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UNSERE AKTUELLE KINOSTARTS
KUMA
Kinostart: 08.08.2013
Ein Film von Umut Dağ
Zwei türkische Frauen freunden sich in Wien miteinander an. Fatma, um die fünfzig, Ehefrau und Mutter von sechs Kindern, stammt aus aus Anatolien und ist in Traditionen und Wertvorstellungen der Heimat verhaftet. Ayse, neunzehn,
kommt als jüngstes Familienmitglied nach Wien, nachdem sie in Anatolien geheiratet hat. Was zuerst wie die Hochzeit
zwischen Ayse und Fatmas Sohn Hasan aussieht, entpuppt sich als Scharade: Ayse wird die „Kuma“ von Fatmas Mann
Mustafa – seine Zweitfrau ...
OBEN IST ES STILL
63. Berlinale,
Eröffnungsfilm Panorama Special
Kinostart: 13.06.2013
Ein Film von Nanouk Leopold
NL/DE 2013, 92 Minuten
nach dem Roman von Gerbrand Bakker
Helmer lebt allein mit seinem alten Vater auf einem Bauernhof in Zeeland. 50 Kühe, ein paar Schafe, zwei Esel.
Eigentlich hätte der verstorbene Bruder den Hof weiterführen sollen. Jetzt, mit Mitte fünfzig, fasst Helmer den
Entschluss, ein eigenes Leben zu führen. Er bringt den Vater, der nicht sterben will, ins obere Stockwerk und richtet
sich unten neu ein. Doch die ungelebten Träume wird er nicht so ohne Weiteres los.
Ein Film von Anne Zohra Berrached
DE 2013, 79 Minuten, deutsche Originalfassung
Katja und Isa sind ein lesbisches Paar und sie wollen ein Kind. Deutsche Samenbanken und Kliniken helfen nicht weiter,
Versuche bei Ärzten sind kostspielig und bleiben erfolglos. Die Beziehung gerät unter Druck - auch, als sich endlich ein Weg
auftut. Die Sehnsucht zweier Menschen scheitert an der deutschen Wirklichkeit. Ein Spielfilm, der auf den Erfahrungen vieler
Frauen beruht. Ausgezeichnet mit dem Dialogue-en-perspective-Preis der Berlinale 2013.
FREIER FALL
63. Berlinale,
Eröffnungsfilm Perspektive Deutsches Kino
Kinostart: 23.05.2013
Ein Film von Stephan Lacant
DE 2013, 100 Minuten
Karriereaussichten bei der Bereitschaftspolizei, Nachwuchs unterwegs, die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert:
Marcs Leben ist gut eingerichtet. Doch dann lernt er bei einer Fortbildung den Kollegen Kay kennen. Beim
gemeinsamen Lauftraining lernt Marc ein neues Gefühl von Leichtigkeit kennen – und wie es ist, Gefühle für einen
Mann zu entwickeln.
Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät ihm sein
Leben zusehends außer Kontrolle. Im freien Fall kann Marc es niemandem mehr recht machen. Am wenigsten sich
selbst.
Ein Film von David Lambert
Belgien, Kanada, Frankreich 2012, 98Minuten
Als sich Kellner Ilir den betrunkenen Kneipengast Paulo ins Bett legt, weiß er
noch nicht, wen er sich da in sein Leben geholt hat. Schon wenig später gibt der
anhängliche Paulo Freundin und früheres Leben auf und steht bei Ilir auf der
Matte. Eine Romanze beginnt, zärtlich, leidenschaftlich und verspielt. Aber an
dem Tag, an dem sie beschließen, für immer zusammen zu bleiben, verlässt Ilir die
Stadt und kehrt nicht mehr zurück.
David Lamberts Debütspielfilm zog bei seiner Uraufführung in der Semaine de la
Critique in Cannes viel Aufmerksamkeit auf sich. Variety verglich das „stilsicher
gestaltete, sich sanft entwickelnde Drama“ mit weitere Vertretern der ‚Neuen Welle
des queeren Kinos’ wie „Weekend“ oder „Keep The Lights On“. Critic.de schrieb nach
der Vorführung des Films beim Festival von Karlovy Vary: „Manchmal geht es einem
mit Filmen wie mit Menschen: Wenn sie den einen richtigen Satz sagen, die eine
Szene präsentieren und dabei ihre Haltung en passant offenbaren, dann schmelzen
wir dahin. JENSEITS DER MAUERN ist so ein Fall, eine schöne, schmerzhafte, poetische
Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Männern in Belgien.“
Sylt im Winter. Cem, Auszubildender beim Ordnungsamt, und Jesús, ein Streuner mit erfundenen Geschichten, sind auf der Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Sie lernen sich kennen und
entscheiden sich für einander. Doch je mehr sie sich bedeuten, desto verständnisloser reagiert
der Rest der Welt. Für ihre Freundschaft stellen Cem und Jesús sich vier Regeln auf:
Du sollst nicht kiffen. Du sollst nicht kotzen. Du sollst nicht lügen. Du sollst nicht sterben.
