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SŒUR SOURIRE - DIE SINGENDE NONNE
L-Filmnacht 24.09.2010
Bundesstart Herbst 2010

ein Film von Stijn Coninx
Frankreich 2009, 124 Minuten, dt. Synchronfassung

Ende der 1950er Jahre flüchtet die lebenslustige Jeannine vor dem Kontrollwahn ihrer Mutter und den Avancen ihrer besten Freundin Annie ins Kloster. Allerdings bleibt sie dort nicht lange schweigsam: mit ihrer Gitarre und ihren fröhlichen Liedern bezaubert sie erst ihre Ordensschwestern und dann die ganze Welt, denn ihr Hit "Dominique" erobert in Windeseile trotz Elvis und den Beatles die Hitparaden. Jeannine macht als "Sœur Sourire" (" Schwester des Lächelns ") Karriere und traut sich nun endlich, außerhalb der Klostermauern mit ihrer großen Liebe Annie zusammen zu leben. Vielleicht waren das für eine eigensinnige junge Frau Anfang der 1960er zu viele emanzipatorische Schritte auf einmal - denn die Frauenbewegung und sexuelle Revolution kam erst ein paar Jahre später dazu, den Einfluss von Kirche und gesellschaftlichen Moralaposteln auszuhebeln. Jeannines Weg zur ernsthaften Chansonsängerin und selbstbewussten Lesbe war ihrer Zeit weit voraus.

Der Spielfilm von Stijn Coninx erzählt die wahre Geschichte von Jeannine Deckers, der singenden Nonne, in wunderbaren Bildern und hat mit der bezaubernden Cécile de France die absolute Idealbesetzung gefunden. Das Drehbuch schrieb unter anderem Chris Vander Stappen, die schon die Publikumshits MEIN LEBEN IN ROSAROT und WO WAREN WIR FRAUEN, ALS DIE MÄNNER ZUM MOND FLOGEN? auf die Leinwand zauberte.

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PATRIK 1,5
Gay-Filmnacht 17.09.2010
Bundesstart 07.10.2010

ein Film von Ella Lemhagen
Schweden 2008, 105 Minuten, OmU

Eine stabile Beziehung, ein neues Haus im ruhigen Vorort, gute Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten: Goran und Sven haben alles - nur kein Kind. Aber bei diesen Voraussetzungen ist ihr Adoptionsantrag schnell durch und bald ist Patrik (1,5 Jahre alt) auf dem Weg. Dem vollkommenen Glück des schwulen Paares steht nichts mehr im Wege - bis auf einen kleinen Schreibfehler der Adoptionsbehörde. Und so wird ihnen am entscheidenden Tag kein Baby überbracht, sondern es steht ein kleinkrimineller, schwer erziehbarer, äußerst homophober Teenager vor der Tür: Patrik, 15!

Regisseurin Ella Lemhagen (Tsatsiki - Tintenfische und erste Küsse) verbindet Warmherzigkeit mit entlarvendem Witz in ihrer Komödie über ein bürgerliches Homo-Paar, dessen brave Fassade von einem asozialen Jugendlichen über den Haufen geworfen wird. Am Ende rauft sich die Patchwork-Familie natürlich zusammen, weil sich Außenseiter eben verbünden müssen, um es den Spießern zu zeigen. Dafür gab es zurecht den Hauptpreis des Verzaubert-Filmfestivals und den Publikumspreis beim San Francisco International Lesbian and Gay Film Festival.
Fuck you, you fucking fuck!

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THEODORA
Classica-im-Kino-Start: 26.09.2010

Salzburg 2009
ca. 210 Minuten

Inszenierung: Christof Loy
Freiburger Barockorchester und Salzburger Bachchor unter Ivor Bolton

