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UNSERE AKTUELLE KINOSTARTS
DIE WOHNUNG
Kinostart: 14.06.2012
Ein Film von Arnon Goldfinger
DE/IL 2011, 97 Minuten, deutsche OF, z.T. dUT
Im Alter von 98 Jahren stirbt Großmutter Gerda. Kurz
darauf versammelt sich die Familie in ihrer Wohnung
in Tel Aviv, um diese aufzulösen. 70 Jahre lang hat sie
hier mit Ehemann Kurt gelebt, weggeschmissen haben
sie nichts. Inmitten unzähliger Briefe, Fotos und Dokumente
entdeckt die Familie Spuren einer unbekannten
Vergangenheit: Die jüdischen Großeltern waren eng
befreundet mit der Familie des SS-Kommandanten
Baron Leopold von Mildenstein.
Filmemacher und Enkel Arnon Goldfinger nimmt
zusammen mit seiner Mutter den Kampf auf: mit Wut
und Mut gegen die Kisten, den Staub, die Antiquitätenhändler,
die Familie, die Vergangenheit und die Gegenwart,
Verdrängung und Wahrheit.
Ein Film von Marion Hänsel
Belgien/Frankreich/Deutschland 2010, · 88 Minuten
Die jungen Rekruten Massina, Moriaty und Da Maggio leisten 1972 ihren Wehrdienst auf einem französischen Marineschiff im Südpazifik. Über
die Atomversuche in diesem Gebiet werden sie nicht informiert. In einer von Disziplin und Gewalt, Langeweile und Einsamkeit geprägten Atmosphäre
an Bord freunden sich der eher kindliche Massina und der reifere und introvertierte Moriaty miteinander an. Als sie im Rahmen einer Übung
eine Atomexplosion miterleben, ist das für beide ein Schock – doch nur Moriaty ist sich über die Konsequenzen dieses Vorfalls im Klaren. Für ihn
bricht eine Welt zusammen und er beginnt, seine gesamten Überzeugungen infrage zu stellen. Auch die Freundschaft zu Massina hilft ihm nicht
über diese Erfahrung hinweg.
Ein Film von Diana Näcke
Deutschland 2011, 84 Minuten, deutsche Originalfassung, z.T. deutsche UT
Kübra, die einzige weibliche Intensivstraftäterin Berlins,
steht kurz vor ihrer Entlassung aus der JVA für Frauen in
Berlin-Lichtenberg – nach insgesamt vier Jahren und zehn
Monaten Haft.
Salema hat ihre Eltern im äthiopischen Bürgerkrieg verloren
und ist in Deutschland nie richtig angekommen. Sie ist,
seit sie siebzehn ist, immer wieder im Gefängnis gewesen
– nun soll sie sich draußen einen Platz im betreuten Wohnheim
suchen.
Matthias Blümel, Leiter der JVA für Frauen, mag das
Wort „Anstalt“ nicht und würde den Knast am liebsten mal
für ein paar Tage zu machen.
Diana Näcke hat drei Jahre mit gefangenen Frauen
gedreht und Kübras und Salemas schwierigen Weg in die
Freiheit begleitet.
SHARAYET - EINE LIEBE IN TEHERAN
Kinostart: 24.05.2012
Ein Film von Maryam Keshavarz
USA/Frankreich/Iran 2010, 105 Min, OmU
Eine iranische Mittelstandsfamilie wird durch das sexuelle
Erwachen der Tochter und die gefährliche Obsession ihres
Bruders herausgefordert.
Nach außen hin passen sich die beiden Schülerinnen Atafeh
und Shirin den strengen Vorsätzen des öffentlichen Lebens in
Teheran an, doch im Untergrund treffen sie sich mit anderen
Jugendlichen auf geheimen Partys, experimentieren mit Sex
und Drogen, tanzen zu Technomusik und träumen von einem
freieren Leben. Bisher bildete auch Atafehs liberale Familie
einen Schutzraum gegen die Moralpolizei und ihre rigiden
Vorschriften. Doch als ihr Bruder Mehran nach einem Drogenentzug
zurückkehrt und seinen Halt mehr und mehr im
religiösen Fundamentalismus findet, wird Atafehs Freiheitsdrang
auf eine harte Probe gestellt. Umso mehr, als Mehran
merkt, dass sie und Shirin mehr als nur gute Freundinnen
sind …
Ein Film von Bavo Defurne
Belgien 2011, 94 Minuten
Der 15-jährige Pim lebt mit seiner lauten und lebenslustigen Mutter in einem Kaff an der belgischen Nordseeküste. Während die ehemalige Schönheitskönigin sich nachts als Akkordeonspielerin in Kneipen herumschlägt, flüchtet sich ihr introvertierter Sohn in Tagträume, zeichnet und sammelt kleine Dinge in versteckten Schachteln. Sein sexuelles Erwachen ist ganz auf den älteren Nachbarsjungen Gino gerichtet, seinen Motorrad-Held, der gerade einiges ausprobiert und Pims Avancen gegenüber nicht unbedingt abgeneigt ist. Doch das Leben besteht nicht nur aus Träumen und zaghaften Annäherungen - die brave protestantische Kleinstadt wird Pim bald genauso eng wie seiner Mutter. Und als Zoltan, der attraktive Schausteller, bei ihnen aufkreuzt und einzieht, geraten die beiden plötzlich in Konkurrenz zu einander. Pim erkennt, dass er seine Träume selbst in die Tat umzusetzen muss...