Nicht alle können eingehalten werden.
Ein Film von Daniel Schmid Schweiz 1984, 87 Minuten, OmU
Die dokumentarische Vorlage für den Film "Quartett" von Dustin Hoffman
An der Piazza Buonarotti in Mailand liegt heute noch Giuseppe
Verdis "schönstes Werk", wie er selbst sagte. Es ist die Casa di
riposa, ein Altersheim, 1896 von ihm gegründet für Menschen,
»die weniger Glück hatten als ich«. Menschen, bei denen die große
Karriere nie stattgefunden hat – und andere, Erfolgreichere, deren
Traumgagen längst aufgebraucht sind. Heute leben sie alle vergessen
in einem kleinen Zimmer mit einem Koffer voller Erinnerungen.
Doch wer einmal von der Tosca geküsst wurde, lebt weiter für
die Kunst, für das Scheinwerferlicht und die Selbstdarstellung…
"Sicher ist dieser dokumentarische Spielfilm nicht ohne Regieanweisungen
erarbeitet, aber das stört nicht: Daniel Schmid geht mit
den alten Menschen so liebevoll zärtlich um, macht sich nicht lustig
über zitternde Stimmen, über den Stolz und das Prahlerische;
sie sind nicht Schatten der Vergangenheit, sondern lebensvolle
Menschen, die sich stolz erinnern, aber auch zu ihren Schwächen
stehen. Ein faszinierender, reicher und schöner Film."
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
Ein Film von Zoltan Paul Deutschland 2012, 86 Minuten
"Frauensee" erzählt von einem langen Wochenende im Spätsommer auf dem Land. Die Hauptfigur des Films ist eine homosexuelle Fischwirtin. Mit ihr lernen wir eine der schönsten Landschaften direkt vor der Berliner Haustür kennen. Die Fischerin ist mit einer erfolgreichen Berliner Architektin zusammen, die einen Bungalow direkt am See bewohnt. Zu diesen beiden stoßen zwei junge, selbstbewusste Mädchen aus Berlin. Diese vier lesbischen Frauen porträtiert der Film. Vier Lebensentwürfe und drei verschiedene Altersgruppen treffen aufeinander und führen uns ihre verschiedene Träume, Ansprüche und Ziele vor Augen.
Ein Film von Stefan Butzmühlen und Cristina Diz
DE 2012, 95 Minuten
Wie jeden Sommer ist Carlos zu seiner Familie in die Extremadura zurückgekehrt.
Diesmal wird er länger bleiben, denn in Madrid gibt es keine Arbeit
mehr. Außerdem ist sein Vater gebrechlich und braucht Hilfe bei den Schafen.
An diesem Ort, wo die Alten noch jährlich die mittelalterliche Vertreibung der
Fremden aus ihrem Dorf feiern, lernt Carlos den jungen Polizisten Juan kennen
und beide verlieben sich ineinander. Eine Beziehung zwischen Landflucht
und Jugendarbeitslosigkeit, verkrusteten Ritualen und nationaler Krise in einer
Landschaft, die nicht mehr von dieser Welt zu sein scheint.
DIE GENIALITÄT DES AUGENBLICKS –
DER FOTOGRAF GÜNTER RÖSSLER
Kinostart: 13.12.2012
Ein Film von Fred R. Wittlitzkat
DE 2012, 93 Minuten
Günter Rössler gilt als bedeutendster Aktfotograf des Ostens. Seine Aktbilder
im „Magazin“ machten ihn berühmt. In der „Sibylle2 lichtete er
Stil und Geschmack der Zeit ab und setzte nicht nur schöne, sondern
auch selbstbewusste Frauen in Szene – sein Beitrag zur Emanzipation der
Frau aus einem Blickwinkel, der heute außergewöhnlich scheint. Im „geschlossenen
System DDR“ konnte Rössler kein internationaler Star werden,
wie er es verdient gehabt hätte. Heute aber sind seine Fotografien in
zahlreichen Kunstsammlungen und Museen vertreten.
Dieser Film stellt den heute 86-jährigen, immer noch arbeitenden Günter
Rössler vor, so, wie seine Fotos ihre Zeit abbilden: schlicht, treffend und
stilsicher.
ERICH MENDELSOHN -
VISIONEN FÜR DIE EWIGKEIT
Kinostart:
08.11.2012
Ein junger Architekt schickt seiner 16-jährigen Geliebten
von der Front des Ersten Weltkriegs Briefe mit Zeichnungen
organischer Gebilde und philosophischen Gedanken.
Daraus entsteht eine lebenslange Verbindung, in der Erich
Mendelsohn zu einem der wichtigsten Architekten des 20.