Mit Christine Schäfer, Bejun Mehta, Joseph Kaiser, Johannes Martin Kränzle

Händels "Theodora" ist keine Oper, sondern sein vorletztes Oratorium - es zählt zu seinen ergreifendsten und menschlichsten Werken. Christof Loy, dreimaliger "Regisseur des Jahres" der Zeitschrift Opernwelt, hat eine Oper daraus gemacht, die 2009 feierlich die Salzburger Festspiele eröffnete. Das Freiburger Barockorchester spielt auf originalen Instrumenten, das szenische Geschehen ist um einen überdimensionierten Orgelbau herum gruppiert. Doch Aufsehen erregten vor allem die Sänger: "Mit Christine Schäfer haben die Salzburger eine Idealbesetzung für die Titelrolle gefunden. Diese herbe Erscheinung ruht ganz in sich selbst, sie biedert sich nicht an, sie geht ganz unspektakulär ihren Weg in den Tod. Schon in ihrer Auftrittsarie ‚Fond, flatt'ring world, adieu!' hat sie mit der Welt abgeschlossen. Sie, die spätantike Christin, von der Hinrichtung bedroht, ergibt sich völlig unspektakulär und ohne alle dogmatische Beschwörung in ihr Schicksal. Genauso schlicht, genauso aller Leidenschaftlichkeit enthoben singt Christine Schäfer. Der Tonfall ist mehr als eigen - aber er ist derjenige Händels. Kein resignierendes Sichabfinden mit der Situation, keine freudige Todeserwartung. Sondern eine von realistischer Einsicht getragene Hellsichtigkeit, die das heraufziehende Martyrium nicht idealisiert, nicht dem Alltag enthebt, nicht heroisiert." (Süddeutsche Zeitung)

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KINSHASA SYMPHONY
Bundesstart 23.09.2010

ein Film von Claus Wischmann und Martin Baer
mit dem Orchestre Symphonique Kimbanguiste
Dirigent: Armand Diangienda
Deutschland 2010, 95 Minuten, OmU

Uraufführung: Internationale Filmfestspiele Berlin 2010, Berlinale Special
Publikumspreis beim 6. Festival des deutschen Films 2010

Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, drittgrößte Stadt Afrikas. Hier wohnen fast zehn Millionen Menschen, die zu den ärmsten Bewohnern unseres Planeten zählen. Es ist die Heimat des einzigen Symphonieorchesters Zentralafrikas - L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste.

In völliger Dunkelheit spielen zweihundert Orchestermusiker Beethovens Neunte - "Freude schöner Götterfunken". Ein Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme wie dieses sind noch die kleinste Sorge. In den letzten fünfzehn Jahren.haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Kinshasa Symphony zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester. Ein Film über den Kongo, über die Menschen in Kinshasa und über Musik.

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COSí FAN TUTTE
Classica-im-Kino-Start: 19.09.2010

Salzburg 2009
ca. 210 Minuten

Inszenierung: Claus Guth
Wiener Philharmoniker, Wiener Staatsopernchor unter Adam Fischer

mit Miah Persson, Isabel Leonard, Topi Lehtipuu, Bo Skovhus

"Dirigent Adam Fischer und die Wiener Philharmoniker zeigen sich der Oper COSI FAN TUTTE gewachsen. Geschmeidig, leicht und transparent ist ihr Mozart - man gerät ins Schwärmen. Bo Skovhus gibt den Magier. Doch nicht allein als diabolischen Charakter. Sein Don Alfonso ist mehr als nur der böse Chaosstifter. Er ist, durch und durch maliziös, Mephisto, aber er ist auch Amor (und Voodoo-Zauberer). Er zerstört Liebe, um das Wesen der Liebe zu offenbaren. Er ist das Alter ego Mozarts und Da Pontes.

Die Partitur ist phänomenal präzise ausgeleuchtet, da sitzt jeder Akzent, da umschlingt, so nötig, eine jede Phrase die nächste, und da federt es. Für die Sänger ist es ein großes Glück, welches sie wiederum phantastisch zu nutzen wissen. Fangen wir mit den Frauen an: Miah Persson muss man allein für ihre minutiös ausziselierte große Arie im zweiten Akt lieben, Isabel Leonard für die nuancierte Strahlkraft ihres Mezzos und Patricia Petibon für ihre vokal wie darstellerisch agile Despina. Nicht minder erlesen die Männer: ein Genuss Bo Skovhus als erhaben-sonorer Alfonso und Topi Lehtipuu als leidenschaftlicher Ferrando; mit kräftigem und variablem Timbre Floran Boesch als Gugliemo. Alles wunderbar." (Frankfurter Rundschau)

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CARMEN
Classica-im-Kino-Start: 12.09.2010