NOORDZEE, TEXAS gewann den Marc'Aurelio Alice nella città Over13 Award auf dem Filmfest Rom 2011.
UNTER MÄNNERN - SCHWUL IN DER DDR
Kinostart: 26.04.2012
(62. Berlinale 2012, Panorama)
Ein Film von Ringo Rösener und Markus Stein
Deutschland 2012, 91 Minuten
Vor mehr als zwei Jahrzehnten existierte in Europa ein Land, das die Grenze zu einem anderen politischen und wirtschaftlichen
System markierte und doch die Mitte des Kontinents darstellte. Dieses Land nannte sich Deutsche Demokratische Republik,
verwirklichte den Sozialismus und war Heimat für 17 Millionen Menschen. Tief in der ostdeutschen Provinz geboren,
bekam Ringo Rösener gerade noch den Zusammenbruch mit. Mit dem Jahrtausendwechsel verlässt er seine Geburtsstadt
Anklam und lebt seine Homosexualität aus - das ist etwas, das er sich bis dahin nie getraut hatte. Wäre so ein offen schwules
Leben im real existierenden Sozialismus möglich gewesen?
Ringo Rösener begegnet sechs schwulen Männern, die in der DDR lebten und die zum Teil erstmals offen über ihre Sexualität
sprechen. Nach und nach lassen sie ihn an ihren eigenen persönlichen Geschichten teilhaben und sprechen von ihrem Leben
in einem vermeintlich uniformen Staat.
Ein Film von Gaël Morel
Fankreich 2011, 97 Minuten
Vassili geht auf den Strich. Von seiner jugendlichen Schönheit ist wenig übrig geblieben und
seine Freier lassen ihn das spüren. Gewaltsam wehrt er sich gegen die Entwürdigungen, doch
hat er die Verachtung, mit der die Kunden ihn und seinen Körper ansehen, längst verinnerlicht.
Dann, eines Nachts im Bois de Boulogne, entdeckt Vassili einen blutenden und misshandelten
Jungen, der aus dem Nichts zu kommen scheint. Er nennt ihn Angelo, den Engel. Es ist von
Anfang an eine leidenschaftliche Amour fou, die beide erfasst, ohne Zweifel und Misstrauen,
ohne Kompromisse. Gemeinsam gehen sie auf den Strich, ermorden und berauben ihre Freier,
fliehen schließlich aus Paris, um ihr Paradies zu suchen, wo sie mit allem aufhören und einen
Neuanfang wagen können. Doch auch Vassilis Jugendfreundin Anna und ihr kleiner Sohn können
die Katastrophe nicht abwenden, auf die Vassili und Angelo zusteuern …
Ein Film von Radek Wegrzyn und Stephan Anspichler
Deutschland 2011, 82 Minuten
Alle drei Jahre treffen in Hannover 35 junge Geigerinnen und Geiger aus aller Welt bei einem besonderen Ereignis
zusammen: dem Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerb. Er ist der höchstdotierte Musikwettbewerb
der Welt.
VIOLINISSIMO begleitet drei von ihnen zwischen Eröffnungskonzert und dem großen Finale durch die Höhen
und Tiefen des Wettbewerbs, fängt die Momente im Rampenlicht und die einsamsten Minuten abseits der Bühne
ein. Was die drei jungen Musiker auf dem Weg nach ganz oben verbindet, sind ihr außergewöhnliches Talent, ihr
Ehrgeiz, ihre Disziplin und die Einsicht, dass es noch Erfüllenderes gibt als den ersten Preis.
Ein Film von Stefan Butzmühlen und Cristina Diz
DE 2012, 95 Minuten
Wie jeden Sommer ist Carlos zu seiner Familie in die Extremadura zurückgekehrt.
Diesmal wird er länger bleiben, denn in Madrid gibt es keine Arbeit
mehr. Außerdem ist sein Vater gebrechlich und braucht Hilfe bei den Schafen.
An diesem Ort, wo die Alten noch jährlich die mittelalterliche Vertreibung der
Fremden aus ihrem Dorf feiern, lernt Carlos den jungen Polizisten Juan kennen
und beide verlieben sich ineinander. Eine Beziehung zwischen Landflucht
und Jugendarbeitslosigkeit, verkrusteten Ritualen und nationaler Krise in einer
Landschaft, die nicht mehr von dieser Welt zu sein scheint.
WESTERLAND
62. Berlinale 2012
Perspektive Deutsches Kino
Ein Film von Tim Staffel
DE 2012, 90 Minuten
Sylt im Winter. Cem, Auszubildender beim Ordnungsamt, und Jesús, ein Streuner mit erfundenen Geschichten, sind auf der Suche nach dem richtigen Platz im Leben. Sie lernen sich kennen und
entscheiden sich für einander. Doch je mehr sie sich bedeuten, desto verständnisloser reagiert
der Rest der Welt. Für ihre Freundschaft stellen Cem und Jesús sich vier Regeln auf:
Du sollst nicht kiffen. Du sollst nicht kotzen. Du sollst nicht lügen. Du sollst nicht sterben.
