Lollipop Monster

ein Film von Ziska Riemann

Deutschland 2011, 96 Minuten, deutsche OF

FSK 16

mit Sarah Horváth, Jella Haase, Nicolette Krebitz u.a.

Lollipop Monster

Zwei Mädchen, Ari und Oona, träumen vom Ausbruch in die Freiheit. Der Baron, Sänger ihrer Lieblingsband „Tier“, singt: „Wir fühlen alles, uns machst du nichts vor, wir sind Trieb, Lust und Instinkt …“. Doch bei ihnen zu Hause wird nicht gefühlt, sondern geschwiegen.

Aris Mutter hat bis heute nicht bemerkt, dass Ihre Kinder groß geworden sind, und ihr Bruder tyrannisiert die Familie in der bunten, oberflächlichen Designwelt. Die lolitahafte Ari holt sich die fehlende Zuneigung beim Sex mit erwachsenen Männern und buhlt um die Aufmerksamkeit der mysteriösen, schwarz gekleideten Oona. Oona fühlt sich schuldig am Selbstmord ihres Vaters, ritzt sich in ihrer verzweifelten Trauer die Arme blutig und bannt ihre Gewaltphantasien mit wilden Kohlestrichen auf Papier. Oona lernt von Ari, ihre Wut nach außen zu kehren, und Ari erfährt durch die Freundschaft endlich das Gefühl von Selbstachtung. Gemeinsam schleichen sie durch das Dickicht der Stadt, gehen „auf die Jagd“, geleitet von Neugier und Instinkt und der Faszination für den düsteren Baron. Mit ihm tanzen sie durch die Dunkelheit, blecken drohend die Zähne. „Wir verstehen uns blind, weil wir dieselbe Gattung sind.“

Doch dann beginnt Ari eine Affäre mit Oonas verhasstem Onkel Lukas. Als Oona die beiden ertappt, zieht sie sich zutiefst gekränkt zurück. Die Mädchen sehen nur noch eine Chance, ihre Freundschaft zu retten …

Trailer

Kommentar der Regisseurin
Ziska Riemann über ihren Film

„Lollipop Monster“ erzählt die Geschichte von zwei Mädchen, in deren Familien absolute Sprachlosigkeit herrscht und deren Eltern versuchen, die Normalität aufrecht zu halten, obwohl das Chaos längst hereingebrochen ist. Tatsachen werden ignoriert, Probleme verschwiegen, alle sind auf sich selbst fixiert, die Konflikte lauern unter der Oberfläche. Irgendwo dazwischen suchen die Mädchen nach Wahrhaftigkeit, Freundschaft und nach Möglichkeiten, sich selbst in diesem Wahnsinn zu spüren.

Um die Geschichte aus der hyperrealen, überspitzten Alles-oder-nichts-Perspektive der beiden Teenager bildlich umzusetzen, bot es sich an, verschiedene Erzählmedien zu mischen und so Akzente zu setzen. „Lollipop Monster“ hat daher eine Zeichentrickebene aus expressiven Kohlestrichen, es gibt Musikclips, Tanz, digitale Tricks und Super-8-Sequenzen. In den kontrastierenden Welten der Mädchen treffen Extreme aufeinander: schwarz/weiß und bunt, Lust und Schmerz, Ohnmacht und Ausbruch, Enge und Grenzenlosigkeit. Diese Gegensätze ziehen sich durch alle Ebenen und finden sich in Musik, Sounddesign und Lichtstimmungen wieder.

„Lollipop Monster“ ist eine Geschichte von Luci und Ziska, die sich seit Kindertagen kennen, zusammen in derselben Straßenbande waren und sich als Teenager – vielleicht zum Glück – aus den Augen verloren haben.