Salzburg 1966
162 Minuten

Inszenierung und Filmregie: Herbert von Karajan
Wiener Philharmoniker und Chor der Wiener Staatsoper unter Karajan

mit Grace Bumbry, Jon Vickers, Mirella Freni, Justino Diaz

Die Geschichte einer Zigeunerin, die jederzeit ihren Lieben, Launen und ihrer Lebensgier nachgibt, der dabei die Freiheit über alles geht und die, vor die Alternative gestellt, sich zu beugen oder zu sterben, dem Tod gelassen ins Gesicht schaut. Dieses Schicksal zeigt den gnadenlosen Widerspruch zwischen Anpassung an gesellschaftliche Normen und individueller Freiheit, ohne ihm seine Ambivalenz zu nehmen. Carmen liebt erst Don José, einen Sergeanten, dann Escamillo, den Stierkämpfer, und sie muss dafür bezahlen. Carmen (so verrät es bereits der Titel) ist die alleinige Hauptperson, und ihr Verhalten ist konsequent bis in den Tod. Das Stück endet im Vergleich zu anderen Opern dieses Genres tragisch. Die von Karajan selbst produzierte Filmaufzeichnung der Oper basiert auf seiner Inszenierung für die Salzburger Festspiele von 1966 mit Grace Bumbry (einer der hervorragendsten Carmen-Interpretinnen unserer Zeit), John Vickers, Mirella Freni und Justino Diaz in den Hauptpartien.

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DON GIOVANNI
Classica-im-Kino-Start: 05.09.2010

Salzburg 1954, 177 Minuten

Inszenierung: Herbert Graf
Wiener Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler
Filmregie: Alfred Travers und Paul Czinner

mit Cesare Siepi, Elisabeth Grümmer, Otto Edelmann

Aufregende Einblicke in das künstlerische Wirken Wilhelm Furtwänglers vermittelt die Don Giovanni-Produktion der Salzburger Festspiele vom Sommer 1954. Dabei kommen Stimm-Freaks voll auf ihre Kosten: Dass Furtwänglers Leitung nur geringen Bewegungsimpuls entwickelt, machen Elisabeth Grümmer als sensible Donna Anna und der lebenshungrige Giovanni von Cesare Siepi schnell vergessen. Der aus New York nach Österreich heimgekehrte Regisseur Herbert Graf inszenierte den Don Giovanni in einem für damalige Begriffe ungewohnt realistischen Darstellungsstil. Er arbeitete vor allem die Kontraste heraus: zwischen Cesare Siepi, dem virilen, dunkel-timbrierten Don Giovanni und dem unvergleichlichen Lyriker Anton Dermota als Don Ottavio. Zwischen der eher verhalten-edlen Anna der Elisabeth Grümmer und der leidenschaftlich dramatischen Elvira der Lisa Della Casa. Die Aufführung von 1954 wurde zu einem großen, bejubelten Erfolg, der schnell die Idee einer Verfilmung provozierte.

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DANIEL SCHMID - LE CHAT QUI PENSE
Bundesstart 02.09.2010

ein Film von Pascal Hofmann & Benny Jaberg
CH 2010, 83 Minuten, OmU

Ein filmischer Streifzug durch das ereignisreiche Leben und cineastische Vermächtnis des aussergewöhnlichen Schweizer Filmregisseurs Daniel Schmid.

In den 1940er Jahren in einem Hotel der Belle Epoque im Bündnerischen Flims aufgewachsen, verfiel Daniel Schmid bereits als Kind seiner Vorstellungskraft. Beflügelt von den phantastischen Geschichten seiner Grossmutter, machte er die Hotelhalle zur Bühne und Gäste aus aller Welt zu seinen Protagonisten. Daniel Schmid wurde zum Geschichtenerzähler - um es Zeit seines Lebens zu bleiben.

Wie durch ein Kaleidoskop blickt "Daniel Schmid - Le chat qui pense" auf Weggefährten und wichtige Stationen von Schmid. Der Film begibt sich auf eine cineastische Reise durch Leben und Werk eines aussergewöhnlichen Schweizer Filmkünstlers. Bereits als Kind wusste dieser: Hinter dem Flimserstein beginnt die Welt. Eine Welt zwischen Wirklichkeit und Fiktion.