Nicht alle können eingehalten werden.
Brad lebt mit seiner egozentrischen Mutter in einer Kleinstadt in der Nähe von Los
Angeles. Als sie herausfindet, dass ihr Sohn schwul ist, wirft sie ihn kurzerhand aus
dem Haus. Brad macht sich auf in die große Stadt und ein Flirt auf der Straße führt ihn
ins Zentrum einer fremden Welt, die ihm schnell zu einem neuen Zuhause wird: die
Ballroom-Szene mit ihren Wahlfamilien aus Drag Kings & Queens, Freaks und Ausgestoßenen,
die sich nachts an geheimen Orten große Wettbewerbe mit andern „Häusern“
liefern. Brad wird vom alternden Ballroom-Star Kweef Latina unter ihre Fittiche und in
ihr „House of Eminence“ aufgenommen, sorgt dort allerdings schnell für Streit, weil
sich sowohl der sensible Carter wie auch die flamboyante Princess in das neue ‚Familienmitglied‘
verlieben. Für Brad steht alles auf dem Spiel: wird er in dieser neuen Welt
seinen Platz finden oder sein Leben lang der Versager bleiben, für den er sich hält?
MAN FOR A DAY
62. Berlinale 2012
Perspektive Deutsches Kino
Ein Film von Katarina Peters
Deutschland 2012, 96 Minuten
Die weltweiten Auftritte und Workshops der Gender-Aktivistin Diane
Torr sind legendär. Das große Thema der Performance-Künstlerin seit
inzwischen über 30 Jahren: das theoretisch-künstlerische und pragmatisch-
handfeste Experimentieren mit Aspekten geschlechtlicher
Identität. Katarina Peters beobachtete den Verlauf eines Berliner Workshops
von Diane Torr, in dem eine Gruppe aufgeschlossener Frauen
sich mit den Geheimnissen des Mannseins vertraut macht. Was macht
einen Mann zum Mann, was eine Frau zur Frau? Wo und wann wird die
geschlechtliche Identität formatiert? Was ist natürlich, was ist antrainiert?
Jeder von Torrs Workshops ist ein soziales Labor-Experiment mit
offenem Ausgang für die Teilnehmerinnen: Ist es möglich, über das
selbst-bewusste Durchspielen unterschiedlicher Rollenmuster Freiheiten
zu schaffen und Grenzen zu überschreiten bezüglich genuin männlicher,
respektive weiblicher Eigenschaften?
DAS TRAURIGE LEBEN DER GLORIA S.
Kinostart: 12.01.2012
Ein Film von Ute Schall und Christine Groß
Deutschland 2011, 75 Minuten
Filmregisseurin Charlotte hat eine künstlerische Krise – also
will sie mal einen richtig politischen Film machen und tief in
das Leben sozial benachteiligter Frauen eintauchen. Auf der
Suche nach einer alleinerziehenden Hartz-IV-Empfängerin
lernt sie Gloria Schneider kennen, die auf den ersten Blick
ein ideal trauriges Leben zu führen scheint.
Was Charlotte nicht weiß: Gloria Schneider ist eine
(mäßig erfolgreiche) Off-Theater-Schauspielerin, die beim
Casting ihre wirklich prekär lebenden Mitbewerberinnen
mühelos mit einer falschen Lebensgeschichte an die Wand
spielt und sich Charlotte schnell als Idealbesetzung empfiehlt.
Aber wirklich gut geht es Gloria tatsächlich nicht: Das
Geld ist knapp, die Freundin genervt und ihre Theatergruppe
alles andere als talentiert. Gloria braucht diesen
Film und Charlotte eine traurige Heldin – also wird gedreht,
bis der Schwindel auffliegt …
DAS TRAURIGE LEBEN DER GLORIA S. ist eine
durchgeknallte, bitterböse Komödie über starke Frauen in
der Krise, zwischen Glamour und Hartz IV, Kunst und Katastrophen,
schlechtem Theater und dem harten Leben. Die
Regisseurinnen Ute Schall und Christine Groß haben Erfahrungen
mit der Frauen-Filmgruppe hangover ltd.* und der
Berliner Volksbühne gemacht und wissen genau, wovon sie
erzählen!
Ein Film von Jan Krüger
Deutschland 2011, 88 Minuten
Simon, ein junger Arzt aus Deutschland, ist verschwunden.
Seine Wohnung in Marseille, wo er zuletzt gelebt und
gearbeitet hat, ist verlassen. Seine Mutter Valerie ist verzweifelt
– sie kann sich keinen Reim auf das Verschwinden
ihres Sohns machen. In ihrer Not bittet sie Jens, den
ehemaligen Freund und Geliebten von Simon, um Hilfe.
Gemeinsam machen sie sich in Marseille auf die Suche.
Ein Film von Marc Boettcher
Deutschland 2011, 118 Minuten
Der Jazz in Deutschland hatte eine Stimme: Inge Brandenburg.
Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen, frühzeitig
gewohnt, auf eigenen Beinen zu stehen, Ende der 1950er
Jahre plötzlich als beste europäische Jazzsängerin gefeiert,
vom Time Magazin mit Billie Holiday verglichen, auf
Händen getragen von den Musikern – und ignoriert und
(erfolglos) auf Schlager reduziert von der deutschen Plattenindustrie
…
Ein Frauenschicksal der 1950er und 60er Jahre, einer
Zeit, in der es in Deutschland keinen Platz gab für selbstbewusste
Frauen mit überregionalen Träumen, mit dramatischem
Interpretationsstil und einer emanzipierten Erotik.
Erst durch SING! INGE, SING! wird es möglich, eine
große deutsche Künstlerin zu entdecken!
Ein dokumentarisches Porträt des DDR-Schriftstellers Paul Gratzik, der als „IM Peter“ 20 Jahre lang Freunde und Kollegen im Auftrag der Staatssicherheit bespitzelte, bevor er sich Anfang der 1980er selbst enttarnte. Eine vielschichtige Auseinandersetzung mit einem schillernden Protagonisten.
Der größte Feind im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Diesen Spruch seiner Mutter hatte der Schriftsteller Paul Gratzik, aus einfachen Verhältnissen in den 1970ern zu einem gefeierten Vertreter der DDR-Literaturszene emporgestiegen, immer im Ohr. Trotzdem war er 20 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes, schrieb Berichte über Freunde und Förderer wie Heiner Müller, Steffie Spira und Ernstgeorg Hering. Anfang der 1980er stieg Gratzik aus, enttarnte sich selbst und wurde seinerseits zum Objekt der Stasi-Beobachtung.
VATERLANDSVERRÄTER ist das filmische Porträt eines vom Kommunismus überzeugten Mannes „mit lautem Wesen“, dessen Leben ein Zickzack zwischen den Extremen war. Eine Geschichte, wie sie so, mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR, noch nicht erzählt worden ist.
JESUS CHRISTUS ERLÖSER
Wiederaufführung: 13.10.2011
Ein Film von Peter Geyer
D 2008, 84 Minuten
Zum Anlass des 85. Geburtstages und des 20. Todestages von Klaus Kinski
Am 20. November 1971 möchte Klaus Kinski die „erregendste Geschichte der Menschheit“
erzählen – das Leben von Jesus Christus. Doch er kommt nicht dazu. Das Bühnenprogramm
des skandalumwitterten Schauspielers wird durch Zwischenrufe unterbrochen
– von einem Publikum, das sich keine Predigt anhören, sondern diskutieren will.
JESUS CHRISTUS ERLÖSER von Peter Geyer zeigt einen tumultartigen Abend gegenseitiger
Beschimpfungen, das Ringen eines Schauspielers um seinen Text, ein Theater-
Happening in einer autoritätskritischen Zeit und das grandiose Scheitern einer literarischen
Weltverbesserungsmaßnahme.
Geyer vermittelt mithilfe aller verfügbaren Bild- und Tondokumente des Abends erstmals
einen hautnahen Eindruck der Live-Situation und schafft damit das außergewöhnliche
Zeugnis einer Zeit und eines Ausnahmekünstlers.
»Wer von Euch nicht nur
eine große Schnauze hat,
sondern wirklich ohne Sünde ist,
der werfe den ersten Stein!«
BERLIN - PARIS Die Geschichte der Beate Klarsfeld
Kinostart: 08.09.2011
Ein Film von Hanna Laura Klar
DE 2010, 91 Minuten
Sie ist „die Frau mit der Ohrfeige“ und „die Nazi-Jägerin“. Hoch geachtet im Ausland für ihre
Verdienste um die Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, blieb sie in Deutschland seit
ihrem legendären Angriff auf den damaligen Bundeskanzler Kiesinger im Jahr 1968 eine
umstrittene Figur. Der Kinodokumentarfilm „Berlin – Paris“ beleuchtet die Bedeutung dieser
Tat und deren Hintergründe und schildert die Jagd von Beate und Serge Klarsfeld nach
Naziverbrechern wie Klaus Barbie.
PERRY RHODAN - Unser Mann im All
Kinostart: 01.09.2011
Ein Film von André Schäfer
D 2011, 90 Minuten
Die Heftromanserie „Perry Rhodan“ feiert im September diesen Jahres ihr 50-jähriges
Bestehen. Damit ist sie das älteste, langlebigste und meistgelesene Produkt der deutschen
Nachkriegsliteratur.
Der Dokumentarfilm „Perry Rhodan – Unser Mann im All“ lässt erstmals die Menschen
hinter der Science-Fiction-Serie zu Wort kommen und zeichnet die Geschichte der
Heftserie nach. Zwischen Nerds und Wissenschaftlern, Autoren und Lesern, zwischen
Fantasie und Kulturgeschichte nähert sich der Film – immer liebevoll – dem Phänomen
„Perry Rhodan“ an und nimmt den Zuschauer mit auf eine spannende Reise durchs
Perryversum, die bislang nur eingefleischten Fans möglich war.