Jahrhunderts reift.
Duki Dror erzählt sein Mendelsohn-Porträt als Liebesgeschichte,
festgehalten in Briefen und Memoiren, in Spuren
und Details berühmter Bauwerke, bei deren Entstehung
Luise Mendelsohn das „zweite Auge“ ihres Mannes war.
ERICH MENDELSOHN – VISIONEN FÜR DIE EWIGKEIT
ist poetische Doppelbiografie und präzise Werkdokumentation
in einem.
HEINO JAEGER - LOOK BEFORE YOU KUCK
Kinostart:
01.11.2012
Wer war Heino Jaeger? Seine Stegreifgeschichten sind das Vorbild für Olli Dittrichs
Dittsche-Performance. Loriot verehrte ihn als großen Humoristen.
Eckhard Henscheid nannte ihn den „Mozart der Komik“. Dennoch ist
Heino Jaeger der wohl unbekannteste unter den großen deutschen Komikern.
„Wir haben ihn wohl nicht verdient“, schlussfolgerte Loriot.
Auch fünfzehn Jahre nach Heino Jaegers Tod ist der Maler, Satiriker und
frühe Radiokultstar der ewige Geheimtipp echter Komikkenner. Er gehörte
mit Joska Pintschovius, Michael Mau und anderen der Hamburger
Anti-68er-Strömung an, laborierte unheilbar an Kriegserfahrungen und am
kleinbürgerlichen Bedürfnis der Deutschen, die Nazizeit zu vergessen, alles,
was davor war, abzureißen und eine neue Zeit zu behaupten. Jaeger katalogisierte
und hielt fest, schlüpfte in Rollen und verschwand darin. Auch
für die, die Heino Jaeger lange Zeit begleitet haben, blieb er immer rätselhaft
und ambivalent.
Gerd Kroske begibt sich im dritten Teil seiner Hamburg-Trilogie auf die
Spuren von Heino Jaeger, auch auf die Suche nach Ursachen, weshalb Jaeger
alkoholabhängig wurde und mit nur 59 Jahren in psychiatrischer Behandlung
starb. Ein Künstlerporträt um eine faszinierende Leerstelle herum, ein
Gesellschaftsporträt aus einer einzigartigen Perspektive.
Über eine Telefon-Dateline lernt der Filmemacher Erik Ende der
1990er den jungen Anwalt Paul kennen. Nach dem Sex lässt er
seine Telefonnummer da. Nach dem zweiten Mal fragt Paul, ob
Erik nicht über Nacht bleiben will. Ein paar Wochen später hat Paul
seine Freundin verlassen und die beiden ziehen zusammen. Über die
nächsten neun Jahre verläuft die Beziehung stürmisch und unvorhersehbar.
Immer wieder entzieht sich Paul und driftet in die Cracksucht
ab, während Erik nur mühsam mit seinen Filmen weiterkommt.
Immer wieder verlieren sie sich und finden sich wieder, können nicht
mit und nicht ohne einander leben.
Eine Liebesgeschichte von heute, zärtlich und ohne Kompromisse,
warmherzig und schonungslos erzählt.
Brad lebt mit seiner egozentrischen Mutter in einer Kleinstadt in der Nähe von Los
Angeles. Als sie herausfindet, dass ihr Sohn schwul ist, wirft sie ihn kurzerhand aus
dem Haus. Brad macht sich auf in die große Stadt und ein Flirt auf der Straße führt ihn
ins Zentrum einer fremden Welt, die ihm schnell zu einem neuen Zuhause wird: die
Ballroom-Szene mit ihren Wahlfamilien aus Drag Kings & Queens, Freaks und Ausgestoßenen,
die sich nachts an geheimen Orten große Wettbewerbe mit andern „Häusern“
liefern. Brad wird vom alternden Ballroom-Star Kweef Latina unter ihre Fittiche und in
ihr „House of Eminence“ aufgenommen, sorgt dort allerdings schnell für Streit, weil
sich sowohl der sensible Carter wie auch die flamboyante Princess in das neue ‚Familienmitglied‘
verlieben. Für Brad steht alles auf dem Spiel: wird er in dieser neuen Welt
seinen Platz finden oder sein Leben lang der Versager bleiben, für den er sich hält?
OMA & BELLA
Kinostart Berlin: 26.07.2012
Bundesstart: 23.08.2012
Ein Film von Alexa Karolinski
Deutschland 2012, 80 Minuten
Regina Karolinski und Bella Katz haben eine besondere Wohngemeinschaft in Berlin-Charlottenburg: die beiden in Vilnius und Katowice geborenen jüdischen Frauen haben den Holocaust überlebt, sich in der Nachkriegszeit ein neues Leben in Deutschland aufgebaut, ihre Männer verloren und dann eine gemeinsame Leidenschaft entdeckt: das Kochen. In ihrer Charlottenburger Wohnung bleibt die jiddische Küche lebendig - Hühnersuppe, Roter Borschtsch und Hagelzuckerkekse.