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ICH, TOMEK
Bundesstart 10.06.2010

ein Film von Robert Glinski
mit Filip Garbacz, Anna Kulej, Daniel Furmaniak und Rolf Hoppe

PL/D 2009, 94 Minuten, DF

Prädikat: Besonders wertvoll

Tomek lebt in Gubin an der deutsch-polnischen Grenze. Er liebt die Sterne. Statt bei seinem Vater in der Fußballmannschaft zu trainieren, verbringt er seine Zeit lieber mit dem pensionierten deutschen Lehrer Herr Weber, der in einem ehemaligen Grenzturm eine Sternwarte einrichten will. Was noch fehlt, ist ein Teleskop, viel mehr das Geld dafür. Als Tomek Marta kennenlernt, so alt wie er und um einiges abgeklärter, werden die Sterne nebensächlich. Es wird wichtig, sich gut zu kleiden, hip zu sein. In der Disko "La Strada" gerät Tomek an den Zuhälter Borys und in einen Teufelskreis aus Prostitution und Gewalt, aus der es bald schon kein Entkommen mehr für ihn gibt. Er prostituiert sich, wird selbst zum Zuhälter und schreckt nicht davor zurück, seinen besten Freund Ciemny zum Anschaffen zu schicken. Wird Tomek den Absprung schaffen?

ICH, TOMEK ist ein höchst engagierter Gegenwartsstoff, der vom Verlust der Unschuld, vom Reiz des schnellen Geldes, von Liebe und Gefahr erzählt. ICH, TOMEK ist im spannungsgeladenen Milieu von Jugendlichen im deutsch-polnischen Grenzgebiet angesiedelt. Sie leben in drastischen Verhältnissen, doch mit den deutschen Sextouristen haben sie den Überfluß stets vor Augen. Aus dieser Konstellation entsteht eine existentielle Geschichte, die universell für eine junge, europäische Generation auf der Suche nach Identität, Liebe und Wohlstand steht.

Begründung der FBW:

Tomek lebt in einer tristen Welt an der deutsch-polnischen Grenze. Um seiner Freundin ihre Träume vom westlichen Luxus zu erfüllen und aus den beengten Familienverhältnissen auszubrechen, rutscht Tomek in die Illegalität ab. Zuerst mit Handlangerjobs doch schon bald durch das verlockend schnelle Geld mit Prostitution. Aus dem begeisterungsfähigen, aufgewecktem Jungen entwickelt sich ein erschreckend berechnender Zuhälter. Die realistische Geschichte über den Umgang mit "der Ware Mensch" weiß in knappen Bildern mit überzeugenden Charakteren zu fesseln. Selten wurde die Sogwirkung in den kriminellen Abgrund und die sexuelle Verwahrlosung so schonungslos dargestellt. Ein begrüßenswerter Beitrag!



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POSTCARD TO DADDY
Bundesstart 27.05.2010

ein Film von Michael Stock

D 2010, 86 Minuten, DF

UA: 60. Internationale Filmfestspiele Berlin 2009, Panorama

Leserinnen- und Leserpreis der Siegessäule ELSE 2009
Nominiert für den TEDDY AWARD / Dokumentarfilm 2009

Der Filmemacher Michael Stock wurde im Alter zwischen acht und sechzehn Jahren von seinem Vater sexuell missbraucht. 25 Jahre später konfrontiert er vor laufender Kamera seine Familie mit seiner Vergangenheit. Die daraus entstandene Videobotschaft sendet er in Form eines Dokumentarfilms an den Vater. Trotz des unfassbaren Dramas ist POSTCARD TO DADDY nicht von Hass geprägt, sondern von Hoffnung und Liebe zum Leben. Michael Stock will nicht anklagen, sondern verstehen.

Michael Stock, 1993 bekannt geworden durch seinen Low-Budget-Spielfilm Prinz in Hölleland, wollte aus der Geschichte seines Missbrauchs eigentlich einen Spielfilm machen. Trotz diverser Drehbuchförderungen konnte das Projekt nie realisiert werden. Schließlich fasste Stock den Entschluss, einen Dokumentarfilm über seine Geschichte zu drehen. POSTCARD TO DADDY wurde im Panorama der 60. Berlinale mit großem Erfolg und Medieninteresse uraufgeführt und erhielt beim TEDDY-Award die ELSE, den Leserinnen- und Leserpreis der Zeitschrift Siegessäule.

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DU SOLLST NICHT LIEBEN
(Einaym Pkuhot / Eyes Wide Open)
Bundesstart 20.05.2010

ein Film von Haim Tabakman
nach dem Buch von Merav Doster
mit Zohar Strauss, Ran Danker, Tinkerbell, Tzahi Grad, Isaac Sharry

ISR/FR/D 2009, 90 Minuten, DF und OmU

Aaron ist ein angesehener Fleischer in der ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Der Ehemann und Vater von vier Kindern gerät in eine tiefe Krise, als er sich in Ezri verliebt - einen 22-jährigen Studenten, der ihm in seinem Geschäft aushilft. Zunächst begreift er seine Gefühle als religiöse Herausforderung, doch als beide Männer schließlich ihrer Leidenschaft nachgeben, wächst der Druck der Gemeinde auf Aaron. Da er keinen Weg sieht, seine Gefühle mit den religiösen Regeln in Einklang zu bringen, fasst er einen radikalen Entschluss.