Ein Film von Ziska Riemann
Deutschland 2011, 92 Minuten
Ariane und Oona, zwei Teenager mit kaputten, chaotischen Elternhäusern, fühlen sich beide fehl am Platz in der Welt. Ariane, deren gewalttätiger Bruder die Familie terrorisiert, kompensiert ihre Aggressionen und Selbstzweifel durch viel zu früh entwickelte Sexualität. Oona hingegen fühlt sich schuldig am Selbstmord ihres Vaters und richtet ihre Wut gegen sich selbst. Als die Mädchen sich anfreunden, finden sie beieinander eine seit langem vergeblich gesuchte Leichtigkeit, Nähe und Normalität. Sie schaffen es, aus der Hoffnungslosigkeit und Gewalttätigkeit ihrer familiären Situationen auszubrechen und Trauer und Verzweiflung hinter sich zu lassen.
Doch dann beginnt Ariane ein geheimes Verhältnis mit Oonas verhasstem Onkel Lukas, dem neuen Freund von Oonas Mutter. Damit setzt sie alles aufs Spiel, was den Mädchen vorher Halt gegeben hat. Als die Affäre auffliegt, geht ein tiefer Riss durch die Freundschaft der beiden - um sie zu retten, sehen sie nur eine Möglichkeit und die führt direkt in die Katastrophe.
Colleen West steht am Ende ihrer Karriere als Schauspielerin. Der letzte Vorhang des
Theatertriumphs »Star Witness« ist gefallen, ihre Affäre mit dem jugendlichen Schauspielkollegen
Harvey beendet, das letzte Fernsehinterview gegeben. Ihr Agent schickt
Grüße aus dem nicht mehr interessierten Hollywood. Die Diva zieht sich in eine Hütte in
den Bergen zurück und versucht, von Baulärm und aufdringlichen Nachbarn gestört, das
»Scheißjahr« zu vergessen. Sie hat Angst vor der Einsamkeit und davor, nichts mehr zu
verlieren zu haben.
Die ergreifende Geschichte über einen alternden Hollywood-Star ist Cam Archers zweiter
Spielfilm nach seinem aufsehenerregenden, von Gus van Sant produzierten Spielfilmdebüt
Wild Tigers I Have Known (2006, im Verleih der Edition Salzgeber 2008 auch in den
deutschen Kinos zu sehen). Erneut verzichtet er auf eine lineare Narration, lässt Beobachtung,
Reflexion, Traumsequenzen und Spielszenen in halluzinierenden Bildern ineinander
fließen und mit einem nicht-naturalistischen, kunstvollen Sound-Design aufladen. Erneut
arbeitete Archer dabei mit dem Kameramann Aaron Platt und seinem Bruder, dem Sounddesigner
und Komponisten Nate Archer, zusammen. Mit seinen faszinierenden Schwarzweiß-
Bildern, seiner experimentellen Erzählstruktur und der grandiosen, an ihrer eigenen
Karriere angelegten Darstellung durch Ellen Barkin in der Hauptrolle sorgte SHIT YEAR
bei seiner Uraufführung in Cannes 2010 für Aufsehen und bestätigte erneut, dass Cam
Archer als eines der interessantesten Regietalente des amerikanischen Independent-Kinos
bezeichnet werden muss.
Ein Film von Murray Grigor
USA 2008, 91 Minuten, OmU
Die Häuser von John Lautner gehören zum Aufregendsten,
was die amerikanische Architektur hervorgebracht hat.
Einem unbedingten Schönheitsideal verpflichtet, wirken
ihre Räume unendlich – aus der Perspektive der Bewohner,
denn Lautners Architektur ist für den Menschen gemacht.
Jedes Haus ist ein Kunstwerk für sich, definiert das Verhältnis
von Innen- und Außenraum neu. Viele sind auch als Filmkulissen
berühmt geworden: James Bond lief in den 1960ern
durch das „Elrod House“, Tarantino belebte für Pulp Fiction
ein „Googie“-Restaurant wieder und Colin Firth’s Oscar-prämierte
Darstellung in A Single Man wurde in der „Schaffer
Residence“ gedreht.
INFINITE SPACE – DER ARCHITEKT JOHN LAUNTER ist das Porträt
eines visionären Architekten und erscheint in Deutschland
zu seinem 100. Geburtstag. Der Film führt durch die Karriere
Lautners, arbeitet die wichtigsten Prinzipien seines Werks
heraus, lässt ihn selbst (mithilfe von Audio-Archivmaterial)
seine Arbeiten kommentieren und befragt wichtige Weggefährten
des Architekten: seine Familie, seine Mitarbeiter und
ehemalige Bauherren, außerdem berühmte Lautner-Fans
wie Frank O. Gehry. Die heutigen Hausbesitzer ließen Murray
Grigor und seinen Kameramann Hamed Shams den Zauber
und die unvergängliche Schönheit von John Lautners unendlichen
Räumen einfangen.
Ein Film von Hugo Vieira da Silva
Deutschland/Portugal 2011, 120 Minuten
Ein Vater und sein halbwüchsiger Sohn kommen nach Berlin.
