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Mein wunderbares West-Berlin

ein Film von Jochen Hick

Deutschland 2017, 95 Minuten, deutsche Originalfassung

FSK 16

Mein wunderbares West-Berlin

Berlin ist heute die queere Hauptstadt Europas und Fluchtpunkt für nichtheterosexuelle Menschen aus aller Welt: offen, vielfältig und ziemlich partytauglich. Die Ursprünge dieses Freiheitsgefühls liegen ausgerechnet in der ehemaligen Mauerstadt West-Berlin. Fast alles, was wir heute als queere Berliner Institutionen kennen – vom Schwulen Museum über die Siegessäule, das SchwuZ und den Teddy Award bis hin zu den Aids-Hilfen – wurde bereits in West-Berlin auf den Weg gebracht.

„Mein wunderbares West-Berlin“ nimmt uns mit auf eine faszinierende schwule Zeitreise: in die 50er und 60er, in denen die West-Berliner zwar noch massiv unter den Einschränkungen und Verfolgungen durch § 175 zu leiden hatten, sich aber dennoch bereits eine lebendige Subkultur mit Szene-Bars und Klubs aufbauen konnten; in die 70er, jene Zeit der bahnbrechenden Emanzipationsbewegungen und gesellschaftlichen Umbrüche; und in die 80er, die geprägt waren von einer Ausdifferenzierung queerer Lebensentwürfe, aber auch den verheerenden Folgen von Aids, die Berlin so heftig trafen wie keine andere deutsche Stadt.

„Mein wunderbares West-Berlin“ lässt prominente und weniger prominente Protagonisten zu Wort kommen: Aktivisten und Lebenskünstler, Travestie-Stars und Museumsgründer, Filmregisseure und Clubbetreiber, Modemacher und DJs. Sie erzählen von persönlichen und gesellschaftlichen Kämpfen, erinnern sich an heimliche Blicke und rauschhaften Sex, legendäre Partys und wütende Demonstrationen, leidenschaftliche Streits und ungeahnte Bündnisse. Zusammen mit zum Teil noch nie gesehenem Archivmaterial entsteht so ein faszinierendes Panorama des schwulen West-Berlins – und von dessen gesellschaftlichen Folgen für heute.

Nach „Out in Ost-Berlin“ (2013, zusammen mit Andreas Strohfeldt) ist „Mein wunderbares West-Berlin“ der zweite Teil von Jochen Hicks Berlin-Trilogie, deren Abschluss sich mit der Zeit nach dem Mauerfall beschäftigen wird.

Trailer

Biografie

JOCHEN HICK, geboren am 2. April 1960 in Darmstadt, wuchs im Taunus, in München und Stuttgart auf. Er studierte von 1981 bis 1987 Film an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (u.a. bei Helke Sander) und in Bologna. Seit seinem Abschluss arbeitet er als Regisseur, Autor, Journalist und Produzent für Kino und Fernsehen, wobei er sich auf soziokulturelle, insbesondere LGBT-Themen spezialisiert hat. 1994 gründete er seine eigene Produktionsfirma Galeria Alaska Productions, mit der er seitdem neben der Realisation eigener Stoffe auch zahlreiche Reportagen und Dokumentationen für ARD, ZDF/ARTE, 3sat und Spiegel-TV produzierte. Von 2007 bis 2010 war Jochen Hick zudem stellvertretender Programmdirektor und Chefredakteur bei TIMM, dem ersten TV-Sender für schwule Männer im deutschsprachigen Raum. Hicks Filme wurden auf über 300 internationalen Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Förderpreis der Deutschen Filmkritik (1987) und den Teddy-Award für den besten Dokumentarfilm (2003).

Filmografie (als Regisseur):

  • 1984

    Mond über Pittsburg (KF)

  • 1987

    Gerd Hansen, 55 (KF)

  • 1990

    Via Appia

  • 1991

    Teufel im Paradies (Dok.)

  • 1992

    Willkommen im Dom (Kurzdok.)

  • 1995

    Menmaniacs – The Legacy of Leather (Dok.)

  • 1998

    Sex/Life in L.A. (Dok.)

  • 2000

    No One Sleeps

  • 2003

    Ich kenn keinen – Allein unter Heteros (Dok.)

  • 2005

    Cycles of Porn – Sex/Life in L.A. 2 (Dokumentarfilm); Am Ende des Regenbogens (TV-Dok.)

  • 2006

    Hallelujah! (KF)

  • 2007

    Deutschland – Ein Herbstmärchen (KF)

  • 2008

    East/West – Sex & Politics (Dok.)

  • 2009

    The Good American (Dok.)

  • 2013

    Out in Ost-Berlin – Lesben und Schwule in der DDR (Dok.)

  • 2016

    Der Ost-Komplex (Dok.)

  • 2017

    Mein wunderbares West-Berlin (Dok.)