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"Eine Regie, die auf alle Schnörkel und Doppeldeutigkeiten verzichtet, aber den Figuren Zeit und Atem lässt. Ein Film, der den Fall der RAF nicht schließen, sondern die Erinnerung wieder öffnen will."
Georg Seeßlen, epd film
"SCHATTENWELT ist neben Heinrich Breloers TODESSPIEL der beste, weil auf geradezu intime Weise reduzierte Film über das Drama der RAF."
Heiko Rosner, Cinema
"Zwei bis an die Grenzen gehende Schauspieler: Ulrich Noethen gibt den unsympathischen Stoiker mit schwäbischen Akzent, Franziska Petri die verzweifelte Frau auf der Suche nach Wahrheit, die damit den hier stark dramatisierten Blick auf die Opfer des RAF-Terrors frei gibt."
Martin Schwarz, zitty
"Connie Walther verzichtet auf erklärende Flashbacks und nostalgisches Zeitkolorit, gibt sich nicht mit Fernsehdramaturgie zufrieden, sondern forciert die überfällige Konfrontation bis an die Schmerzgrenze, wo die Spuren alter Gewalt neue Gewalt entstehen lassen. Nicht um Vergebung geht es hier, sondern um die Einforderung eines Dialogs mit offenem Visier."
Ulrich Kriest, Filmdienst
"Durch die gewagte Erzählanordnung, durch die Verlängerung des Konflikts in die Gegenwart löst Regisseurin Walther mit ihrem so provokanten wie fulminanten RAF-Drama "Schattenwelt" im gewissen Sinne die Scham-, Angst- und Schmerzstarre auf. Vielleicht brauchte es dazu einfach die Stille nach dem Blitzlichtgewitter."
Christian Buß, Spiegel Online
"In Bildern, denen die Farbe entzogen ist, und mit Figuren, deren Wortkargheit beredter als alle Erklärungen scheint, erzählt SCHATTENWELT ein Stück RAF-Geschichte, das deutsche Vergangenheit nicht aus dem Leben der Jetzt-Lebenden entlässt. Er entwirft nicht - wie andere aktuelle Filme zu diesem Geschichtskomplex - ein Tableau vivant deutscher Vergangenheit, das aus Springerpressefotos hinlänglich bekannt ist, SCHATTENWELT fokussiert in seiner Erzählung ein Kapitel dieser Geschichte, das üblicherweise ausgeblendet bleibt: die Aktualität eines Heute, in dem die Rote Armee Fraktion eigentlich schon Geschichte ist, in dem sie über ihre Spätfolgen jedoch weiter wirkt. Damit stellt der Film die Frage nach dem Erbe der RAF und dem Umgang mit dieser bundesdeutschen Geschichte auf intelligente Weise neu."
Sarah Sander, Schnitt
"Nach der peinlichen Verklärung, die sich Uli Edels Film ‚Der Baader Meinhof Komplex' geleistet hat, kommt mit SCHATTENWELT endlich ein Film auf uns zu, der die Folgen der RAF-Morde aus der Perspektive menschlicher Anteilnahme und filmanalytischer Traumaforschung beleuchtet. Hier geht es nicht um Bild-Spekulationen, hier geht es darum, einen Knoten durchzuschlagen, der Opfer und Täter in fataler Verstrickung hinterlassen hat."
Heike Kühn, Frankfurter Rundschau
"Connie Walther gelingt all das, was Edel/Eichinger eben nicht gelungen ist: etwas über die Täter zu erzählen, ohne die Opfer dabei aus den Augen zu verlieren. Überhaupt eine Geschichte zu erzählen - und nicht nur historische Bilder nachzustellen, ohne sie mit eigenem Leben zu füllen. ‚Der Baader-Meinhof-Komplex' behandelt den RAF-Terror als etwas längst Vergangenes, das man der Nachwelt noch einmal erklären, rekonstruieren muss - ohne dabei eine eigene Haltung einzunehmen. SCHATTENWELT zeigt auf verstörende Weise, dass die Wunden von einst noch immer offen liegen."