Der Junge hat seine Mutter, die jetzt im Krankenhaus
im Koma liegt, niemals zuvor gesehen, und der Vater sieht
sich mit einer ungeklärten Vergangenheit konfrontiert.
Die fremde, winterlich graue Stadt und die bedrohlich wirkende
Klinik verunsichern beide, und auch die Wohnung
der Mutter, in der der Junge mit seinem Vater unterkommt,
ist bedrückend. Aber es gibt dort eine ebenso geheimnisvolle
wie attraktive Mitbewohnerin, die Freundin der Mutter.
Während der Vater auf Heilung hofft, geht der Junge
auf Streifzüge in die Stadt. Eine aufgeladene Atmosphäre
entsteht zwischen Distanz und Verlangen, zwischen Berührungsangst
und Todesnähe, zwischen Langeweile und wilden
Skateboard-Fahrten: Ein ungewöhnlicher Blick auf Berlin,
eine packende Geschichte vom Erwachsenwerden und
vom Älterwerden, eine faszinierende Reise zu den vielfältigen
Formen des Begehrens und der Liebe.
Ein Film von Gregg Araki
USA / Frankreich 2010, 86 Minuten
DSmith führt ein ruhiges Studentenleben auf dem Campus. Er hängt mit seiner besten Freundin Stella rum, schläft mit der schönen London und hat sich in seinen schönen Mitbewohner Thor verknallt, einen etwas einfach gestrickten Surfer – doch dann kommt die Nacht, die alles verändert...
Unter dem Einfluss von Space Cookies, die er auf einer Fete gegessen hat, ist Smith davon überzeugt gesehen zu haben, wie das geheimnisvolle rothaarige Mädchen, das ihn in seinen Träumen verfolgt, ermordet wurde. Auf der Suche nach der Wahrheit, gerät er immer tiefer in den Sog mysteriöser Geschehnisse, die nicht nur sein Leben, sondern das der gesamten Menschheit verändern werden.
Regisseur Gregg Araki gewann mit diesem ästhetisch hochpolierten Hybrid aus sexuell aufgeladener Teenager-Komödie und in gruselige Endzeitstimmung getauchter Science Fiction die erste Queere Palme in Cannes. Zu Recht, finden wir und möchten euch daher diesen schrillen, apokalyptischen Softporn- Streifen voller abstruser Charaktere und Sprüche nicht vorenthalten, in dem die Welt, wie wir sie kennen - Kaboom! - auseinander fliegt.
Ein Film von Benjamin Cantu
Deutschland 2011, 84 Minuten
Bei der Ernte wird auch sonntags gearbeitet, der Stall muss
immer sauber abgefegt sein, und wenn die Mutterkuh ihr
Kalb nicht annimmt, wird es von Hand aufgezogen. Marko
ist Auszubildender in einem großen Agrarbetrieb im Nuthe-
Urstromtal, 60 km südlich von Berlin. Besteht er seine
Abschlussprüfung, ist er Landwirt. Ob er das überhaupt sein
will, weiß er nicht. Außerhalb der Arbeit hat er wenig Kontakte,
die elf anderen Auszubildenden halten ihn für einen
verschlossenen Einzelgänger. Aber als Jacob, ein neuer
Praktikant, im Betrieb auftaucht, wagt sich Marko langsam
aus der Rolle des Außenseiters heraus. Bei der Ernte, beim
Abfahren des Getreides und beim Umbuchten der Kälber
kommen die beiden jungen Männer sich näher. Für einen
Tag reißen sie nach Berlin aus und danach ist nichts mehr
wie zuvor. Eine Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang –
doch keiner von beiden hat sich bislang gefragt, wie und vor
allem wie offen er in der Gesellschaft leben will.
Ein Film von Britta Wauer
Deutschland 2011, 90 Minuten
Im Norden der Stadt, versteckt in einem Wohngebiet, umgeben von Mauern und bedeckt von einem Urwald aus Bäumen, Rhododendron und Efeu liegt der Jüdische Friedhof Berlin-Weißensee. Er wurde 1880 angelegt, ist 42 Hektar groß, hat derzeit 115.000 Grabstellen und immer noch wird auf ihm bestattet. Weder der Friedhof noch sein Archiv sind je zerstört worden – ein Paradies für Geschichten-Sammler.
Britta Wauer und ihr Kameramann Kaspar Köpke waren immer wieder auf dem Jüdischen Friedhof und haben einen höchst lebendigen Ort vorgefunden. Menschen aus aller Welt kommen dort hin und können von jüdischer, Berliner und zugleich deutscher Geschichte erzählen, von der dieser Ort erfüllt ist.
Ein Film von Dennis Todorovic
Deutschland 2010, 102 Minuten, Deutsche Originalfassung
Das Leben kann verdammt kompliziert sein!
Erst recht, wenn man neunzehn ist, schwul und heimlich verliebt in seinen Klavierlehrer. Schwulsein in Köln ist eigentlich kein Problem, es sei denn, man hatte noch kein Coming-Out, blendet aus, dass der Schwarm nicht sehr vertrauenserweckend ist, wird von der Mutter als Konzertpianist und vom Vater für die Familienheimkehr nach Montenegro verplant.