Haim Tabakmans erster Spielfilm berührt ein Tabu - Homosexualität im ultraorthodoxen Judentum. Nach der Uraufführung von DU SOLLST NICHT LIEBEN in der Reihe UN CERTAIN REGARD beim Festival de Cannes reagierte die internationale Presse (u.a. sämtliche großen Tageszeitungen in Frankreich) begeistert, stellte die Zurückhaltung und inszenatorische Strenge des Films heraus und verglich die emotionale Kraft einer Liebesgeschichte in einer feindlichen Umwelt mit Ang Lees BROKEBACK MOUNTAIN.

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TRÄUME DER LAUSITZ
Bundesstart 06.05.2010

ein Film von Bernhard Sallmann

Die Lausitz - das ehemalige Energiegewinnungszentrum der DDR, heute eine vom Braunkohleabbau ausgelaugte Landschaft. Große Seen sind entstanden, in denen man beim Baden "rostet", und Landschaftsformationen, die an den Grand Canyon des Wilden Westens erinnern. Unaufhaltsam erobern sich heimische Wölfe und viele Exoten der internationalen Fauna und Flora neue Lebensräume. Die Menschen, die geblieben sind, harren aus wie Siedler. Sie tauchen im Film als Erzähler ihrer teils skurrilen Geschichten auf. Wir sehen, wie sie mit Phantasie und Engagement versuchen, ihrer geschundenen Landschaft ein wiederbewohnbares Stück Erde abzutrotzen.

Denn die Lausitz birgt den alten Traum des Fürst Pückler: den Traum von einer Landschaft für Menschen. In der Lausitz passiert mehr, als wir zu träumen wagen...

"TRÄUME DER LAUSITZ ist ein Wegweiser für die Zukunft." (Dagmar Reim, rbb)

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der DEFA-Stiftung.

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BERLIN - STETTIN
Bundesstart 28.01.2010

ein Film von Volker Koepp
D 2009, 110 Minuten, Farbe und s/w

Der Dokumentarfilm-Regisseur Volker Koepp wurde 1944 in Stettin geboren und wuchs in Berlin-Karlshorst auf. Zwischen diesen beiden Städten, zwischen Elbe und Oder, hat er immer wieder Menschen getroffen und Orte gefunden, die er zu Hauptdarstellern seiner Filme gemacht hat. In BERLIN - STETTIN zieht es ihn zurück in seine früheren Lebenslandschaften. Seine eigene Biografie überlagert sich mit der Biografie seiner wiedergefundenen Protagonisten, mit der Geschichte dieses Landstrichs. Und wieder findet er neue Menschen und Landschaften, neue Themen und einen neuen Ansatz, sie zu erzählen.

Eins zwei drei vier fünf sechs sieben,
wo ist denn mein Schatz geblieben?
In Berlin, im Stettin,
wo die Rosen zweimal blühn.
Jungen schlafen in Rattenecken,
Mädchen schlafen in seidnen Bettchen.
Jungen tragen Rattenschwänze,
Mädchen tragen Lorbeerkränze,
Mädchen kommen auf den Ball,
Jungen in den Schweinestall.


(Kindervers)

"Berlin - Stettin" war ein Kinderspiel, das Volker Koepp mit Freunden nach dem Krieg in Berlin-Karlshorst spielte. Der Name des Spiels war einprägsam, er ging ihm nie ganz aus dem Kopf. Erst später wurde ihm bewusst, dass sich mit den beiden Städtenamen eigene wichtige Lebensorte verbanden: der Geburtsort Stettin (heute das polnische "Szczecin"), Berlin als Ort der Kindheit, die Landschaft dazwischen als Drehort vieler Filme: Brandenburg, Mecklenburg, Pommern.