Biografien

ZISKA RIEMANN (Buch & Regie), geboren 1973. In Berlin aufgewachsen, veröffentlichte sie 1991 den ersten Comic gemeinsam mit Gerhard Seyfried, den sie auf einer Ausstellungseröffnung kennengelernt hatte. Es entstanden weitere fünf Comicalben („Space Bastards“, „Future Subjunkies“, „Starship Eden“, „Die Comics. Alle!“, „Kraft durch Freunde“). Ihr erster eigener Comicband „Rascal & Lucille“ erschien 1997. Von 1994 bis 1997 machte sie eine Ausbildung zur Shiatsu-Therapeutin. 1999 organisierte sie das Internet-Comicmagazin „Dr. Inka & Colores“, ein Forum für junge Comiczeichner. Neben ihrer Arbeit als Comiczeichnerin schreibt Ziska Riemann Kurzgeschichten („Fleckenfeger“) und Drehbücher. 1999/2000 erhielt sie ein Stipendium der Drehbuchwerkstatt München und 2001 den Tankred-Dorst-Drehbuchpreis für ihr Drehbuch zu dem Film „Die Hunde sind schuld“, der 2000 von der ARD realisiert wurde. 2004 gründete sie das Plattenlabel „MerMer“ und brachte neben anderen Künstlern ihr Soloalbum „Wo hier bitte geht’s nach Shambhala?“ heraus. Zwischen 2003 und 2010 entstanden mehrere Kurzfilme. „Lollipop Monster“ ist ihr Regiedebüt.

Film + Drehbuch

  • 2010

    „Lollipop Monster“, Kino / ZDF – Kleines Fernsehspiel, Drehbuch (Regie, Buch), Network Movie

  • 2010

    „The Mooche!“, Drehbuch, Spielfilm, 90 Minuten, nach einer Idee von Daniel Brühl, Avista Film München, gefördert durch FFF Bayern

  • 2002

    „And I thank you“, Kurzfilm, 3 Minuten, Buch, Kamera und Regie, MerMer Film

  • 2002

    „No sex until marriage“ („Wilde Mädchen“), Comedy-Serienkonzept und 90 Minuten Pilotfilm, zusammen mit Regine Bielefeldt und Tamara Bach, Regie: Udo Witte, d.i.e.film GmbH / Pro Sieben

  • 2002

    „Rascal & Lucille“, Kurzfilm, 5 Minuten, Buch und Regie, mit Gazaleh Koohestanian, Chrisi Molt, Erdal Yildiz, MerMer Film

  • 2001

    „In meiner Nacht“, Kurzfilm, 8 Minuten, Buch und Regie, Kamera: Katja Fedoulova

  • 2001

    „Die Hunde sind schuld“, Drehbuch, Komödie, 90 Minuten, Regie: Andreas Prochaska, d.i.e.film.gmbh / BR


Comics / Animation

  • 2010

    Seyfried & Ziska „Kraft durch Freunde“, Comicalbum, 64 Seiten, Verlag Hafmanns & Tolkemitt bei Zweitausendeins

  • 2007

    Seyfried & Ziska „Die Comics – Alle!“, Sammelband, 700 Seiten, gebunden, Verlag Zweitausendeins

  • 2006

    Trickfilmvorspann zu „Der beste Lehrer der Welt“, Regie: Lars Becker, in Zusammenarbeit mit Trickfilmlounge, Zieglerfilm Köln, ZDF

  • 2005

    FIFA WM 2006 Werbespot Trailer- und Abspannanimation / ARD

  • 1999

    „Starship Eden“ zusammen mit Gerhard Seyfried, Comic, 64 Seiten, Carlsen Verlag

  • 1997

    „Rascal & Lucille“, Comic, 48 Seiten, Rotbuch Verlag

  • 1993

    „Space Bastards“ zusammen mit Gerhard Seyfried, Comic, 64 Seiten, Rotbuch Verlag

  • 1991

    „Future Subjunkies“ zusammen mit Gerhard Seyfried, Comic, 64 Seiten, Rotbuch Verlag


Musik

  • 2005

    Konzeption, Veröffentlichung und Beitrag der Compilation „Bleib Gold, Mädchen“ bei MerMer / Cargo Records

  • 2005

    „Immer mach ich es kaputt, wenn ich glücklich bin“, Single, Königskinder Schallplatten

  • 2005

    „Wo hier bitte geht’s nach Shambhala?“, Album CD, MerMer / Cargo Records


LUCI VAN ORG (Buch), 1971 geboren in Berlin, Studium der Anglistik an der TU-Berlin und der Bildenden Kunst an der Hdk- Berlin 1990–1994.