Peter Zander, Die Welt
"Trotz Hysterie und Gewaltandrohung bleibt der Film bei seiner Sache, lässt keinen Zweifel an Emotionen. Die Regisseurin sieht nach den Opfern, nach Auswirkungen jenseits der Schlagzeilen, nach denen, die in einem schiefen Leben hängen, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Wie dieses Drama mit seinem Geheimnis umgeht und auch nicht aus der Spur gerät, als es gelüftet wird, beeindruckt."
Claudia Nitsche, AZ
"SCHATTENWELT gibt seinem Sujet eine eigenwillige suggestive Bildsprache und Connie Walther erzählt die Weitergabe von Gewalt mit großem Gespür für die Not der Figuren, ohne sie dabei durchsichtig werden zu lassen. Ihre Schauspieler sind Virtuosen der Einsamkeit. Bis in den Jargon der Täter und ihrer Helfer hinein ist dieser Film beklemmend präzise; er zeigt die Verwüstungen der Leben, die Schleifspuren der Lügen und Selbstgerechtigkeit im weiten Umkreis der Verbrechen bis in die Enkelgeneration hinein."
Christina Bylow, Berliner Zeitung
"Es schien alles gesagt über die RAF, nicht nur in der journalistischen Verarbeitung, sondern mittlerweile auch im Kino, doch SCHATTENWELT fügt diesem Kanon doch tatsächlich neue Aspekte hinzu: In fahlen, nahezu monochromatischen Bildern lässt er erstmals Täter und Opfer direkt aufeinander treffen und studiert wie in einer Versuchsanordnung die psychischen Deformationen auf beiden Seiten. Ohne viele Worte, aber eindrucksvoll arbeiten vor allem die beiden Hauptdarsteller Ulrich Noethen und Franziska Petri die privaten Defekte der großen Geschichte heraus, das Unheroische, die Erbärmlichkeit. Denn die Gewalt hat nicht nur Tote, sondern auch Spuren hinterlassen: Narben auf dem Rücken von Widmer, Narben in den Seelen aller."
Thomas Winkler, fluter.de
"Connie Walthers SCHATTENWELT ist kein Film über die RAF, sondern ein Film über beschädigte Kinder. Die Qualität dieses aufrichtigen, ernsthaften Films wird umso deutlicher im Vergleich zum radical chic à la "Baader Meinhof Komplex", der das für die Bundesrepublik prägende historische Trauma als populärkulturelle Götterdämmerung zugleich überhöht und bagatellisiert.
"Schattenwelt" übt sich in programmatischer Zurückhaltung, eine präzise und doch ratlose Analyse der Gegenwart des Vergangenen. Dabei wurde dem Film schon im Vorfeld skandalöse Parteinahme vorgeworfen, als die Drehbuchmitarbeit von Peter-Jürgen Boock bekannt wurde, Ex-RAF-Mitglied, Teilnehmer an den Entführungen von Ponto und Schleyer 1977 und wegen seiner wechselnden Aussagen vom Bundeskriminalamt als "Karl May der RAF" tituliert. Es ist mutig, jemanden wie ihn mit ins Boot zu holen. Das Ergebnis darf nur ein Film ohne Helden sein.
Dass diese Balance gehalten wird, verdankt sich vor allem den hervorragenden Schauspielern, allen voran Franziska Petri mit sphinxhaftem Gesicht und schlafwandlerischer Entschiedenheit. Ulrich Noethen spielt Saul mit weicher südbadischer Dialektfärbung und unterdrückter Aggressivität, den Ex-Terroristen, der am Ort der Tat ein neues Leben anfangen soll und doch nur den durchtrainierten Körper nutzlos durch die Tage befördert."
Stella Donata Haag, Tip
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