pillows u.a.

Super 8 ½

Porno-Star Bruce ist in der Sinnkrise: Niemand interessiert sich mehr für seine einst gefeierte avantgardistische Mischung aus Sex, Parodie und Dokumentarfilm. Als die lesbische Kunstfilmemacherin Googie ein Porträt über ihn drehen will, sieht er seine Chance auf ein großes Comeback gekommen. Googie mischt Szenen aus Bruces ambitioniertem Werk mit selbstverliebten Statements des Filmemachers und Interviews mit Wegbegleiter*innen wie den sexuell waghalsigen Friday-Sisters und seinem Stricher-Boyfriend Pierce. Bruce ahnt nicht, dass Googie ihn in Wahrheit nur ausnutzt, um ein ganz anderes Projket voranzutreiben: einen Film über den wahren Avantgarde-Star R. Kern.

Inspiriert von Fellinis Klassiker „Achteinhalb“ (1963) reflektiert Bruce LaBruce in seinem zweiten Spielfilm semi-autobiographisch den tiefen Fall eines selbstdestruktiven Porno-Auteurs. Randvoll mit Verweisen auf die etablierte und weniger etablierte Filmgeschichte geht „Super 8 ½“ immer wieder bis dicht an die Grenze des guten Geschmacks – und darüber hinaus. Das lustvoll selbstreflexive Biopic ist aber auch eine wüste Parade von Punk- und Underground-Stars wie Vaginal Creme Davis, Ben Weasel und Richard Kern. Ein Klassiker des queeren Kinos!

Trailer

Galerie

Biografie

Bruce LaBruce (Regie & Buch), geboren 1964 im kanadischen Southampton, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des nordamerikanischen Queercore-Movements und des internationalen Queer Cinema.

Nach der Filmschule in Toronto studiert er Filmtheorie an der New York University. Noch während des Studiums gibt LaBruce mehrere queere Punk-Magazine heraus – darunter auch das berüchtigte, mit G.B. Jones gegründete Fan-Zine J.D.s (1985-1991) – und dreht erste Super8-Filme. LaBruces kühner, auf groben 8mm-Material gedrehter Debütfilm „No Skin Off My Ass“ (1991) gilt als eines der Hauptwerke des New Queer Cinema, der großen Erneuerungsbewegung des schwul-lesbischen Kinos in Nordamerika und Großbritannien. Schon hier ist seine Handschrift als Filmemacher klar erkennbar: eine transgressive Mischung aus Stilelementen des Independent-Kinos und einer dezidiert schwulen Pornoästhetik.

Es folgen der stark autobiographisch gefärbte Film „Super 8 1/2“ (1994), das in L.A. angesiedelte Stricherdrama „Hustler White“ (1996) und der Skinhead-Film „Skin Flick“ (1998). Anfang der 2000er kommt LaBruce nach Berlin und findet kreative Zweitheimat. Hier entstehen die Satire „The Raspberry Reich“ (2004) und das Zombie-Melodram „Otto; or, Up with Dead People“ (2007). Für seinen generationsübergreifenden Liebesfilm „Geron“ erhält LaBruce 2013 den Großen Preis der Jury beim Festival du Nouveau Cinema in Montreal. Sein Experimentalfilm „Pierrot Lunaire“ wird 2014 mit dem Special Jury Prize beim Teddy Award der Berlinale ausgezeichnet. LaBruce ist zudem Autor von drei Theaterstücken, die er selbst am Berliner Theater HAU – Hebbel am Ufer auf die Bühne gebracht hat. Er inszenierte zudem am Theater Neumarkt in Zürich und nahm am vom HAU initiierten Theaterprojekt „X-Wohnungen“ in Johannesburg teil.

LaBruce ist Autor der Autobiografie „The Reluctant Pornographer“ und hat zwei weitere Bücher über seine Arbeit veröffentlicht: „Ride, Queer, Ride“ und „Bruce(x)ploitation“. Zudem schreibt und fotografiert er für eine Vielzahl internationaler Magazine, Zeitungen und Blogs, u.a. für Index Magazine, Vice und The Guardian. Als Bildender Künstler wird er von der Berliner Galerie Peres Projects vertreten. LaBruce vielgestaltiges Werk wurde mit zwei Retrospektiven gewürdigt: 2014 in der Bell Lightbox im Rahmen des TIFF und 2015 im Museum of Modern Art in New York.

Filmografie (als Regisseur):

  • 1987

    „I Know What It’s Like to Be Dead“ (KF); „Boy, Girl“ (KF)

  • 1988

    „Home Movies“ (KF)

  • 1990

    „The Post Queer Tour“ (KF); „A Case for the Closet“ (KF); „Slam!“ (KF)

  • 1991

    „No Skin Off My Ass“

  • 1994

    „Super 8 1/2“

  • 1996

    „Hustler White“

  • 1998

    „Skin Flick“

  • 2000

    „Come As You Are“ (KF)

  • 2004

    „The Raspberry Reich“

  • 2007

    „Give Piece of Ass a Chance“ (KF)

  • 2007

    „Otto; or, Up with Dead People“

  • 2010

    „L.A. Zombie“; „The Bad Breast; or, The Case of Theda Lange“ (KF); „Weekend in Alphaville“ (KF)

  • 2013

    „Geron“ (OT: „Gerontophilia“)

  • 2014

    „Pierrot Lunaire“

  • 2017

    „Die Misandristinnen“; (OT: „The Misandrists“); „Ulrike’s Brain“

  • 2018

    „It is Not the Pornographer That is Perverse…“

  • 2020

    „Saint-Narcisse“


Credits

Cast

Bruce

Bruce LaBruce

Googie

Liza La Monica

Wednesday Friday

Chris Teen

Jane Friday

Dirty Pillows

Johnny Eczema

Mikey Mike

Crew

Buch & Regie

Bruce LaBruce

Kamera

Donna Mobbs

Zusätzliche Kamera

Andy Pascoe, Stacey Friedrich, Ricky Castro, Mott Hupfel, Candy Parker, Bruce LaBruce

Schnitt

Manse James, Robert Kennedy

Ton

Manse James

Produzenten

Jürgen Brüning, Bruce LaBruce, Jon Germans, Marcus Hu, Mike Thomas

eine Jürgen Brüning Filmproduktion
im Verleih von Salzgeber