Und wenn für den Vater Homosexualität eine große Schande und absolutes Tabu ist, die beste Freundin sich etwas mehr von den gemeinsamen Treffen erwartet und der Klavierlehrer verkündet, für immer aus Köln weg zu gehen, dann wird es höchste Zeit, Entscheidungen zu treffen trotz aller Angst vor den Konsequenzen - und es gehört schon eine große Portion Mut dazu, endlich zu sich selbst zu stehen!
SASCHA ist eine Tragikomödie über Immigranten in einer deutschen Großstadt, den Alltag einer Familie in einem multikulturellen Viertel, die Schwierigkeit, seinen eigenen Weg zu finden.
TO DIE LIKE A MAN - MORRER COMO UM HOMEM
Kinostart: 03.02.2011
Ein Film von João Pedro Rodrigues
PT/FR 2009, 135 Minuten, OmU
Antonia, ein Travestiestar des Lissaboner Nachtlebens, steht am
Ende einer langen Karriere. Jüngere Konkurrenten haben sie in
der Gunst des Publikums überholt, ihr Körper wehrt sich gegen
Schönheitsoperationen, eine vollständige Geschlechtsumwandlung
kommt für sie aus religiösen Gründen nicht in Frage. Vom
Sohn aus einer heterosexuellen Beziehung wird sie nicht akzeptiert.
Der jugendliche Liebhaber Rosário möchte, dass aus ihr endlich
eine „richtige Frau” wird. Nach einem surrealen Ausflug von
Tonia und Rosário in das Reich des Transvestiten Maria Bakker beschließt
Tonia, die lange versucht hat, wie eine Frau zu leben, am
Ende wenigstens wie ein Mann zu sterben.
PLEIN SUD - AUF DEM WEG NACH SÜDEN
Kinostart: 16.12.2010
Ein Film von Sébastien Lifshitz
FR 2009, 90 Minuten, OmU
Es ist Sommer. Sam, 27 Jahre alt, sitzt am Steuer seines
alten Ford und ist auf dem Weg nach Süden. Auf dem
Rücksitz ein Geschwister-Paar, Léa und Mathieu, die Sam
als Anhalter mitgenommen hat. Léa liebt die Männer,
Mathieu auch. Auf ihrer langen Reise werden sie sich kennen
lernen, sich herausfordern, sich verlieben. Aber Sam
hat ein Geheimnis, eine alte Wunde, die wieder aufgerissen
ist – er hat nach langer Zeit eine Nachricht von seiner
Mutter erhalten und jetzt will er sie wiedersehen.
PLEIN SUD, Sébastien Lifshitzs dritter Kinospielfilm nach
SOMMER WIE WINTER (PRESQUE RIEN 2000) und WILD
SIDE (2004), ist ein Roadmovie im klassischen Sinn. Es
spielt mit Elementen des US-amerikanischen Western-
Genres und vermeidet es, den Handlungen seiner Figuren
eine sozialrealistische Dimension zu geben. Das
Durchfahren der Landschaft, die in Bewegung gebrachten
Konstellationen ersetzen die Psychologie, die Auseinandersetzung
mit den Lebensverhältnissen der einzelnen
Figuren.
Ein Film von Alexander Biedermann
Deutschland 2010, 79 Minuten
Anhand fünf eigenwilliger Persönlichkeiten entwirft Alexander
Biedermann ein filmisches Kaleidoskop, das einen
modernen Mythos von innen heraus durchleuchtet und
hinterfragt, was es bedeutet, Hacker zu sein.
Der Hacker – einst „Robin Hood“ der Datennetze, heute Plagegeist,
gar „Datenterrorist“ im Untergrund des globalen
Netzes. Jedes Jahr verbreiten sich Unmengen neuer Viren
und Würmer, die für Schäden in Milliardenhöhe sorgen.
Doch der Hacker ist ein ambivalentes Wesen. Einerseits
für sein Spezialwissen gefürchtet und verfolgt, verdient
die IT-Sicherheitsindustrie Milliarden mit Hackern und der
durch ihre Existenz erzeugten Internetgefahr. Zugleich
werden fähige Hacker von der Industrie angeworben, um
Sicherheits-Software, Anti-Viren-Programme und Firewalls
zu entwickeln, die das Internet vor Viren, Würmern und
gefährlichen Hackeraktivitäten schützen sollen. Eine paradoxe
Situation. Was ist der Hacker also heute noch, mehr
„Datenterrorist“, eher „Robin Hood“ oder einfach nur Angestellter
mit Urlaubsanspruch und Rentenversicherung?