Reginas Enkelin, die Filmemacherin Alexa Karolinski, begleitet die Freundinnen durch ihren Alltag, beobachtet sie bei ihren täglichen Routinen, lauscht ihren Gesprächen über Identität, Zusammenhalt und Heimat. Essen, so wird deutlich, bedeutet Erinnern, Liebe und Gegenwart.
Ein Film von Katarina Peters
Deutschland 2012, 96 Minuten
Die weltweiten Auftritte und Workshops der Gender-Aktivistin Diane
Torr sind legendär. Das große Thema der Performance-Künstlerin seit
inzwischen über 30 Jahren: das theoretisch-künstlerische und pragmatisch-
handfeste Experimentieren mit Aspekten geschlechtlicher
Identität. Katarina Peters beobachtete den Verlauf eines Berliner Workshops
von Diane Torr, in dem eine Gruppe aufgeschlossener Frauen
sich mit den Geheimnissen des Mannseins vertraut macht. Was macht
einen Mann zum Mann, was eine Frau zur Frau? Wo und wann wird die
geschlechtliche Identität formatiert? Was ist natürlich, was ist antrainiert?
Jeder von Torrs Workshops ist ein soziales Labor-Experiment mit
offenem Ausgang für die Teilnehmerinnen: Ist es möglich, über das
selbst-bewusste Durchspielen unterschiedlicher Rollenmuster Freiheiten
zu schaffen und Grenzen zu überschreiten bezüglich genuin männlicher,
respektive weiblicher Eigenschaften?
Ein Film von Arnon Goldfinger
DE/IL 2011, 97 Minuten, deutsche OF, z.T. dUT
Im Alter von 98 Jahren stirbt Großmutter Gerda. Kurz
darauf versammelt sich die Familie in ihrer Wohnung
in Tel Aviv, um diese aufzulösen. 70 Jahre lang hat sie
hier mit Ehemann Kurt gelebt, weggeschmissen haben
sie nichts. Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente
entdeckt die Familie Spuren einer unbekannten
Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng
befreundet mit der Familie des SS-Kommandanten
Baron Leopold von Mildenstein.
Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger nimmt
zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf: mit Wut
und Mut gegen die Kisten, den Staub, die Antiquitätenhändler,
die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart,
Verdrängung und Wahrheit.
Ein Film von Marion Hänsel
Belgien/Frankreich/Deutschland 2010, · 88 Minuten
Die jungen Rekruten Massina, Moriaty und Da Maggio leisten 1972 ihren Wehrdienst auf einem französischen Marineschiff im Südpazifik. Über
die Atomversuche in diesem Gebiet werden sie nicht informiert. In einer von Disziplin und Gewalt, Langeweile und Einsamkeit geprägten Atmosphäre
an Bord freunden sich der eher kindliche Massina und der reifere und introvertierte Moriaty miteinander an. Als sie im Rahmen einer Übung
eine Atomexplosion miterleben, ist das für beide ein Schock – doch nur Moriaty ist sich über die Konsequenzen dieses Vorfalls im Klaren. Für ihn
bricht eine Welt zusammen und er beginnt, seine gesamten Überzeugungen infrage zu stellen. Auch die Freundschaft zu Massina hilft ihm nicht
über diese Erfahrung hinweg.
Ein Film von Diana Näcke
Deutschland 2011, 84 Minuten, deutsche Originalfassung, z.T. deutsche UT
Kübra, die einzige weibliche Intensivstraftäterin Berlins,
steht kurz vor ihrer Entlassung aus der JVA für Frauen in
Berlin-Lichtenberg – nach insgesamt vier Jahren und zehn
Monaten Haft.
Salema hat ihre Eltern im äthiopischen Bürgerkrieg verloren
und ist in Deutschland nie richtig angekommen. Sie ist,
seit sie siebzehn ist, immer wieder im Gefängnis gewesen
– nun soll sie sich draußen einen Platz im betreuten Wohnheim
suchen.
Matthias Blümel, Leiter der JVA für Frauen, mag das
Wort „Anstalt“ nicht und würde den Knast am liebsten mal
für ein paar Tage zu machen.
Diana Näcke hat drei Jahre mit gefangenen Frauen
gedreht und Kübras und Salemas schwierigen Weg in die
Freiheit begleitet.
SHARAYET - EINE LIEBE IN TEHERAN
Kinostart: 24.05.2012
Ein Film von Maryam Keshavarz
USA/Frankreich/Iran 2010, 105 Min, OmU
Eine iranische Mittelstandsfamilie wird durch das sexuelle
Erwachen der Tochter und die gefährliche Obsession ihres
Bruders herausgefordert.