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OSCAR NIEMEYER - DAS LEBEN IST EIN HAUCH
Bundesstart 14.01.2010

ein Film von Fabiano Maciel und Sacha
Musik von João Donato
Mit Oscar Niemeyer, Bruno Contarini, Carlos Heitor Cony, Chico Buarque, Eduardo
Galeano, Eric Hobsbawn, Ferreira Gullar, Ítalo Campofiorito, José Saramago, Mario Soares und Nelson Pereira dos Santos

BR 2007, 85 Minuten, OmU

Oscar Niemeyer ist der letzte noch lebende Vertreter der klassischen Architektur-Moderne des letzten Jahrhunderts. Entstanden 2007 zu seinem 100. Geburtstag lässt der Dokumentarfilm OSCAR NIEMEYER - DAS LEBEN IST EIN HAUCH den Stararchitekten selbst die Geschichte seiner großen Bauprojekte erzählen.

In der modernen Architektur hat Oscar Niemeyer revolutionäre Veränderungen initiiert - seine Erweiterungen der Baupraxis u.a. durch die Verwendung von Stahlbeton sind legendär. Außerdem ist der Architekt auch mit über hundert Jahren immer noch eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen seines Landes, ein Künstler, der sich zeitlebens für die Verbesserung des menschlichen Zusammenlebens engagiert hat. Seine Bauten repräsentieren weltweit die Kultur Brasiliens - und sind selbst maßgeblich durch das brasilianische Volk und die brasilianische Landschaft geprägt.

Der in über zehnjähriger Arbeit entstandene Dokumentarfilm besucht die verschiedenen Stationen der Karriere von Oscar Niemeyer, folgt der Spur seiner Bauwerke von Rio und Belo Horizonte über São Paulo, Paris, bis nach New York und Niterói. Und er besucht natürlich auch die brasilianische Hauptstadt Brasília, die nach Niemeyers Plänen zwischen 1956 und 1960 im bis dahin kaum erschlossenen brasilianischen Hinterland entstand.

Das Bauhaus nannte Niemeyer ein starres "Paradies der Mittelmäßigkeit". Er hielt es eher mit seinem Lehrer Le Corbusier, der Architektur als Erfindung definierte. Die Funktion sollte der immer wieder neuen, überraschenden Form folgen und nicht umgekehrt. Einfach, klug, direkt und schelmisch gibt Niemeyer seine Lebens- und Arbeitsweisheiten preis und lobt die Kurve als vollkommene architektonische Form.

"Ich bin wie einer dieser alten Pessimisten. Ich glaube, dass das Leben nur einen kurzen Augenblick währt. Der einzelne Mensch ist nicht wichtig, er wird geboren und stirbt. Er muss seinen Blick zum Himmel erheben und fühlen, wie klein er ist, er muss bescheiden sein und wissen, das nichts wirklich wichtig ist. Das Leben ist ein Hauch, nur ein kurzer Augenblick." (Oscar Niemeyer)

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DAS FISCHKIND (El Niño Pez)
Bundesstart 07.01.2010

ein Film von Lucía Puenzo
mit Inés Efron, Mariela Vitale, Carlos Bardem

AR, ES, FR 2009, 96 Minuten, spOmdtU

Lala, ein Mädchen aus dem reichen Vorortviertel von Buenos Aires, hat eine Liebesbeziehung zu Guayi, dem 20 Jahre alten Hausmädchen der Familie. Sie träumen davon, zusammen nach Paraguay abzuhauen, in Guayis Heimat am Ufer des Ypoá-Sees. Der Mord an Lalas Vater kommt ihnen dazwischen.

Eine Flucht beginnt, über den Highway, der den Norden von Buenos Aires mit Paraguay verbindet. Während Guayi in einem Kinderheim festgehalten wird, wartet Lala in Ypoá auf ihre Freundin. Gerüchte sind dort über sie im Umlauf, von einer Schwangerschaft und der Legende eines Fischkindes, das die Ertrunkenen zum Grund des Sees führt. Ein Verbrechen kommt ans Tageslicht, das Guayi seit langem geheim hielt...

"Ein furchtbar hässlicher Hund, vollgepumpt mit Drogen, erzählt, wie zwei junge Mädchen aus Liebe zu Mörderinnen werden. Ein frecher, temporeicher, magischer Roman - THELMA UND LOUISE auf Argentinisch!" … heißt es in der deutschen Verlagsankündigung zu Lucía Puenzos Buch "Das Fischkind", das die argentinische Zeitung "Página 12" mit den Worten lobt: "Während der Lektüre wähnt man sich fast unweigerlich in einem Film." Es ist also nicht verwunderlich, dass die Autorin nach dem Erfolg ihres Filmdebüts XXY den eigenen Stoff für ihre zweite Regiearbeit gewählt hat.

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