In seinem Debütfilm trifft Alexander Biedermann fünf
Hacker verschiedener Generationen und hinterfragt ihr
Sein, ihren Antrieb. Portraitiert werden Hacker der Gegenwart,
die mittels Viren und Würmern immer wieder die
Grenzen der Computersysteme neu definieren und sich
Anerkennung verschaffen wollen. Es geht aber auch um
diejenigen, die den legendären NASA-Hack in den 80ern zu
verantworten haben und als neue unberechenbare Gefahr,
als Kriminelle gehandelt wurden. Sie alle verbinden ihre
Erfahrungen mit einem Gefühl von Macht: Dass sie mit
wenigen Programmzeilen über wesentliche Funktionen der
heutigen Gesellschaft entscheiden können. Dabei erklären
sich die Hacker als Schützer und Bewahrer. Doch die Grauzone
zwischen Legalität und Illegalität sowie eigenen Zielen
und gesellschaftlichen Notwendigkeiten werden zum
Prüfstein ihrer Biografien. So deckt Alexander Biedermann
auch überraschende Parallelen zwischen den Generationen
auf, denn sie alle werden vom realen Leben eingeholt.
HACKER ist ein Portrait, das sich auf die menschlichen Spuren
im Datennetz begibt und die persönlichen Geschichten
dahinter erahnen lässt.
ein Film von Ella Lemhagen
Schweden 2008, 105 Minuten, OmU
Eine stabile Beziehung, ein neues Haus im ruhigen Vorort, gute Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten: Goran und Sven haben alles - nur kein Kind. Aber bei diesen Voraussetzungen ist ihr Adoptionsantrag schnell durch und bald ist Patrik (1,5 Jahre alt) auf dem Weg. Dem vollkommenen Glück des schwulen Paares steht nichts mehr im Wege - bis auf einen kleinen Schreibfehler der Adoptionsbehörde. Und so wird ihnen am entscheidenden Tag kein Baby überbracht, sondern es steht ein kleinkrimineller, schwer erziehbarer, äußerst homophober Teenager vor der Tür: Patrik, 15!
Regisseurin Ella Lemhagen (Tsatsiki - Tintenfische und erste Küsse) verbindet Warmherzigkeit mit entlarvendem Witz in ihrer Komödie über ein bürgerliches Homo-Paar, dessen brave Fassade von einem asozialen Jugendlichen über den Haufen geworfen wird. Am Ende rauft sich die Patchwork-Familie natürlich zusammen, weil sich Außenseiter eben verbünden müssen, um es den Spießern zu zeigen. Dafür gab es zurecht den Hauptpreis des Verzaubert-Filmfestivals und den Publikumspreis beim San Francisco International Lesbian and Gay Film Festival. Fuck you, you fucking fuck!
ein Film von Claus Wischmann und Martin Baer
mit dem Orchestre Symphonique Kimbanguiste
Dirigent: Armand Diangienda
Deutschland 2010, 95 Minuten, OmU
Uraufführung: Internationale Filmfestspiele Berlin 2010,
Berlinale Special
Publikumspreis beim 6. Festival des deutschen Films 2010
Kinshasa, Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo,
drittgrößte Stadt Afrikas. Hier wohnen fast zehn Millionen
Menschen, die zu den ärmsten Bewohnern unseres Planeten
zählen. Es ist die Heimat des einzigen Symphonieorchesters
Zentralafrikas - L'Orchestre Symphonique Kimbanguiste.
In völliger Dunkelheit spielen zweihundert Orchestermusiker
Beethovens Neunte - "Freude schöner Götterfunken". Ein
Stromausfall wenige Takte vor dem letzten Satz. Probleme
wie dieses sind noch die kleinste Sorge. In den letzten fünfzehn
Jahren.haben die Musiker zwei Putsche, mehrere Krisen
und einen Krieg überlebt. Doch da ist die Konzentration auf
die Musik, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Kinshasa Symphony zeigt Menschen in einer der chaotischsten
Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen
Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester.
Ein Film über den Kongo, über die Menschen in Kinshasa und
über Musik.
DU SOLLST NICHT LIEBEN
(Einaym Pkuhot / Eyes Wide Open) Bundesstart 20.05.2010
ein Film von Haim Tabakman nach dem Buch von Merav Doster
mit Zohar Strauss, Ran Danker, Tinkerbell, Tzahi Grad, Isaac Sharry
ISR/FR/D 2009, 90 Minuten, DF und OmU
Aaron ist ein angesehener Fleischer in der ultra-orthodoxen jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Der Ehemann und Vater von vier Kindern gerät in eine tiefe Krise, als er sich in Ezri verliebt - einen 22-jährigen Studenten, der ihm in seinem Geschäft aushilft. Zunächst begreift er seine Gefühle als religiöse Herausforderung, doch als beide Männer schließlich ihrer Leidenschaft nachgeben, wächst der Druck der Gemeinde auf Aaron. Da er keinen Weg sieht, seine Gefühle mit den religiösen Regeln in Einklang zu bringen, fasst er einen radikalen Entschluss.
Haim Tabakmans erster Spielfilm berührt ein Tabu - Homosexualität im ultraorthodoxen Judentum. Nach der Uraufführung von DU SOLLST NICHT LIEBEN in der Reihe UN CERTAIN REGARD beim Festival de Cannes reagierte die internationale Presse (u.a. sämtliche großen Tageszeitungen in Frankreich) begeistert, stellte die Zurückhaltung und inszenatorische Strenge des Films heraus und verglich die emotionale Kraft einer Liebesgeschichte in einer feindlichen Umwelt mit Ang Lees BROKEBACK MOUNTAIN.