Nach außen hin passen sich die beiden Schülerinnen Atafeh
und Shirin den strengen Vorsätzen des öffentlichen Lebens in
Teheran an, doch im Untergrund treffen sie sich mit anderen
Jugendlichen auf geheimen Partys, experimentieren mit Sex
und Drogen, tanzen zu Technomusik und träumen von einem
freieren Leben. Bisher bildete auch Atafehs liberale Familie
einen Schutzraum gegen die Moralpolizei und ihre rigiden
Vorschriften. Doch als ihr Bruder Mehran nach einem Drogenentzug
zurückkehrt und seinen Halt mehr und mehr im
religiösen Fundamentalismus findet, wird Atafehs Freiheitsdrang
auf eine harte Probe gestellt. Umso mehr, als Mehran
merkt, dass sie und Shirin mehr als nur gute Freundinnen
sind …
Ein Film von Bavo Defurne
Belgien 2011, 94 Minuten
Der 15-jährige Pim lebt mit seiner lauten und lebenslustigen Mutter in einem Kaff an der belgischen Nordseeküste. Während die ehemalige Schönheitskönigin sich nachts als Akkordeonspielerin in Kneipen herumschlägt, flüchtet sich ihr introvertierter Sohn in Tagträume, zeichnet und sammelt kleine Dinge in versteckten Schachteln. Sein sexuelles Erwachen ist ganz auf den älteren Nachbarsjungen Gino gerichtet, seinen Motorrad-Held, der gerade einiges ausprobiert und Pims Avancen gegenüber nicht unbedingt abgeneigt ist. Doch das Leben besteht nicht nur aus Träumen und zaghaften Annäherungen - die brave protestantische Kleinstadt wird Pim bald genauso eng wie seiner Mutter. Und als Zoltan, der attraktive Schausteller, bei ihnen aufkreuzt und einzieht, geraten die beiden plötzlich in Konkurrenz zu einander. Pim erkennt, dass er seine Träume selbst in die Tat umzusetzen muss...
NOORDZEE, TEXAS gewann den Marc'Aurelio Alice nella città Over13 Award auf dem Filmfest Rom 2011.
UNTER MÄNNERN - SCHWUL IN DER DDR
Kinostart: 26.04.2012
(62. Berlinale 2012, Panorama)
Ein Film von Ringo Rösener und Markus Stein
Deutschland 2012, 91 Minuten
Vor mehr als zwei Jahrzehnten existierte in Europa ein Land, das die Grenze zu einem anderen politischen und wirtschaftlichen
System markierte und doch die Mitte des Kontinents darstellte. Dieses Land nannte sich Deutsche Demokratische Republik,
verwirklichte den Sozialismus und war Heimat für 17 Millionen Menschen. Tief in der ostdeutschen Provinz geboren,
bekam Ringo Rösener gerade noch den Zusammenbruch mit. Mit dem Jahrtausendwechsel verlässt er seine Geburtsstadt
Anklam und lebt seine Homosexualität aus - das ist etwas, das er sich bis dahin nie getraut hatte. Wäre so ein offen schwules
Leben im real existierenden Sozialismus möglich gewesen?
Ringo Rösener begegnet sechs schwulen Männern, die in der DDR lebten und die zum Teil erstmals offen über ihre Sexualität
sprechen. Nach und nach lassen sie ihn an ihren eigenen persönlichen Geschichten teilhaben und sprechen von ihrem Leben
in einem vermeintlich uniformen Staat.
Ein Film von Gaël Morel
Fankreich 2011, 97 Minuten
Vassili geht auf den Strich. Von seiner jugendlichen Schönheit ist wenig übrig geblieben und
seine Freier lassen ihn das spüren. Gewaltsam wehrt er sich gegen die Entwürdigungen, doch
hat er die Verachtung, mit der die Kunden ihn und seinen Körper ansehen, längst verinnerlicht.
Dann, eines Nachts im Bois de Boulogne, entdeckt Vassili einen blutenden und misshandelten
Jungen, der aus dem Nichts zu kommen scheint. Er nennt ihn Angelo, den Engel. Es ist von
Anfang an eine leidenschaftliche Amour fou, die beide erfasst, ohne Zweifel und Misstrauen,
ohne Kompromisse. Gemeinsam gehen sie auf den Strich, ermorden und berauben ihre Freier,
fliehen schließlich aus Paris, um ihr Paradies zu suchen, wo sie mit allem aufhören und einen
Neuanfang wagen können. Doch auch Vassilis Jugendfreundin Anna und ihr kleiner Sohn können
die Katastrophe nicht abwenden, auf die Vassili und Angelo zusteuern …
Ein Film von Radek Wegrzyn und Stephan Anspichler
Deutschland 2011, 82 Minuten
Alle drei Jahre treffen in Hannover 35 junge Geigerinnen und Geiger aus aller Welt bei einem besonderen Ereignis
zusammen: dem Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb. Er ist der höchstdotierte Musikwettbewerb
der Welt.