Auszeichnungen
Mit „Lucilectric“ für den Song „Mädchen“: Echo-Award, Bambi, Viva Comet, Goldene Europa, RSH Gold

Musik

  • 1998–2011

    Musikalische Arbeit als Solokünstlerin und in verschiedenen Bands (Das Haus von Luci, Üebermutter, Meystersinger, Einwerk), dabei diverse CD-Veröffentlichungen.

  • 1994–2011

    Arbeit als Texterin, Komponistin und Produzentin für andere Künstler, u.a. Nena, Nina Hagen, Udo Lindenberg, James Last, Kim Fisher, Eisblume, Katja Saalfrank

  • 1991–1998

    Duo „Lucilectric“ (ca. 1,5 Mio verkaufte CDs, diverse Medienpreise, u.a. Echo, Bambi, goldene Europa)

  • 1987–2009

    diverse Plattenverträge (BMG, EMI, Virtual Volume, Eastwest, Roadrunner/Warner)


Autorin (Auswahl)

  • 2010

    „Heim Herd Hund“, Sitcom, Konzept und Buch (Co-Autorin), BlindLeading the Blind Entertainment / Ziegler Film / ZDF – Kulturkanal

  • 2010

    „Lollipop Monster“, Kino / ZDF – Kleines Fernsehspiel, Drehbuch (Co-Autorin), Network Movie

  • 2007

    „Die 7 Todsünden“, Theaterstück, Co-Autorin, Theater am Kurfürstendamm

  • 2006

    „Notruf Hafenkante“, Serie/ZDF, Co-Headautorin, Studio Hamburg

  • 2006

    „Der Tod wohnt nebenan“, Erzählungsband, Parthas Verlag

  • 2004–2009

    „In aller Freundschaft“, TV-Serie, Autorin und Co-Autorin diverser Folgen, Outlinerin, Saxonia Media / ARD

  • 1999–2009

    div. Kolumnen und Reportagen für Berliner Morgenpost , Welt am Sonntag, taz, Sounds


Schauspielerin (Auswahl)

  • 2010

    „Heim Herd Hund“, Sitcom, Hauptrolle

  • 2001

    „Führer Ex“, Kinofilm

  • 1999

    „Code Name: Eternity“, Science-Fiction/Mystery, Serie

  • 1999

    „Latin Lover“, Melodrama

  • 1996

    „Liane“, Musical-Dokudrama


www.lucivanorg.de

Credits

Cast

Oona

Sarah Horváth

Ari

Jella Haase

Kristina

Nicolette Krebitz

Lukas

Thomas Wodianka

Boris

Fritz Hammel

Marie

Sandra Borgmann

Volker

Rainer Sellien

Jonas

Janusz Kocaj

Crew

Regie

Ziska Riemann

Buch

Ziska Riemann, Luci van Org

Kamera

Hannes Hubach

Schnitt

Dirk Grau

Ton

Matthias Haeb

Sounddesign

Frank Kruse

Mischung

Robert Jäger

Szenenbild

Christiane Krumwiede

Kostüm

Julia Brandes

Maske

Bernadette Reschberger, Antje Huchel

Filmmusik

Ingo Ludwig Frenzel

Songs

Alexander Hacke, The Assassinations, Khan

Casting

Sandra Köppe, Dominik Klingberg

Redaktion

Christian Cloos

Producer

Andi Wecker

Produzenten

Wolfgang Cimera, Bettina Wente

eine Produktion von Network Movie
in Koproduktion mit ZDF – Das kleine Fernsehspiel

im Verleih der Edition Salzgeber