VIOLINISSIMO begleitet drei von ihnen zwischen Eröffnungskonzert und dem großen Finale durch die Höhen
und Tiefen des Wettbewerbs, fängt die Momente im Rampenlicht und die einsamsten Minuten abseits der Bühne
ein. Was die drei jungen Musiker auf dem Weg nach ganz oben verbindet, sind ihr außergewöhnliches Talent, ihr
Ehrgeiz, ihre Disziplin und die Einsicht, dass es noch Erfüllenderes gibt als den ersten Preis.
DAS TRAURIGE LEBEN DER GLORIA S.
Kinostart: 12.01.2012
Ein Film von Ute Schall und Christine Groß
Deutschland 2011, 75 Minuten
Filmregisseurin Charlotte hat eine künstlerische Krise – also
will sie mal einen richtig politischen Film machen und tief in
das Leben sozial benachteiligter Frauen eintauchen. Auf der
Suche nach einer alleinerziehenden Hartz-IV-Empfängerin
lernt sie Gloria Schneider kennen, die auf den ersten Blick
ein ideal trauriges Leben zu führen scheint.
Was Charlotte nicht weiß: Gloria Schneider ist eine
(mäßig erfolgreiche) Off-Theater-Schauspielerin, die beim
Casting ihre wirklich prekär lebenden Mitbewerberinnen
mühelos mit einer falschen Lebensgeschichte an die Wand
spielt und sich Charlotte schnell als Idealbesetzung empfiehlt.
Aber wirklich gut geht es Gloria tatsächlich nicht: Das
Geld ist knapp, die Freundin genervt und ihre Theatergruppe
alles andere als talentiert. Gloria braucht diesen
Film und Charlotte eine traurige Heldin – also wird gedreht,
bis der Schwindel auffliegt …
DAS TRAURIGE LEBEN DER GLORIA S. ist eine
durchgeknallte, bitterböse Komödie über starke Frauen in
der Krise, zwischen Glamour und Hartz IV, Kunst und Katastrophen,
schlechtem Theater und dem harten Leben. Die
Regisseurinnen Ute Schall und Christine Groß haben Erfahrungen
mit der Frauen-Filmgruppe hangover ltd.* und der
Berliner Volksbühne gemacht und wissen genau, wovon sie
erzählen!
Ein Film von Jan Krüger
Deutschland 2011, 88 Minuten
Simon, ein junger Arzt aus Deutschland, ist verschwunden.
Seine Wohnung in Marseille, wo er zuletzt gelebt und
gearbeitet hat, ist verlassen. Seine Mutter Valerie ist verzweifelt
– sie kann sich keinen Reim auf das Verschwinden
ihres Sohns machen. In ihrer Not bittet sie Jens, den
ehemaligen Freund und Geliebten von Simon, um Hilfe.
Gemeinsam machen sie sich in Marseille auf die Suche.
Ein Film von Marc Boettcher
Deutschland 2011, 118 Minuten
Der Jazz in Deutschland hatte eine Stimme: Inge Brandenburg.
Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen, frühzeitig
gewohnt, auf eigenen Beinen zu stehen, Ende der 1950er
Jahre plötzlich als beste europäische Jazzsängerin gefeiert,
vom Time Magazin mit Billie Holiday verglichen, auf
Händen getragen von den Musikern – und ignoriert und
(erfolglos) auf Schlager reduziert von der deutschen Plattenindustrie
…
Ein Frauenschicksal der 1950er und 60er Jahre, einer
Zeit, in der es in Deutschland keinen Platz gab für selbstbewusste
Frauen mit überregionalen Träumen, mit dramatischem
Interpretationsstil und einer emanzipierten Erotik.
Erst durch SING! INGE, SING! wird es möglich, eine
große deutsche Künstlerin zu entdecken!
Ein dokumentarisches Porträt des DDR-Schriftstellers Paul Gratzik, der als „IM Peter“ 20 Jahre lang Freunde und Kollegen im Auftrag der Staatssicherheit bespitzelte, bevor er sich Anfang der 1980er selbst enttarnte. Eine vielschichtige Auseinandersetzung mit einem schillernden Protagonisten.
Der größte Feind im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Diesen Spruch seiner Mutter hatte der Schriftsteller Paul Gratzik, aus einfachen Verhältnissen in den 1970ern zu einem gefeierten Vertreter der DDR-Literaturszene emporgestiegen, immer im Ohr. Trotzdem war er 20 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes, schrieb Berichte über Freunde und Förderer wie Heiner Müller, Steffie Spira und Ernstgeorg Hering. Anfang der 1980er stieg Gratzik aus, enttarnte sich selbst und wurde seinerseits zum Objekt der Stasi-Beobachtung.
VATERLANDSVERRÄTER ist das filmische Porträt eines vom Kommunismus überzeugten Mannes „mit lautem Wesen“, dessen Leben ein Zickzack zwischen den Extremen war. Eine Geschichte, wie sie so, mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR, noch nicht erzählt worden ist.
Ein Film von Ziska Riemann
Deutschland 2011, 92 Minuten
Ariane und Oona, zwei Teenager mit kaputten, chaotischen Elternhäusern, fühlen sich beide fehl am Platz in der Welt. Ariane, deren gewalttätiger Bruder die Familie terrorisiert, kompensiert ihre Aggressionen und Selbstzweifel durch viel zu früh entwickelte Sexualität. Oona hingegen fühlt sich schuldig am Selbstmord ihres Vaters und richtet ihre Wut gegen sich selbst. Als die Mädchen sich anfreunden, finden sie beieinander eine seit langem vergeblich gesuchte Leichtigkeit, Nähe und Normalität. Sie schaffen es, aus der Hoffnungslosigkeit und Gewalttätigkeit ihrer familiären Situationen auszubrechen und Trauer und Verzweiflung hinter sich zu lassen.
Doch dann beginnt Ariane ein geheimes Verhältnis mit Oonas verhasstem Onkel Lukas, dem neuen Freund von Oonas Mutter. Damit setzt sie alles aufs Spiel, was den Mädchen vorher Halt gegeben hat. Als die Affäre auffliegt, geht ein tiefer Riss durch die Freundschaft der beiden - um sie zu retten, sehen sie nur eine Möglichkeit und die führt direkt in die Katastrophe.
Colleen West steht am Ende ihrer Karriere als Schauspielerin. Der letzte Vorhang des
Theatertriumphs »Star Witness« ist gefallen, ihre Affäre mit dem jugendlichen Schauspielkollegen
Harvey beendet, das letzte Fernsehinterview gegeben. Ihr Agent schickt
Grüße aus dem nicht mehr interessierten Hollywood. Die Diva zieht sich in eine Hütte in
den Bergen zurück und versucht, von Baulärm und aufdringlichen Nachbarn gestört, das
»Scheißjahr« zu vergessen. Sie hat Angst vor der Einsamkeit und davor, nichts mehr zu
verlieren zu haben.
Die ergreifende Geschichte über einen alternden Hollywood-Star ist Cam Archers zweiter
Spielfilm nach seinem aufsehenerregenden, von Gus van Sant produzierten Spielfilmdebüt
Wild Tigers I Have Known (2006, im Verleih der Edition Salzgeber 2008 auch in den
deutschen Kinos zu sehen). Erneut verzichtet er auf eine lineare Narration, lässt Beobachtung,
Reflexion, Traumsequenzen und Spielszenen in halluzinierenden Bildern ineinander
fließen und mit einem nicht-naturalistischen, kunstvollen Sound-Design aufladen. Erneut
arbeitete Archer dabei mit dem Kameramann Aaron Platt und seinem Bruder, dem Sounddesigner
und Komponisten Nate Archer, zusammen. Mit seinen faszinierenden Schwarzweiß-
Bildern, seiner experimentellen Erzählstruktur und der grandiosen, an ihrer eigenen
Karriere angelegten Darstellung durch Ellen Barkin in der Hauptrolle sorgte SHIT YEAR
bei seiner Uraufführung in Cannes 2010 für Aufsehen und bestätigte erneut, dass Cam
Archer als eines der interessantesten Regietalente des amerikanischen Independent-Kinos
bezeichnet werden muss.
Ein Film von Murray Grigor
USA 2008, 91 Minuten, OmU
Die Häuser von John Lautner gehören zum Aufregendsten,
was die amerikanische Architektur hervorgebracht hat.
Einem unbedingten Schönheitsideal verpflichtet, wirken
ihre Räume unendlich – aus der Perspektive der Bewohner,
denn Lautners Architektur ist für den Menschen gemacht.
Jedes Haus ist ein Kunstwerk für sich, definiert das Verhältnis
von Innen- und Außenraum neu. Viele sind auch als Filmkulissen
berühmt geworden: James Bond lief in den 1960ern
durch das „Elrod House“, Tarantino belebte für Pulp Fiction
ein „Googie“-Restaurant wieder und Colin Firth’s Oscar-prämierte
Darstellung in A Single Man wurde in der „Schaffer
Residence“ gedreht.
INFINITE SPACE – DER ARCHITEKT JOHN LAUNTER ist das Porträt
eines visionären Architekten und erscheint in Deutschland
zu seinem 100. Geburtstag. Der Film führt durch die Karriere
Lautners, arbeitet die wichtigsten Prinzipien seines Werks
heraus, lässt ihn selbst (mithilfe von Audio-Archivmaterial)
seine Arbeiten kommentieren und befragt wichtige Weggefährten
des Architekten: seine Familie, seine Mitarbeiter und
ehemalige Bauherren, außerdem berühmte Lautner-Fans
wie Frank O. Gehry. Die heutigen Hausbesitzer ließen Murray
Grigor und seinen Kameramann Hamed Shams den Zauber
und die unvergängliche Schönheit von John Lautners unendlichen
Räumen einfangen.
Ein Film von Gregg Araki
USA / Frankreich 2010, 86 Minuten
DSmith führt ein ruhiges Studentenleben auf dem Campus. Er hängt mit seiner besten Freundin Stella rum, schläft mit der schönen London und hat sich in seinen schönen Mitbewohner Thor verknallt, einen etwas einfach gestrickten Surfer – doch dann kommt die Nacht, die alles verändert...
Unter dem Einfluss von Space Cookies, die er auf einer Fete gegessen hat, ist Smith davon überzeugt gesehen zu haben, wie das geheimnisvolle rothaarige Mädchen, das ihn in seinen Träumen verfolgt, ermordet wurde. Auf der Suche nach der Wahrheit, gerät er immer tiefer in den Sog mysteriöser Geschehnisse, die nicht nur sein Leben, sondern das der gesamten Menschheit verändern werden.
Regisseur Gregg Araki gewann mit diesem ästhetisch hochpolierten Hybrid aus sexuell aufgeladener Teenager-Komödie und in gruselige Endzeitstimmung getauchter Science Fiction die erste Queere Palme in Cannes. Zu Recht, finden wir und möchten euch daher diesen schrillen, apokalyptischen Softporn- Streifen voller abstruser Charaktere und Sprüche nicht vorenthalten, in dem die Welt, wie wir sie kennen - Kaboom! - auseinander fliegt.
Ein Film von Benjamin Cantu
Deutschland 2011, 84 Minuten
Bei der Ernte wird auch sonntags gearbeitet, der Stall muss
immer sauber abgefegt sein, und wenn die Mutterkuh ihr
Kalb nicht annimmt, wird es von Hand aufgezogen. Marko
ist Auszubildender in einem großen Agrarbetrieb im Nuthe-
Urstromtal, 60 km südlich von Berlin. Besteht er seine
Abschlussprüfung, ist er Landwirt. Ob er das überhaupt sein
will, weiß er nicht. Außerhalb der Arbeit hat er wenig Kontakte,
die elf anderen Auszubildenden halten ihn für einen
verschlossenen Einzelgänger. Aber als Jacob, ein neuer
Praktikant, im Betrieb auftaucht, wagt sich Marko langsam
aus der Rolle des Außenseiters heraus. Bei der Ernte, beim
Abfahren des Getreides und beim Umbuchten der Kälber
kommen die beiden jungen Männer sich näher. Für einen
Tag reißen sie nach Berlin aus und danach ist nichts mehr
wie zuvor. Eine Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang –
doch keiner von beiden hat sich bislang gefragt, wie und vor
allem wie offen er in der Gesellschaft leben will.
Ein Film von Britta Wauer
Deutschland 2011, 90 Minuten
Im Norden der Stadt, versteckt in einem Wohngebiet, umgeben von Mauern und bedeckt von einem Urwald aus Bäumen, Rhododendron und Efeu liegt der Jüdische Friedhof Berlin-Weißensee. Er wurde 1880 angelegt, ist 42 Hektar groß, hat derzeit 115.000 Grabstellen und immer noch wird auf ihm bestattet. Weder der Friedhof noch sein Archiv sind je zerstört worden – ein Paradies für Geschichten-Sammler.
Britta Wauer und ihr Kameramann Kaspar Köpke waren immer wieder auf dem Jüdischen Friedhof und haben einen höchst lebendigen Ort vorgefunden. Menschen aus aller Welt kommen dort hin und können von jüdischer, Berliner und zugleich deutscher Geschichte erzählen, von der dieser Ort erfüllt ist.
ein Film von Claus Wischmann und Martin Baer
mit dem Orchestre Symphonique Kimbanguiste
Dirigent: Armand Diangienda
Deutschland 2010, 95 Minuten, OmU
Uraufführung: Internationale Filmfestspiele Berlin 2010,
Berlinale Special
Publikumspreis beim 6. Festival des deutschen Films 2010
Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo,
drittgrößte Stadt Afrikas. Hier wohnen fast zehn Millionen
Menschen, die zu den ärmsten Bewohnern unseres Planeten
zählen. Es ist die Heimat des einzigen Symphonieorchesters
Zentralafrikas - L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste.
In völliger Dunkelheit spielen zweihundert Orchestermusiker
Beethovens Neunte - "Freude schöner Götterfunken". Ein
Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme
wie dieses sind noch die kleinste Sorge. In den letzten fünfzehn
Jahren.haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen
und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf
die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Kinshasa Symphony zeigt Menschen in einer der chaotischsten
Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen
Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester.
Ein Film über den Kongo, über die Menschen in Kinshasa und
über Musik.